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Autor Thema: Wie werde ich ein besserer Spieler?  (Gelesen 3233 mal)

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Offline Joerg.D

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Wie werde ich ein besserer Spieler?
« am: 16.09.2011 | 11:43 »
Es gibt ja einen Haufen Ratgeber zum guten Leiten und ähnlichen Themen. Ich bin gerade durch eine E-Mail zum Thema auf die Unterrepräsentation des Themas Spielen und wie man sich verbessern kann gekommen und werfe mal ein paar Gedanken dazu in den Raum.Das hier ist noch kein fertig geschliffener Beitrag oder fester Gedanke. Ich werde in den nächsten Wochen versuchen meine Gedanken zu dem Thema online zu stellen und anhand der Diskussion hier oder eigener Gedanken meiner Kollegen bei RSP-Blogs nach den "Spieler Wochen" ein Fazit ziehen und meine gesammelten Ideen nach den Diskussionen online stellen.

Zwei der wenigen Posts die ich zu dem Thema hatte sind Figuren und ihre Sicht aus den verschieden Stances, welche mir sehr am Herzen lag und die Verantwortung von Spielern für den Plot. Dennoch denke ich, dass dieses Thema unglaublich viel Potential bietet, weil man viele Probleme von der Spielerseite aus erheblich effektiver Regeln kann.

Ein Gedanke dazu ist mir beim Schreiben von Dramatik gekommen ich habe so etwas wie den Dramatik Gruppenvertrag entworfen, der bei den Korrekturlesern recht gut angekommen ist und den ich hier einfach mal reinkopiere:

   1.)
   Spieler und Spielleiter haben sich an die im Regelwerk festgelegten Regeln zu halten, solange nicht GEMEINSAM etwas anderes vereinbart wurde.

Ja, alle müssen sich an die Regeln halten, auch der SL.


    2.)
    Spieler und Spielleiter haben bei ihren Handlungen immer Wert darauf zu legen eine Handlung zu erzeugen, die     nach dem Spiel als gute Geschichte wahrgenommen werden kann.


Dieser Punkt ist zwar nicht nur auf den Spieler bezogen, aber es geht dabei immer um das Gleiche. Man muss seine Handlungen auch als Spieler immer überdenken. Es reicht für einen wirklich guten Spieler nicht aus einfach nur den Charakter zu spielen. Man muss immer einen Schritt weiter denken und dem SL Vorlagen liefern, die ihm Ansätze für gutes Leiten oder gute Geschichten bieten.

    3.)
    Sämtliche Handlungen im Spiel müssen sind immer fiktiv und müssen ohne moralische Wertung von allen Mitspielern angenommen werden.

Eine strikte Trennung vom Spiel und Privaten ist zwingend erforderlich. Man darf den anderen Spielern nichts verbieten, weil man es nicht mag. Wenn bestimmte Themen für einen als Spieler Tabu sind, dann sollte man sie dem SL und seinen Mitspielern vor dem Spiel oder der Kampagne mitteilen, nicht mitten im Spiel anfangen Forderungen oder Verbote aussprechen. Rollenspiel ist ein Gesellschaftsspiel und manchmal muss man seine eigenen Vorlieben dem Wohl der Gruppe unterordnen.

    4.)
    Jeder Spieler hat immer die Handlungen und Handlungsabsichten seiner Mitspieler zu respektieren.

Bei dieser Sache geht es um den Respekt vor seinem Mitspieler. Richtig ist es dessen  Ideen aufzugreifen und ihn zu unterstützen, falsch ihm aus Spaß an der Freud seine Ziele zu verbauen. Das bedeutet natürlich nicht, dass man bei Charakteren mit gegensätzlichen Zielen nicht schön aufeinander losgehen darf. Man sollte dem Mitspieler bloß Raum zum Atmen und ausspielen seines Charakters lassen, vielleicht in den Taten und Plänen eine Hintertür lassen um den Gegner seines Charakters nicht komplett zu verbrennen.

    5.)
    Man baut immer auf der Handlungen seiner Mitspieler auf.

Hört sich ähnlich an wie der Punkt 3 ist jedoch etwas anders gelagert, weil es hier um kooperatives Spiel geht. Durch gemeinsames Spiel und das übernehmen von Vorlagen anderer Spieler drückt man nicht nur seinen Respekt vor deren Leistung aus, man erschafft auch einen dichteren und logischeren Plot.

    6.)
    Man entwertet niemals ersichtliche Ziele oder Handlungsabsichten von Mitspielern.

Wird für viele das Gleiche sein wie unter 4 ist aber trotzdem so wichtig, dass man es noch einmal aufruft. Spieler die mitbekommen, das ein anderer Spieler ein Ziel hat und es torpedieren sind nun mal Arschlöcher. So ein Verhalten zeigt, dass man die Trennung von Spieler und Charakterwissen nicht umsetzt um seine niederen Gelüste zu befriedigen.

 

    7.)
    Vor dem Spiel festgelegte moralische oder andere Grenzen dürfen nicht überschritten werden

Grenzen sind bei allen Spielen einer Sache des Geschmacks und ich rate jeder Runde die Grenzen vor dem Spiel explizit abzusprechen um sie im Spiel nicht  zu verletzten. Solche Verletzungen oder auch nur Überschreitungen von Grenzen sorgen sehr schnell für viel böses Blut oder sinkenden Spielspaß. Natürlich kennt man bei gut eingespielten Gruppen in der Regel die Grenzen der Mitspieler, doch  Fragen kostet nichts und hilft meist viel.

 

    8.)

    Alle Spieler halten sich an die Regeln aus dem Buch und dem Gruppenvertrag. Regelbrüche oder auch simples Bescheißen können den Spielspaß der Runde schnell zerstören. Natürlich gibt es Runden in denen den Mitspielern so etwas egal ist, aber das ist dann im Gruppenvertrag festgeschrieben und damit geklärt.

Fällt Euch noch etwas ein?
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Offline Hundopus

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #1 am: 16.09.2011 | 11:47 »
Diskussionen um SL-Entscheidungen finden nicht während des Spiels statt, sondern in entspannter Atmosphäre nach dem Spiel. SL sind auch nur Menschen und können sich irren, aber während dem Spiel hat der flüssige Spielvorgang Vorrang.

(Sehen vielleicht einige Leute anders?)
« Letzte Änderung: 16.09.2011 | 13:51 von youth nabbed as sniper »

Offline Joerg.D

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #2 am: 16.09.2011 | 11:50 »
Achso, zur Erklärung warum ich den SL erwähne, der ist für mich auch ein Spieler.
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Offline Merlin Emrys

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #3 am: 16.09.2011 | 12:30 »
Naja, ich würde nicht mit jemand spielen wollen, der sich um's Zerplatzen an jene Regeln halten will. Aber ich kann gut damit leben, ein schlechter Spieler (und Spielleiter) zu sein und lieber mit anderen schlechten Spielern zu spielen... Naja, und trotzdem - mit welchem Recht wird hier eine Wertung in "besser" und "schlechter" vorgenommen?

Offline Joerg.D

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #4 am: 16.09.2011 | 12:45 »
Ich würde nicht mit jemanden spielen wollen, der sich nicht an die Regeln hält. Er zeigt mir und dem Rest der Gruppe damit deutlich, dass er unsere Wünsche bezüglich des Spiels nicht ernst nimmt. Das lässt mich folgern, dass er uns auch nicht ernst nimmt und besser mit Leuten spielen soll die so wie er sind.

Bessere Spieler im Sinne von sich mal Gedanken über das Hobby und das Spiel machen. Was man als Spieler machen kann um besser mit den anderen Spielern zu harmonieren.
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Offline Ludovico

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #5 am: 16.09.2011 | 12:57 »
Solche Regeln kann man aufstellen... muss man aber nicht und ich denke auch nicht, dass es mir Spaß macht, in einer Runde zu spielen, die nicht nur die Spielregeln, sondern auch noch solche Regeln zum Spielen aufstellt. Ich finde es wichtig, in einen Flow zu kommen und dabei stören Regeln. Zudem glaube ich nicht an "den besseren Spieler". Ich glaube nur daran, dass ein Spieler sich besser in eine Runde integrieren kann. Von daher sehe ich die oben genannten Regeln als rundenindividuell an.

Ich finde nur zwei Regeln wichtig:
1. Höre auf Deine Mitspieler - Also Feedback ernst nehmen. Allerdings gilt auch abzuwägen, was man annimmt und was nicht.
2. Wenn es nicht passt, dann steig aus - Wenn man merkt, dass man nicht in die Runde passt, dann ist es besser sie zu verlassen.

Der Rest ergibt sich von selbst.
« Letzte Änderung: 16.09.2011 | 13:00 von Ludovico »

Offline Sperber

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #6 am: 16.09.2011 | 13:02 »
Bessere Spieler im Sinne von sich mal Gedanken über das Hobby und das Spiel machen. Was man als Spieler machen kann um besser mit den anderen Spielern zu harmonieren.
Ich würde sagen: Was man als Spieler machen kann, um besser mit den eigenen Mitspielern zu harmonisieren.

Ich muss auch sagen, dass ein paar Punkte, übel bei aufstoßen, da ich so nicht spielen möchte. Ich verstehe durchaus was du beabsichtigst, aber es liest sich als Verhaltensregeln für die Sorte Spieler mit denen du am Liebsten spielen würdest. Das muss noch lange nicht auf andere Gruppen zutreffen und diese können auf völlig unterschiedliche Ergebnisse kommen.
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Offline korknadel

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #7 am: 16.09.2011 | 13:04 »
Ich würde nicht mit jemanden spielen wollen, der sich nicht an die Regeln hält. Er zeigt mir und dem Rest der Gruppe damit deutlich, dass er unsere Wünsche bezüglich des Spiels nicht ernst nimmt. Das lässt mich folgern, dass er uns auch nicht ernst nimmt und besser mit Leuten spielen soll die so wie er sind.

Bessere Spieler im Sinne von sich mal Gedanken über das Hobby und das Spiel machen. Was man als Spieler machen kann um besser mit den anderen Spielern zu harmonieren.

Arg! Wieso denn? Du sagst selbst, dass jemand "besser mit Leuten spielen soll, die so wie er sind." Mit diesen Leuten wird er dann schon harmonisieren, keine Sorge, also ist er genau so ein besserer Spieler, auch ohne Besserspieler-Zertifikat. Nur, weil er sich Gedanken machen soll, wie er mit Dir und Deiner Gruppe besser harmonisieren kann, heißt das doch noch lange nicht, dass er in der restlichen Rollenspiellandschaft ein schlechter Spieler ist.

Ansonsten Zustimmung zu Merlin Emrys und Ludovico.
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Offline Skele-Surtur

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #8 am: 16.09.2011 | 13:13 »
Man wird ein besonders guter Spieler, wenn man das Spiel nicht zu Tode theoretisiert und einfach macht. Und dabei immer locker bleiben. Case closed.
Doomstone ist die Einheit in der schlechte Rollenspiele gemessen werden.

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Offline Hundopus

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #9 am: 16.09.2011 | 13:17 »
Solche Regeln kann man aufstellen... muss man aber nicht und ich denke auch nicht, dass es mir Spaß macht, in einer Runde zu spielen, die nicht nur die Spielregeln, sondern auch noch solche Regeln zum Spielen aufstellt. Ich finde es wichtig, in einen Flow zu kommen und dabei stören Regeln.

Ich glaube, das ist eine weit verbreitete Haltung unter Rollenspielern in Deutschland, oder genauer gesagt: ein Bündel aus drei weit verbreiteten Haltungen:
a) Geringschätzung der Spielregeln
b) Geringschätzung der Absprachen
c) Glaube, das Regeln den Spielwelt"flow" stören

Das ist eine Haltung, die das Spielerische aus dem Rollenspiel gestrichen sehen will. Nach meiner Ansicht ist das ein (wenn auch nicht der einzige) Grund für ein Spielerverhalten, das in diesem Beitrag eines anderen Threads beschrieben wurde.

Offline korknadel

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #10 am: 16.09.2011 | 13:29 »
@youth:
Aber Ludovico hat nicht gesagt, dass man die eigentlichen Spielregeln (also die aus dem GRW) gerungschätzen soll:

Solche Regeln kann man aufstellen... muss man aber nicht und ich denke auch nicht, dass es mir Spaß macht, in einer Runde zu spielen, die nicht nur die Spielregeln, sondern auch noch solche Regeln zum Spielen aufstellt. Ich finde es wichtig, in einen Flow zu kommen und dabei stören Regeln. Zudem glaube ich nicht an "den besseren Spieler". Ich glaube nur daran, dass ein Spieler sich besser in eine Runde integrieren kann. Von daher sehe ich die oben genannten Regeln als rundenindividuell an.

Er meint lediglich die Regeln, die zusätzlich zu den Regeln im Regelbuch aufgestellt werden.

Mir kommt das Ganze auch wie Leistungssport vor. Und ich wäre in einer solchen Runde mit einem derart formulierten Anspruch nur noch damit beschäftigt, die gewünschte Leistung zu erbringen, und da würde kein Flow zustande kommen. Ich will spielen, arbeiten kann ich auch außerhalb meiner Freizeit.
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Offline Merlin Emrys

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #11 am: 16.09.2011 | 13:40 »
Ich würde nicht mit jemanden spielen wollen, der sich nicht an die Regeln hält.
Hmm... Ja. Ich meinerseits würde nicht mit jemandem spielen wollen, der die Regeln über die Personen stellt. Denn der
zeigt mir und dem Rest der Gruppe damit deutlich, dass er unsere Wünsche bezüglich des Spiels nicht ernst nimmt
- das nämlich ja ein Spiel sein soll.

Ich schätze Regeln - aber nicht als Verhaltensvorgaben zwischen Menschen, die sich vertrauen können. Regeln sind für den "offiziellen" Umgang miteinander, und Freundschaft bzw. Vertrautheit wird gerade daran erkennbar, daß man diese Regeln nicht mehr einhält, sondern sich persönlich öffnet und es wagt, sich verletzbar zu machen. Etwa Jacke und Krawatte abzulegen, das ist ein Zeichen davon, das "die Regeln" allmählich an Verbindlichkeit verlieren und durch Vertrautheit ersetzt werden: Man kennt sich so gut, daß man sich das jetzt erlauben kann. Und bei einem privaten Besuch bei lieben Freunden trägt man (soweit ich weiß, Ausnahmen bestätigten die Regel ;-) ) keinen Anzug mit Hemd und Krawatte, sondern bequeme Hosen und T-Shirt.
Die aufgestellten Regeln wären für mich für die ersten zwei, drei Spieltermine mit einer neuen Runde ok. Solange halt noch ein "Protokoll" notwendig ist, während man sich kennenlernt. Aber ich würde es nur als unangenehmes, unentbehrliches Hilfsmittel sehen, das so schnell wie möglich durch einen vertrauten Umgang miteinander ersetzt werden muß, damit man sich entspannt zurücklehnen und miteinander spielen kann.

Offline First Orko

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #12 am: 16.09.2011 | 13:42 »
Mir kommt das Ganze auch wie Leistungssport vor. Und ich wäre in einer solchen Runde mit einem derart formulierten Anspruch nur noch damit beschäftigt, die gewünschte Leistung zu erbringen, und da würde kein Flow zustande kommen. Ich will spielen, arbeiten kann ich auch außerhalb meiner Freizeit.

Es gibt Leute die joggen, und welche die trainieren für Marathon. Beide haben Spass an ihrer Sache, aber keiner an der des anderen. Das zu erkennen und daraus Konsequenzen zu ziehen ist sicher auch mit ein Teil, ein guter Spieler zu sein. Denn es impliziert, dass man sich nicht irgendwie verbiegt, nur um an der Runde teilzunehmen - zBsp weil man grad keine Ausweichrunde hat. Das schadet letztlich auch allen.

Ich empfinde das durchaus nicht unbedingt als Sport und die Regeln oben können durchaus dabei helfen, bestimmte Probleme in einer Runde zu erkenne. Ich habe schon in Runden gespielt, die aufgrund einer oder mehrerer Faktoren die oben genanntn wurden nicht so gut liefen - alle waren irgendwie unzufrieden aber man hat sich zusammengerafft, weil niemanden das Problem so wirklich bewusst war.

Manchmal liegts ja auch mit an einem selbst und da hilft es, eine Anleitung zu haben, um sich einschätzen zu können.
« Letzte Änderung: 16.09.2011 | 13:50 von Orko »
It's repetitive.
And redundant.

Same world. Different planet.

Offline Hundopus

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #13 am: 16.09.2011 | 13:44 »
@korknadel

Kannst Recht haben. Ich habe diesen Satz:

Ich finde es wichtig, in einen Flow zu kommen und dabei stören Regeln.

so interpretiert, als wären damit alle Regeln (Spielregeln und Gruppenregeln) gemeint. Wenn ich mich täusche, dann sorry Ludovico, für das Missverständnis und die schroffe Reaktion.

Mir kommt das Ganze auch wie Leistungssport vor. Und ich wäre in einer solchen Runde mit einem derart formulierten Anspruch nur noch damit beschäftigt, die gewünschte Leistung zu erbringen, und da würde kein Flow zustande kommen. Ich will spielen, arbeiten kann ich auch außerhalb meiner Freizeit.

Hm, ja, das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich finde es - gerade wenn ich länger als eine Runde leite - sehr stressreduzierend, wenn nicht nur die maßgeblichen Spielweltfakten (Ort der Abenteuer, Mindestanforderungen an SCs usw.) vorher abgeklärt sind, sondern man sich auch über die Vorgehensweisen/Spielvorlieben einig ist einen Kompromiss gefunden hat.
« Letzte Änderung: 16.09.2011 | 13:46 von youth nabbed as sniper »

Offline ArneBab

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #14 am: 16.09.2011 | 13:52 »
Das sind irgendwie viele NICHT’s und wenige „das ist cool!“.

Ein verhältnis cool vs. donot von 5/1 wäre irgendwie schöner, schließlicht heißt der Titel „wie werde ich ein besserer Spieler“ und nicht „wie bin ich kein schlechter Spieler“.
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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #15 am: 16.09.2011 | 13:54 »
Mir kommt das Ganze auch wie Leistungssport vor. Und ich wäre in einer solchen Runde mit einem derart formulierten Anspruch nur noch damit beschäftigt, die gewünschte Leistung zu erbringen, und da würde kein Flow zustande kommen. Ich will spielen, arbeiten kann ich auch außerhalb meiner Freizeit.

Naja, ich sehe das Spiel, das ich leite, auch durchaus unter Leistungsaspekten. Trotzdem finde ich das hier zweifelhaft und überhaupt nicht förderlich. Daß prinzipiell ein Abgleich hinsichtlich der Ansprüche und Erwartungen stattfinden muß, steht außer Zweifel. Das Ganze dann aber in Verordnungsform zu paragraphieren ist mMn schädlicher Unsinn. Das hat was von Anwesenheitspflicht bei Schülerzeitungen.

Falls das wirklich so wörtlich gemeint ist im OP wie es da steht, stellt sich mir die Frage, wie man derlei implementiert, ohne komplett als analfixierter Idiot dazustehen. Wird da ein Bluteid geleistet mir der rechten Hand auf Gutes Spielleiten? Und wenn ein Spieler tatsächlich mal ganz klammheimlich einen egoistischen Plan verfolgt, ohne "Wert darauf zu legen eine Handlung zu erzeugen, die nach dem Spiel als gute Geschichte wahrgenommen werden kann", was dann? Wird sein W20 von einem Femegericht zerbrochen, er selbst in die Wildnis geschickt, um dort darbend bis an Ende seiner Tage immer und immer wieder Sylvanas Befreiung zu spielen?

Verordnungen sind ja schön und gut (oder auch nicht, wie hier), aber sie stehen und fallen mit ihrer Durchsetzbarkeit.

EDIT/ Falls es aber nur darum geht, den Prozeß der Angleichung der Erwartungen innerhalb einer Runde zu systematisieren, will ich nix gesagt haben. Das wird für jede Runde zwar anders aussehen, aber eine Checkliste ist da nützlich.
« Letzte Änderung: 16.09.2011 | 14:03 von Hróðvitnir »
I'm not nice. I'm on medication.

Butt-Kicker 75% / Tactician 75% / Method Actor 67% / Specialist 67% / Power Gamer 67% / Storyteller 58% / Casual 0% (Schubladen)

Zitat von: korknadel
Rollenspiele sollen bei Dir im besten Fall eine gewisse Schwermut, Resignation und Melancholie hervorrufen.

Zitat von: Dolge
Auf Diskussionen, was im Rollenspiel realistisch ist und was nicht, sollte man sich nie unter gar keinen Umständen absolut gar überhaupt vollständig nicht einlassen.

Offline Luxferre

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #16 am: 16.09.2011 | 13:59 »
Was das eigene Spielverhalten sicherlich verbessert wäre meiner Ansicht nach folgende Dinge:

- Charaktere (und deren Themen/Ausrichtungen) wechseln, verschiede Rollen spielen
- Spielleiter wechseln, sich auf neue Situationen und Leitstile einschiessen
- Gruppe wechseln, sie einen Punkt höher, dazu auf neue Spieler einstellen
- Spielwelten, Settings und Themen variieren, Anpassung ist hier das Zauberwort
- abgucken, abkupfern, inspirieren lassen
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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #17 am: 16.09.2011 | 14:00 »
Sind Punkt 1 und Punkt 8 der "Regeln" im Eingangspost nicht irgendwie identisch?
Regel 2 weiß ich nicht wirklich, was gemeint ist. Ich kenne keine Spieler, die ihren Charakter überzeugend verkörpern und keine Vorlagen für den SL bieten. Insofern weiß ich nicht, worauf diese Regel abzielt.
« Letzte Änderung: 16.09.2011 | 14:02 von Surtur »
Doomstone ist die Einheit in der schlechte Rollenspiele gemessen werden.

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Offline Ludovico

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #18 am: 16.09.2011 | 14:01 »
@korknadel

Kannst Recht haben. Ich habe diesen Satz:

so interpretiert, als wären damit alle Regeln (Spielregeln und Gruppenregeln) gemeint. Wenn ich mich täusche, dann sorry Ludovico, für das Missverständnis und die schroffe Reaktion.

Ich kenne das Problem. Ich überlese auch gerne mal diverse Sachen.

Zitat
Hm, ja, das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich finde es - gerade wenn ich länger als eine Runde leite - sehr stressreduzierend, wenn nicht nur die maßgeblichen Spielweltfakten (Ort der Abenteuer, Mindestanforderungen an SCs usw.) vorher abgeklärt sind, sondern man sich auch über die Vorgehensweisen/Spielvorlieben einig ist einen Kompromiss gefunden hat.

Das renkt sich imho selber ein. Menschen sind soziale Wesen und passen sich einander an.

Offline Luxferre

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #19 am: 16.09.2011 | 14:03 »
Ich finde außerdem, dass ich die Frage ganz anders verstehe, als sie impliziert war ;)

Es sollte eher heißen: wie werde ich ein für die Gruppe besser passender Spieler?
Ich bin eher auf die Fertigkeit des Spielens aingegangen... naja, dafür gibts halt nen Keks!
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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #20 am: 16.09.2011 | 14:12 »
Was das eigene Spielverhalten sicherlich verbessert wäre meiner Ansicht nach folgende Dinge:

- Charaktere (und deren Themen/Ausrichtungen) wechseln, verschiede Rollen spielen
- Spielleiter wechseln, sich auf neue Situationen und Leitstile einschiessen
- Gruppe wechseln, sie einen Punkt höher, dazu auf neue Spieler einstellen
- Spielwelten, Settings und Themen variieren, Anpassung ist hier das Zauberwort
- abgucken, abkupfern, inspirieren lassen

Gute Punkte. Da würde ich gerne noch ergänzen: Hin und wieder die Rollen tauschen und selbst spielen bzw. selbst leiten, damit man nicht betriebsblind wird. (Könnte ein Unterpunkt von Punkt 2 sein, SLs wechseln.)

Offline Joerg.D

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #21 am: 16.09.2011 | 14:25 »
Sind Punkt 1 und Punkt 8 der "Regeln" im Eingangspost nicht irgendwie identisch?
Regel 2 weiß ich nicht wirklich, was gemeint ist. Ich kenne keine Spieler, die ihren Charakter überzeugend verkörpern und keine Vorlagen für den SL bieten. Insofern weiß ich nicht, worauf diese Regel abzielt.

Sind sie.

Sie wurden aus rhetorischen Gründen gedoppelt.
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Offline korknadel

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #22 am: 16.09.2011 | 14:26 »
Wird da ein Bluteid geleistet mir der rechten Hand auf Gutes Spielleiten?

Ich hatte in einem ähnlich gelagerten Thread ja auch schon mal vorgeschlagen, was sich mit da als beinahe einzige Lösung aufdrängt, nämlich eine Art Aufnahmeprüfung. Zumindest Regelfestigkeit könnte man da abfragen und garantieren. Viele der anderen genannten Punkte müsste man bei einem "Probespiel" oder "Vorsingen" abklopfen.

Bei den meisten dieser Regeln denke ich halt: Jau, ist schön, wenn das einer macht und die anderen das auch wollen, und alle an einem Strang ziehen. Aber wenn das nicht der Fall ist und der Spielspaß tatsächlich drunter leidet, ja mei, dann ist es halt so, und dann müssen sich Spielgruppen eben in einer anderen Kombination zusammenfinden. Aber das alles so zu formulieren, dass man "muss" und "zu tun hat" und dass es "zwingend" ist ...  :o
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Offline Bad Horse 8

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #23 am: 16.09.2011 | 14:29 »
Mich stören bei der Liste eigentlich zwei Sachen:
Zitat
2.)
    Spieler und Spielleiter haben bei ihren Handlungen immer Wert darauf zu legen eine Handlung zu erzeugen, die     nach dem Spiel als gute Geschichte wahrgenommen werden kann.
Da gibts haufenweise Leute, die das anders sehen - siehe die einschlägigen Realismus bzw. Plausibiliät vs. Story-Diskussionen. Ich überlege als Spieler oder SL zwar meistens, was jetzt passend oder cool wäre, aber mir ist es wichtiger, dass das Spiel jetzt Spaß macht und flüssig läuft, als die Geschichte, die hinterher rauskommt.

 
Zitat
Wenn bestimmte Themen für einen als Spieler Tabu sind, dann sollte man sie dem SL und seinen Mitspielern vor dem Spiel oder der Kampagne mitteilen, nicht mitten im Spiel anfangen Forderungen oder Verbote aussprechen.
Bitte? Ich glaube nicht, dass irgendwer seinem SL und den Mitspielern vor der Runde eine Liste mit Tabu-Themen überreicht, und selbst wenn - wenn einem Mitspieler durch das Spiel akutes Unbehagen entsteht, dann sollte er das sagen dürfen!

  Den Rest kann man vermutlich auf "Respektiert eure Mitspieler" zusammendampfen. Das ist nun ein guter Tipp, zwar nicht allzu neu, aber kann man ja nicht oft genug sagen.  :)

Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.

Korrekter Imperativ bei starken Verben: Lies! Nimm! Gib! Tritt! Stirb!

Ein Pao ist eine nachbarschaftsgroße Arztdose, die explodiert, wenn man darauf tanzt. Und: Hast du einen Kraftsnack rückwärts geraucht?

Offline Joerg.D

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Re: Wie werde ich ein besserer Spieler?
« Antwort #24 am: 16.09.2011 | 14:40 »
Ich denke man sollte sich über die Themen die man im Rollenspiel nicht anschneiden will Gedanken machen und es dem SL mitteilen.

Wenn ich sage ich spiele eine Runde im Stricherbezirk von Hamburg, dann sollte der Spieler zum Beispiel bekannt geben, dass xyz für ihn zu viel ist. Wenn einem diese Themen nicht passen, kann man ja einfach den Platz für einen anderen Spieler frei machen.

Ich hatte zum Beispiel mal eine Runde in der die Spieler römische Truppe gespielt haben die mit der Jagd auf Joseph und Maria beauftragt waren und mitten im Spiel fängt ein Spieler an sich darüber aufzuregen, das wir doch nicht ernsthaft versuchen könnten Gottes Kind auf Erden zu töten.

Oder eine Mitspielerin, die sich aufgeregt hat, dass bei einem Abenteuer im Kinderporno Umfeld tatsächlich ein missbrauchtes Kind vernommen wurde.

Zudem sind die Regeln aus einem Spiel das sehr Erzählonkel ist. Ihr könnt immer bessere Vorschläge machen....
Wer schweigt stimmt nicht immer zu.
Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren.