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Autor Thema: Ein erster Eindruck ...  (Gelesen 28645 mal)

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Offline Strohmann-Hipster

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Ein erster Eindruck ...
« am: 22.05.2011 | 21:11 »
Als Komplementär-Thema zu  "Zu spät! Ich konnte nicht widerstehen! (Das hab ich neu!)" gedacht, würde ich hier gerne erste Eindrücke zu eueren/unseren Neuerwerbungen sammeln. Kurze Diskussionen mit inbegriffen (längere würde ich die Moderation bitten auszulagern).

Edit:
Ein Inhaltsverzeichnis:
Aborea, 2, 3, 4, 5
All flesh must be eaten + SL-Schirm
Desolation - Survivors
Dogs in the Vineyard
D&D 3.0 - The Vault of Larin Karr
Duneonslayers GRW, 2, 3
Exalted 2nd GRW
Mechwarrior 3rd GRW
Mythic Russia
Reign - Enchiridion
Ruf des Warlock - GRW & Zauberbuch
Vampire: tR - Into the Void
Warhammer FRP 1st - Marienburg: Sold down the river
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Offline Jack Napier

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #1 am: 23.05.2011 | 01:34 »
AFMBE (Rev.) +SL-Schirm: Ein knapp etwas über Din B5 herausragendes Hardcover, mit s/w-Artwork, mehreren kurzen KG-Teasern, ein paar Tabellen und massiv Erläuterungen und Erklärungen. Im SL-Schirm steckt ein Einstiegsszenario, das erklärt(!), wie man im RPG das Feeling von Zombiefilmen rüberbringen kann, und dass es wichtig ist, dass die SCs nicht gegängelt werden, bzw. der SL dazu angehalten ist, die Ideen der Spieler miteinzubeziehen und sowohl zu agieren als zu reagieren. Übrigens interessant, dass Shane Lacey Hensley das Vorwort zum Rev. GRW geschrieben hat, und darin Eden Studio und Carella als Größe in der Branche und AFMBE als Meilenstein beschreibt. 

Exalted, Second Edition GRW:
Optisch bombastisch, inhaltlich "laut" und "bunt", kommt mir sehr fantastisch vor, zumindest was das Setting und die Prämisse angeht... macht Lust auf mehr!
Callisto: "Aber mal ehrlich, ein bisschen kann man sich doch seinen Blog anschauen und wenigstens etwas einrichten. Es muss doch nicht so aussehen, nur weil es DSA ist."

Chrischie

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #2 am: 23.05.2011 | 08:20 »
Wieso ist das komisch?
Hensley hat auch das Western-Zombie-Buch für AFMBE geschrieben.  ;)

Offline Jack Napier

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #3 am: 24.05.2011 | 03:19 »
Komisch so im Sinne von "Uih, jetzt bin ich aber überrascht!", weil ich einfach nicht damit gerechnet hatte!

Callisto: "Aber mal ehrlich, ein bisschen kann man sich doch seinen Blog anschauen und wenigstens etwas einrichten. Es muss doch nicht so aussehen, nur weil es DSA ist."

Taschenschieber

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #4 am: 25.05.2011 | 11:53 »
Mein erster und zweiter Eindruck vom REIGN Enchdingsda Enchiridion:

Tolles Ding. Nette Regeln, die kein anderes mir bekanntes System hat (Company Rolls) und die einen soliden und funktionalen Eindruck machen. Das Buch ist etwas "labberig", wie lang das am Spieltisch durchhält, sei mal dahingestellt - macht aber auch optisch durchaus was her. Schön wäre freilich noch ein "SL-Leitfaden" - den habe ich bisher nicht entdeckt, und auch die Spielberichte hier im Forum gehen auf die Eigenheiten des Systems (wie funktionieren Company Rolls dann am Spieltisch?) kaum ein.

Den ganzen Spaß gibt es für acht Euro nochwas (225 Seiten, Softcover) inklusive PDF-Version (!) beim Sphärenmeister.

Fazit: Gute Investition.

Offline Waldgeist

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #5 am: 25.05.2011 | 12:01 »
Jeweils nach dem ersten Durchblättern:

Aborea: Schön gemacht, scheint leicht zugänglich zu sein, freue mich schon auf ein Testspiel.

Agone: Unübersichtlich und umfangreich, wo fange ich an?, bedarf wohl einer intensiveren Betrachtung.

Pyramid 31: Monster Hunters: Bis jetzt finde ich nur den Ethomorph (Dr Jekyl/Mr Hide) und die Niedertech-Betrachtung des Genres wirklich interessant.

killedcat

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #6 am: 25.05.2011 | 12:11 »
Aborea: tolle Aufmachung. Ziemlich einsteigerfreundlich. Sympathisch-einfacher Mechanismus. Etwas konfus aufgebaut. Verwandtschaft zu Rolemaster lässt sich nicht leugnen. Im Spiel recht unausgewogen, fürchte ich.

Dungeonslayers: nette Aufmachung. Angenehme Regeln. Ambitioniert. Die Heilung ist allerdings totaler Unfug. Nicht so toll, wie ich es erhofft habe.

Offline Green Goblin

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #7 am: 25.05.2011 | 22:11 »
die clockwork & chivalry sachen sind alles softcover. covergestaltung und logo gefallen mir gut. innengestaltung ist eher spartanisch, weißes papier, zweispaltiger text, wenige und nur kleine schwarz-weiß illustrationen und etwa 3 zentimeter zierrand. ist ok, wirft einen aber nich gerade vom hocker.

aber der inhalt ist top, das england zur zeit des englischen bürgerkriegs ist lebendig und augenzwinkernt dargestellt, es macht spaß, die neu geschriebene geschichte englands zu verfolgen und man bekommt lust eine gruppe helden durch die "kingdom and commomwealth" - kampagne zu lotsen. feine geschichte...

Online korknadel

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #8 am: 26.05.2011 | 08:31 »
Dungeonslayer-Box: In die Regeln habe ich ja schon reingelesen, bin aber nicht weit gekommen. Hat mich irgendwie an DSA1 erinnert. Die Optik stört mich gewaltig, aber nur vom Flair her, denn an sich ist das sehr gut und übersichtlich gestaltet. Fühlt sich für mich halt zu sehr nach Plastik an. Leider ist der große Dungeon-Plan, so schön er ist, wie viele der kleineren s/w-Pläne viel zu dunkel. Bei schummriger Beleuchtung, wie man sie am Spieltisch ja manchmal will, kann man das Ding glatt vergessen.

Was ich bisher reingelesen habe, liest sich alles sehr locker und lustig. Schön. Das Format finde ich großartig. Perfekt, um es zum Picknick mit in den Park zu nehmen.
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Offline Huntress

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #9 am: 27.05.2011 | 12:19 »
Aborea:

Wirklich nur ein erster Eindruck, habe die Regeln nur überflogen.
Gefällt mir:
+ Großartige Karten
+ Solo-Einstiegsabenteuer
+ Gruppeneinstiegsabenteuer (ja, ich mag sowas)
+ Klassenbasierendes System mit übersichtlicher Anzahl an Fertigkeiten und Zaubern
+ Kampfsystem: Angriff und Schaden in einem Wurf, keine aktive Parade

Unsicher:
Kampfsystem: Trefferpunktesystem mit stark ansteigender Anzahl der Lebenspunkte
Kampfsystem: Klassisches Initiativesystem (gibts mittlerweile eingängige Alternativen zu)
Kampfsystem: Bürokratische Handhabung des Kampfbonus (OB und DB).

Abschreckend:
- Beschreibung der Rolle und Aufgaben eines SL
- Verdecktes Würfeln wird als spannungsfördernd empfohlen ( :q)
- Aufbau des Solo-Einstiegsabenteuers (ja, das Vorhandensein eines solchen ist ein Plus, aber die Ausführung ist ein Minus)

Offline Teylen

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #10 am: 27.05.2011 | 15:15 »
Into the Void

Why I bought it

Normalerweise spiele ich kein V:tR, ich habe keins der beiden Grundregelwerke gelesen und kaufe normalerweise keine PDFs. Dennoch konnte ich hier nicht wiederstehen.
Das ist dem Umstand geschuldet das vor einigen Jahren, in einer Online-Chronik zu Vampire die Maskerade, die Spielleitung die Idee hatte, das sich jeder einen kompetenten Charakter machen solle um eine neue Stadt auzuprobieren.
Das Anfangsszenario gestaltete sich so das der Prinz verschwunden, und vermutlich gaenzlich tot, war und die Charaktere nun, mit unterschiedlichen Motivationen ausgestattet, ein Machtspiel bzw. einen Machtkampf um die Fuellung des Machtvakkum fuehren sollten. Das ganze versandete aufgrund des zu grossen Hang zum Elysiums Smalltalk und den fehlenden Drang zur Macht einiger.

Nun verspricht "Into the Void" eben jenes Szenario derart zu gestalten das die Spieler nicht in die Gefahr kommen sich zu langweilen - oder zumindest zu umschreiben wie man es vermeidet. Zudem habe ich die Hoffnung mit dem Abenteuer eine offene Sandbox zu erhalten. Was mich extrem Neugierig macht.

First Facts

Seitenanzahl: 31
Nicht Spieler Charaktere: 14
Illustrationen:
6 [3 Charakter Bilder, 3 groessere Bilder]
Coloration:
Weitesgehend Schwarzweiss bzw. Graustufen
Es findet sich daneben der ein oder andere rote Schriftzug sowie Charakter Blaetter mit etws rot.
Handreichungen:
4 Charakter Blaeter eins Blanko
4 Szenen Notizen eine Blanko
1 Szenen-Flowshart [Halbseitig]

First View

Ich persoenlich finde das farbige Cover nicht sehr ansprechend.
Nachdem farbigen Cover folgt eine weitere Seite mit dem Cover in S/W.
Das sieht zwar besser aus, allerdings frage ich mich was es da macht.

Das Queerformat ist etwas merkwuerdig.
Der Schriftsatz ist m.E. angenehm zulesen.
Die Verzierungen gefallen mir und das Layout sieht gut aus.
Einzig die Schrift wirkt leicht schraeg? o.O
Die Graphiken sind huebsch, ausser der Prinz, keine Ahnung was damit bezwecken sollte, aber ein Vampire Prinz mit Krone geht imho gar nicht. Vielleicht soll das Charakter-Potrae ein Motivator sein den NSC umzubringen, man weiss es nicht.

Die Idee das die Spieler den Prinz selbst umbringen sollen spricht mich spontan weniger an. Aber mal sehen.

Die Charakter Beschreibungen sind ueberaus kurz gehalten.
Gerade mal der Prinz, der Sherrif sowie des Prinzen Rechte Hand erhaelten eine "detailliertere" Beschreibung sowie einen personalisierten Bogen. Die Anfuehrungszeichen weil die detaillierte Beschreibung um ausfuehrlichsten Fall 2/3 der Laenge der Charakter Beschreibung erreicht wie ich sie aus Clanbuechern zu V:tM kenne.

Es gibt 11 Nebencharaktere, die jeweils eine Faustvoll Text kriegen. Das heisst maximal 2 Saetze Dark Secret sowie ein Absatz zum NSC.
Es erscheint etwas absurd - von der Laenge her, immerhin eine ganze Spalte - fuer die "unterschiedlichen Feinde" 7 kurze Ideen zu nennen und auf andere Produkte zu verweisen.

Die Infobox auf dem Cover ist nett, war aber fuer mich nicht ganz Intuitive.
3 Szenen ist klar, 100+ XP als Charakter Level ebenfalls, die 2 Mental | 4 Physical | 4 Social Stats hingegen ... ich nahm an das es wohl gemittelte Werte der Einschaetzung der Szenen seien. Allerdings ist es wohl leicht Willkuerlich [die Szenen haben 1|4|1, 3|1|3 und 3|4|1].

31 Seiten, 29 wenn man das Cover abzieht, fuer $6.99 ist schon ein leicht happiges Preis-Leistungsvehaeltnis. So allgemein. Finde ich.


Ein zweiter Eindruck: FEHLKAUF -_-
(ist zwar der Thread für den ersten Eindruck, aber nach 13 Seiten habe ich das Gefühl das es sich nur zum drüber lästern eignet)
« Letzte Änderung: 28.05.2011 | 18:12 von Teylen »
Teylen's RPG Corner (Mein Blog)]

Armut bringt außer Weisheit auch Verdruß, und Kühnheit außer Ruhm auch bittre Mühn.
Jetzt warst du arm and einsam, weis and kühn, Jetzt machst du aber mit der Größe Schluß.

Offline Strohmann-Hipster

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #11 am: 30.05.2011 | 00:10 »
ABOREA

Zu kompliziert zum sofort losspielen. Dafür fehlen auch vorgefertigte Charaktere.

Vollwertiges, relativ einfaches System. Große Nähe zu Rolemaster. Witzigerweise
wird durch Aborea sichtbar, dass RM einst als (A)D&D-Hausregelsammlung angefangen
hat. Schöne offene Welt, die an das Aventurien eines DSA 1 erinnert.
Die Aufmachung ist so gut und professionell wie die der roten D&D4-Box.

Das Spiel nimmt seine Regeln ernst.
Es versteht sich als (Gesellschafts-)Spiel und nicht als Taktik-Simulation oder Erzählkunst-Handbuch.
Es gibt den Tipp verdeckt zu würfeln - allerdings geht es da lediglich um ein "durchsichtiges" Würfeln
(die Spieler wissen, dass sie gerade eine Geheimtür nicht entdeckt haben o.ä.) zu vermeiden. Vom Würfeln hinter einem SL-Schirm ist nicht die Rede. Von Würfeldrehen schon gleich zweimal nicht.
Geglückte und fuktionale Formulierung der "Goldenen Regel": "Ihr könnt die Regeln ändern, aber sprecht euch ab und schafft euch eine verlässliche Regelbasis!"

Vorläufiges Fazit:
ABOREA macht verdammt viel richtig.
Die Suche nach dem deutschsprachigen, vollwertigen Rollenspiel für Einsteiger ist zu Ende!
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Offline alexandro

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #12 am: 31.05.2011 | 23:34 »
Mechwarrior 3rd Edition (günstig auf ebay geschossen, zusammen mit ein paar anderen BT-Sachen).

Negativ:
- kein Missionsgenerator mehr drin
- Bindung an die offizielle Timeline, statt Unterteilung in Spielperioden

Neutral:
- die Lifepath-Events sind nett, aber etwas zu spezifisch für meinen Geschmack
- ein paar Regeln wurden einer (dringend notwendigen) Überarbeitung unterzogen, was prinzipell begrüßenswert ist. Allerdings schafft die neue Regelversion für jedes Problem dass sie löst gleich zwei neue.

Positiv:
- die Präsentation der Spielwelt ist besser geworden: hier bekommt man zumindest einen Eindruck davon, wie das Leben um 3000+ so ist
"Aiiiii...a nautical vessel over 15 meters in length - my only weakness! Curse you, second mate Gustaf Johansen! I shall have my revenge!"
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Offline OldSam

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #13 am: 4.06.2011 | 02:03 »
ABOREA
Zu kompliziert zum sofort losspielen. Dafür fehlen auch vorgefertigte Charaktere.

Vorläufiges Fazit:
ABOREA macht verdammt viel richtig.

Von meinem bisherigen Eindruck von Aborea kann ich mich hier grundsätzlich anschließen, insgesamt macht es auf jeden Fall vieles richtig und ist schön aufbereitet!  :d

Ein paar Defizite gibt es allerdings - aus meiner Sicht beziehen diese sich v.a. darauf, wie schon Athair festgestellt hat, dass ein schnelles Losspielen kaum gelingt, selbst als erfahrener Rollenspieler! Hier fehlen einfach ein paar spezifische Start-Erleichterungen, was bei einem Einsteigersystem schade ist... Im Folgenden also einige Kritikpunkte aus meiner Sicht:

- Fertige Archetypen bzw. Beispielcharaktere sollten auf jeden Fall noch auf der Homepage ergänzt werden, ein so schneller Start wird bislang leider noch nicht ermöglicht. Auch ausgedruckte Charakterblätter liegen nicht bei.
- Das man diverse unterschiedliche Kosten für die Fertigkeitssteigerungen auf dem Standard-Bogen eintragen muss, ist für ein Einsteigerspiel IMHO auch nicht gut. Zum Glück wurden entsprechend ergänzte Bögen für die unterschiedlichen Berufe (Dieb, Krieger usw.) auf der Homepage nachgereicht, hier ist jedoch sehr ärgerlich, dass die berufsspezischen Bögen bislang noch nicht die Berufsbezeichnung enthalten (diese sind somit sehr leicht zu verwechseln, aber ich hoffe das wird zeitnah verbessert).
- Es fehlt mir so etwas wie ein ein- oder doppelseitiges "Cheatsheet" bzw. eine Schnellreferenz, wo man auf einen Blick sehen kann was Sache ist (auch als Gedächtnisstütze gut). Dort könnten dann so zentrale Formeln drin stehen wie etwa die auf S.27: Erfolg, wenn: Würfelwurf + Fertigkeitsrang + Attributsbonus - Rüstungs-Modifikatoren >= Manöverschwierigkeit.

Idealerweise hätte das auch gleich alles in der Box sein sollen, aber eine Nachbesserung per Homepage finde ich auf jeden Fall in Ordnung.

Am Rande wäre zu nennen, dass ich persönlich an ein paar Stellen mit Blick auf die Zielgruppe gerne noch mehr Einfachheit gehabt hätte, so finde ich z.B. die Sache mit den Attributsboni etc. noch nicht wirklich ideal, da somit während des Spiels mehr als nötig rumgerechnet wird - ein weitgehend feststehender (im Vorfeld bestimmter) Fertigkeitswert den der Spieler nur ablesen muss ist eigentlich vorzuziehen. Vorteile hat dieser Mechanismus aber natürlich auch, da man so relativ leicht Proben auf unterschiedlicher Attributsbasis machen kann etc.
Übertrieben finde ich ferner die wirklich riesige Zahl der Punktekosten für neue Stufen (noch deutlich mehr als bei DSA) und v.a. auch die übermäßige Steigerung an Lebenspunkten beim Stufenanstieg.


Insgesamt aber trotzdem, wie gesagt, ein positives Fazit! Eine wirklich schön gemachte Starterbox, wobei v.a. die großartigen Farbkarten richtig punkten.
Für eine Neuauflage sollte man IMHO die genannten Kritikpunkte jedenfalls berücksichtigen: Für wenige Cents mehr an Produktionskosten - ein paar zusätzlich beigelegte S/W-Seiten - würde die Starter-Qualität der Box nochmal deutlich angehoben! Echt toll ist jedenfalls, dass gleich Start-Abenteuer in Solo- u. Gruppenform beiliegen und auf der Homepage direkt weitere kostenlose Abenteuer angeboten werden. Großes Lob dafür!


« Letzte Änderung: 5.06.2011 | 13:18 von OldSam »

Offline Strohmann-Hipster

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #14 am: 6.06.2011 | 11:07 »
Mythic Russia (Regelengine = HeroQuest)
Bisher stehe ich noch ziemlich am Anfang mit Lesen aber bislang gefällt es mir ziemlich gut.
Das Buch macht beim Lesen so viel Spaß, wie lange nicht mehr ein Rollenspielbuch.
Große Klasse ist das Setting - das wilde, märchenhafte, noch nicht geeinte Russland, welches in den 1380ern beginnt die Tataren-Herrschaft abzuschütteln.
Besonders gut gefällt mir darüberhinaus die assoziative Herangehensweise bei der Charaktererschaffung und die Betonung der Spielgemeinschaft.
Auf der negativen Seite habe ich bisher Schummel-Erzähl-Tipps ausmachen können. Die sind aber wahrscheinlich nicht obligatorisch fürs Spiel und eigentlich auch gar nicht so schlecht geschrieben und begründet. Es stört mich trotzdem ein wenig.

The Majestic Wilderlands
Die Konvertierung von Swords & Wizardry (oD&D) auf Labyrinth Lord (cD&D) wird mühsamer als ich angenommen hatte.
Ohne Frage: Die Wilderlands sind toll! Dennoch ist das Lesen etwas mühselig.

Penumbra: Seven Serpents
Der erste der sieben Drachenhorte ist schön ausgearbeitet und fürs Spielen aufbereitet. Der wird wahrscheinlich in abgewandelter Form in unsere SL-lose 2-Spieler-Drachenkampagne (Everway) eingebaut.
« Letzte Änderung: 12.02.2013 | 03:17 von Athair »
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Offline Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder)

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #15 am: 6.06.2011 | 16:33 »
The Vault of Larin Karr (D&D 3 2002)

Sandboxy Mini-Mini-Kampagne. Eher ein Abenteuer mit vielen freien, oft irrelevanten aber interessanten Nebenquesten und einem verbindenen Thema.

Positiv: Insgesamt bietet das Modul abwechslungsreiche Möglichkeiten, und trtoz des starken Sandbox-Aspektes erhalten auch mehr führende SL als ich genug an die Hand, gezielter zu pacen. Sehr gut beschrieben die einzelnen Fraktionen am Schauplatz und ihre mehr oder minder offenen Verbindungen zueinander. Präsentation der Abenteuerplätze ist knapp, aber ausreichend und gut strukturiert, die Stat-Blöcke scheinen sauber, was meine Konvertierung auch erleichtert, die Schätze sind vom ersten Eindruck eher etwas zu hoch angesetzt (und das ist dann immer noch besser für D&D-Gruppen als zu wenig).

Negativ: Der Einstieg ist arg mit der Keule (wie immer), und in einem relativ kleinen Tal versammelt sich mal wieder die halbe Zoologica Gygaxia bis hin zu jungen erwachsenen Drachen (der wird als erstes fliegen). Nur einen Beholder hab ich beim ersten Überfliegen noch nicht entdeckt. Die einzelnen Abenteuermöglichkeiten sind veilleicht etwas zu locker verknüpft, und der titelgebende Vault spielt eine eher untergeordnete Rolle. Er ist zwar Ziel der sich entspinnenden Schatzsuche, wirkt aber weniger als High Point denn als eine Map unter vielen. Die Aufmachung ist bescheiden, das Kartenmaterial immerhin ädaquat.

Fazit: Stimmung und Spirit sind typisch (A)D&D (im Guten wie im Bösen), wobei das Abenteuer schön offen angelegt ist, die Umsetzung liegt über vielem, was für 3.X rauskam. Wer die ganze Mini-Kampagne nicht spielen möchte, erhält ein halbes Dutzend detailliert ausgearbeiteter Location-Encounter, die man bedenkenlos auch in andere Adventures droppen kann, und das Tal als Schauplatz ist durchaus auch unabhängig nutzbar.

Für knapp 5 Euro (PDF bei DriveThru) macht man da nix falsch und einiges richtig.
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Zitat von: korknadel
Rollenspiele sollen bei Dir im besten Fall eine gewisse Schwermut, Resignation und Melancholie hervorrufen.

Zitat von: Dolge
Auf Diskussionen, was im Rollenspiel realistisch ist und was nicht, sollte man sich nie unter gar keinen Umständen absolut gar überhaupt vollständig nicht einlassen.

Offline Tim Finnegan

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #16 am: 7.06.2011 | 00:30 »
@Hróðvitnir

Nur so nebenher: Schnapp dir noch Grey Citadel und Hall of the Rainbow Mage und pack die in NO und SW, dann hast du eh für ein Jahr ausgesorgt.
Inhalltsstoffe dieses Beitrags: 50% reine Polemik, 40% subjektive Meinung, 10% ungenau recherchierte Fakten.
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Offline Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder)

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #17 am: 17.06.2011 | 04:03 »
Hammer of the Gods (LoftFP)

Okay, wirklich ein erster Eindruck, ich habs PDF nur überflogen, Hardcopy kommt wohl irgendwann. An Raggi scheiden sich ja bekanntlich die Geister, die einen finden ihn so genial wie geschnitten Brot, die anderen stimmen zumindest mit dem Brotteil der Bewertung überein.

Nach erstem Querlesen des oben angebenen Titels: Gruslig. Langweilig. Mit einem fürchterlichen Stil. Eine Mischung aus Aventurien und deutschem Cthulhu, "stimmiges Nachforschen" sozusagen. Ich hoff mal, beim genauen Lesen offenbart sich der Knalleffekt, den man mir versprochen hatte.
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Zitat von: korknadel
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Offline Master Li

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #18 am: 17.06.2011 | 07:11 »
AFMBE (Rev.)

Ich weiß, es steckt keine Absicht dahinter. Aber immer alles abzukürzen, erschwert mir hier manchmal das Leben. Zumindest einmal kann man es ausschreiben, damit jeder weiß worum es geht. ;)
Viel Spaß.
Master Li und der Hamster des Todes

Offline Sashael

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #19 am: 17.06.2011 | 10:10 »
Ich weiß, es steckt keine Absicht dahinter. Aber immer alles abzukürzen, erschwert mir hier manchmal das Leben. Zumindest einmal kann man es ausschreiben, damit jeder weiß worum es geht. ;)
All Flesh Must Be Eaten ... mich nervt das googlen von "Wörtern" aus Posting aber auch immer extrem.  :P
Hat eigentlich schon mal jemand bemerkt, dass die Armeen des Chaos verdächtig gut organisiert sind?

Offline Luxferre

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #20 am: 17.06.2011 | 10:57 »
und irgendjemand sitzt kichernd vor seinem Monitor im Keller, weil wir ja ach so unwissend sind  ~;D
ina killatēšu bašma kabis šumšu

... stell' Dir vor es geht und keiner kriegt's hin ...

Offline Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder)

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #21 am: 29.06.2011 | 00:52 »
ABOREA - ERSTER EINDRUCK

Aborea wird als Einsteigerollenspiel vermarktet, und es sieht sich in der Aufmachung als eines der Erben der alten roten Mentzer D&D-Box, deren inhaltliche Aufteilung es in weiten Teilen übernimmt. Begrüßenswert, denn die rote Box setzte beim Thema "unbedarfte Neulinge einführen" Standards, die eigentlich bis heute nicht wieder erreicht wurden.

Das Material

Der schöne, schwere Karton ist mit einer stimmungsvollen Titelillustration versehen, die Lust macht auf mehr. In der Box finden sich zunächst zwei Hefte, eines für Spieler, eines für Spielleiter, soweit, so klassisch. Unklassisch ist die vollfarbige Illustration der Bücher. Die Grafiken gefallen mir sehr gut, nur sind sie furchtbar dunkel geworden, die Götter-Symbole z.B. sind im Grunde gar nicht erkennbar, aber auch viele der anderen Illus (z.B. die der Völker) sind einfach zu dunkel. Noch störender aber ist der lappige Einband der beiden Hefte.

Unter den Heften liegt die sattsam durchs Internet getragene Karte von Leet, die wirklich sehr schön ist. Darunter wieder eine riesige, wirklich riesige Karte des Kontinents Palea. Wegen des Formats ist der tatsächliche Nutzen am Spieltisch allerdings eher eingeschränkt, außerdem ist sie auch für meinen Geschmack zu dunkel und zu einförmig.

Abgerundet wird das alles mit den notwendigen 2W10. Jo, was fehlt? Charakterbögen natürlich. Für ein Einsteigerspiel unabdingbar, aber leider findet sich hier nur eine Kopiervorlage auf der Rückseite des Spielerheftes. Also heißt es vor dem Losspielen kopieren oder aus dem Internet ausdrucken. Tststs. Ein Faux-Pas.

Das Spielerheft

Das Spielerheft beginnt dann schon einmal mit einem Verweisklops. Der erfahrene Spieler wird ans Kapitel "Die Welt" verwiesen, was wenig Sinn macht und sich auch gar nicht in diesem Heft befindet. Korrekt wäre der Verweis aufs Kapitel "Das Spiel" gewesen. Ach ja, ein Inhaltsverzeichnis fehlt übrigens.

Während der erfahrene Spieler also nach der "Welt" sucht (ein sicherlich deprimierendes Gefühl), bekommt der unerfahrene einen Einblick in abenteuerliches Leben. Oh je. Hotzenplotziger als übelste Aventurienschreibe erfahren wir, wie die kleine Lena entführt wird und der Held seine Liebste nicht retten kann. Eine stilistische Überarbeitung erscheint hier für spätere Auflagen dringend angeraten ("Auch Lena blickt Sie an, und ihr Herz scheint vor Freude zu hüpfen" - "In ihrem Herzen regt sich gewaltig etwas" etc. pp), denn wenn auch 12+ als Altersangabe auf der Packung steht, wollen wir die Lieben doch nicht derart unterfordern. Aber auch abgesehen davon macht dieses... Abenteuer "Sylvanas Befreiung" im Vergleich zu einem echten Schocker.

Das sich anschließende vierseitige Solo überschlag ich jetzt einfach mal, denn wenn es im selben Stil ist, dann wird das hier ein Verriß. Danach kommt der Crunch, und der sieht weiß Gott besser aus.

Es werden in mehreren Kapiteln die Rassen und Klassen, pardon, die Völker und Berufe gestellt, die die Spielwelt zu bieten hat, daraus ergibt sich schon eine recht große Anzahl an Kombinationsmöglichkeiten. Völker und Berufe sind, was ihre Beschreibungen und Spezialfertigkeiten angeht, sehr "klassisch" orientiert. Bei der Charaktererschaffung werden die Attribute über ein Kaufsystem bestimmt, dann Volk und Beruf gewählt, dann die Fertigkeiten genommen und schleßlich die Ausrüstung. Mit einem Dutzend Fertigkeiten hält sich der Aufwand hier in Grenzen. Im Kapitel über Fertigkeiten wird dann auch gleich deren Anwendung besprochen und mit Standardsituationen (Fallen entschärfen, Heilen etc.) illustriert. Das alles ist eingängig und übersichtlich.

Das Kampfkapitel schafft es tatsächlich, auf etwas über 3 Seiten + 1/2 Seite Beispiel das Kampfsystem nahezubringen. Grundlage ist der Kampfwert eines Charakters, der auf Offensive und Defensive gesplittet werden kann, eine alte, aber elegante Lösung, um defensive und offensive Kampfweisen zu simulieren. Die Parade ist passiv, d.h. es folgt kein Abwehrwurf gegen einen gelungenen Angriff. Die Höhe des Angriffswurfes beeinflußt auch den Schaden. Simpel, eingängig, spielbar.

Das Magiekapitel kommt im Vergleich fettleibig daher und erzählt erst lange über Codici, weiße und schwarze Magie, Elementarmagie etc. bevor es zum Kern kommt. Das ist sicherlich nicht schlecht gemeint, aber der kleine Fluffy ist leider erkrankt an... ah den beschränkten literarischen Fertigkeiten des Verfassers und liest sich daher so interessant wie das Kleingedruckte im Handyvertrag. Kostprobe gefällig?

Zitat
Wer sich nicht an die Regeln seiner Organisation hält, kann mit angemessenen bis hin zu drakonischen Strafen rechnen. Gar keine Toleranz gibt es bei dem Verstoß gegen eines oder alle drei obersten Gebote des Kodex. Es mag zu Recht eigenwillig anmuten, aber die Gebote gelten in dem Fall nicht untereinander.

Nach dieser kleinen Anmutung kommt dann der Crunch des Kapitels, ein Rolemaster-Magie-Klon mit Punkten und Zauberlisten. Ich habe schon schlechteres gesehen. Auch hier gilt: Zugänglich und eingängig. Bravo.

Das Kapitel Göttliches, ich lins dann schon mal vor, scheint nur Fluff über verschiedene Mythen und Pantheons zu sein, die Aborea zu bieten hat, und nach dem hinkenden Fluffy im Magiekapitel überschlag ich das mal. Es schließt sich das Ausrüstungskapitel an (knapp, aber ausreichend) und eine Art "Verschiedenes" (Zeit, Belastung etc.).

Das beschließt das erste Buch.

Das Spielleiterheft

Na also, ein kleines Inhaltsverzeichnis; geht doch! Dann natürlich wieder eine essentielle Frage: Ist "Malusse" wirklich deutsch? Heißt es nicht "Mali"? Aber das ist Gekrittel am Rande. Das SL-Heft beginnt mit den essentiellen Aufgaben: Beschreiben, darstellen, reagieren, würfeln. Ja, vor allem verdeckt würfeln. Stets verdeckt würfeln. Hmmmmh.

Das Einsteigerabenteuer schließt an das Solo an, das ich nicht gelesen habe. Der Auftakt ist schon mal ganz schwach strukturiert: Anstatt zu erzählen, ich solle Kerzen anzünden und Musik abspielen, wäre da eine Zusammenfassung des Abenteuers zu Beginn nicht angebrachter? Jedenfalls hat es eine Reise durch die Wildnis, Verließe und Gegner. Viel wichtiger sind die eingestreuten SL-Tips zu Themen wie Plot-Hooks, Marschordnung, Lageplänen, Nahrung, Licht, etc. Und am Schluß gibts XP. Alles da, was man braucht. Das Ab hab ich noch nicht gelesen, weil sich daran vielleicht ein hoffnungsvoller Nachwuchs-SL mit mir in der Gruppe versuchen will.

Als nächstes folgen Sonderregeln. Diese erweitern den doch eher straffen Korpus des Spielerheftes um weitere Optionen im Kampf, Infos zur Heilung, zu Krankheiten (sehr beliebt, siehe entsprechenden DSA-Strang), Giften und allerlei anderem. Gerade die erweiterten Regeln zur Magie sind sehr nützlich (z.B. über Magische Gegenstände) und sollten bald Einzug ins Spiel finden.

Im Folgekapitel "Besonderes" werden dann Dinge wie "Ruf" behandelt, was aber nicht sehr ausgegoren ist, im Vagen verharrt und z.B. offenläßt, was der "Titel" eines Helden für Auswirkungen hat. Ebenso dünn sind die Informationen zur "Dynastie", hier wurde eindeutig zuviel reingepackt und dann nur angerissen. Auch mehr "angetackert" erscheint der Talentebaum, der den verschiedenen Klassen in bestimmten Stufen einen Feat, pardon, ein Talent zukommen läßt. Sehr bunt, sehr platzaufwendig, ziemlich nutzlos.

Was sich anschließt, ist "Die Welt" (hier also): Eine Kurzbeschreibung des Kontinents Palea, hauptsächlich des Reiches Trion. Interessant sind die Gewichtungen dieses Kapitels: Klima, Wirtschaft, Zeitrechnung und Landschaft erhalten zusammen gerade mal soviel Raum wie die Sprachen. Gesetzen und Gerichten räumt man aber angemessen viel Platz ein. Nach einem Abriß der Geschichte (untergegangenes Imperium) finden sich dann sehr ungeordnete Beschreibungen diverser Örtlichkeiten, die weder nach Art (Stadt, Landstrich), noch nach Bedeutung, noch nach dem guten alten Alphabet sortiert sind. Aber immerhin weiß ich jetzt, daß in Padova genau 4 Halblinge leben. Der Abschnitt über Mächte und Gruppierungen ist eigentlich der mit dem eigentlichen Wumms für ein Setting, aber er ist leider nur sehr, sehr kurz.

Es folgen Abenteuerideen und ein Abenteuergenerator (nett, aber für mich die unkreativste Art, ein Abenteuer zu entwerfen), eine Monsterliste mit ca. zwanzig Monstern, deren sehr kleine Statblöcke angenehm auffallen, und Kapitel zu magischen Gegenständen und Artefakten.

Und dann sind wir durch.

Fazit

Für 20 Euronen hat man hier eine schöne dicke, optisch grandios gestaltete Aufmachung, deren einzige Wermutstropfen die lappigen Cover sind. Statt der XXXL-Karte des Kontinents hätte ich mir eher anständige Pappumschläge gewünscht. Ansonsten ist das Preis-Leistungsverhältnis rein vom Material her sehr gut.

Aber ist es wirklich das Spiel für Einsteiger, das es sein will? Jein. Die Engine ist robust, eingängig und auch zugänglich. Das ist alles rasch zu meistern und auch zu erlernen. Insofern ist es ein gutes Einsteigersystem.

Andererseits sind die Einstiegstexte, pardon, grauenvoll. Das ist... wie soll ichs beschreiben? Ich habs einem 30jährigen zum Geburtstag geschenkt, ich hoffe er ist nicht beleidigt. Das ist DSA für 12jährige. Sicher, die Box richtet sich an 12+, aber das "+" erscheint mir dabei vergessen worden. Auch nicht ausreichend ist mMn die Hinleitung zum Spielleiten selbst, zumal der SL tatsächlich sogar "Geschichtenschreiber" bezeichnet wird (I/4) und somit von vorneherein wieder die falsche Erwartungshaltung besteht. Absätze wie der, man solle "Spannungsbögen" dadurch erzeugen, daß man nur verdeckt würfle, oder daß der SL durchaus auch einen Spieler mit vor die Tür nehmen solle, um ihm Infos zu geben, das alles... Naja, es hinterläßt einen zwiespältigen Geschmack.

Solides, einsteigerfeundliches Rollenspiel in schöner Verpackung mit fraglicher Didaktik. Mentzer siegt 2:1.
« Letzte Änderung: 29.06.2011 | 00:54 von Hróðvitnir »
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Zitat von: korknadel
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Zitat von: Dolge
Auf Diskussionen, was im Rollenspiel realistisch ist und was nicht, sollte man sich nie unter gar keinen Umständen absolut gar überhaupt vollständig nicht einlassen.

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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #22 am: 29.06.2011 | 13:42 »
Dann natürlich wieder eine essentielle Frage: Ist "Malusse" wirklich deutsch? Heißt es nicht "Mali"?
Malusse hat sich als deutsche Pluralform durchgesetzt. Für einen alten Lateiner wie mich: Grauenhaft! Ist aber korrekt.

Solides, einsteigerfeundliches Rollenspiel in schöner Verpackung mit fraglicher Didaktik. Mentzer siegt 2:1.
Das kann sich doch sehen lassen. Besser stand DSA 1 seinerzeit auch nicht da.
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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #23 am: 29.06.2011 | 13:58 »
Das kann sich doch sehen lassen. Besser stand DSA 1 seinerzeit auch nicht da.

Mmmh, da guck ich heute abend mal rein und vergleichs. Ich bin mir da nicht so sicher. Aber ja, sehen lassen sich kann Aborea (zu dem Preis zumal) allemal.
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Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #24 am: 29.06.2011 | 16:17 »
Habe gerade angefangen, in das Marienburg-Quellenbuch für WFRP1st reinzulesen und bin schon mal ziemlich geplättet. Sehr hohe Informationsdichte, dabei aber sehr unterhaltsam geschrieben und mit häufigem Durchschimmern des typischen Warhammer-Humors. Alle wichtigen NSCs sind mit Werten versehen. Die Stadt wirkt sehr durchdacht und trotz aller Aberwitzigkeiten plausibel. Zwar finden sich keine Gebäudepläne in dem Buch, doch drängt sich mir der Eundruck auf, dass es sich dennoch um eines der gediegensten Stadt-Quellenbücher handelt, die ich jemals in Händen hielt. Und schon bei den Überblickskapiteln am Anfang springen einen die Ideen an. Bisher jedenfalls herrscht bei mir schöne Begeisterung.
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