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Eskapismus-Debatte und der Stand von Fantasy in Deutschland

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Kowalski:

--- Zitat von: Chiarina am 26.11.2016 | 16:38 ---Zumindest in Hessen ist das Problem, dass Deutschlehrer gegenwärtig ÜBERHAUPT NICHTS aussuchen dürfen. Das Kultusministerium schreibt zu 90% vor, was im Unterricht an Werken zu lesen ist. Das ist zwar ganz praktisch, wenn es darum geht Aufgaben für´s Landesabitur zu erstellen, was das aber für die Motivation eines engagierten Deutschlehrers bedeutet, wenn er im 17. Jahr in Folge immer und immer wieder Goethes Faust behandeln muss, dürfte aber auch klar sein.

--- Ende Zitat ---

Mein Problem ist eher der Zwang ein bestimmtes Buch lesen zu müssen. Damit stellen sich bei mir schon aus Prinzip die Haare auf und die Unlust stellt sich ein.
Wobei, "Schimmelreiter", "Der zerbrochene Krug", "Katz und Maus" und "Die neuen Leiden des jungen W." habe ich sogar gemocht. "Die Verwandlung" und "Felix Krull" sowie die "Blechtrommel" dann wieder nicht. Mehr blieb nicht hängen.

Kowalski:
Klar, immerhin durfte ich auch mal in der Mittelstufe Heinleins "Weltraumkadetten" vorstellen.

Crimson King:
Wir durften üblicherweise aus einer Reihe von Büchern zum entsprechenden Thema per Abstimmung eins auswählen. Das hilft einem beim Realismus natürlich nicht weiter. ;) Ein weiteres Problem ist, dass man sich üblicherweise durch die deutsche Literaturgeschichte arbeitet, die Moderne dabei aber reichlich kurz kam und viele Klassiker für Jugendliche ziemlich altbacken wirken. Trotzdem, das eine oder andere Werk fand ich auch interessant, Nathan der Weise, Die Räuber von Schiller, Büchners Danton's Tod, Kafka und Dürrenmatts Physiker.

Im Deutsch-Leistungskurs gab es aber wohl einiges an Pflichtlektüre, und in Englisch kam die Auswahl auch von oben.

Alex:

--- Zitat von: Kowalski am 27.11.2016 | 02:26 ---Klar, immerhin durfte ich auch mal in der Mittelstufe Heinleins "Weltraumkadetten" vorstellen.

--- Ende Zitat ---
Finde ich super ...

Ich hatte jetzt schon drei Mal den Fall, dass eine Schülerin eines meiner Bücher im Unterricht vorstellen wollte/durfte (ich weiß das, weil sie mich immer angeschrieben und mehr Interna wollten).
Wenn man bedenkt, dass diese reine Unterhaltungsliteratur-Krimis sind, besteht noch Hoffnung für den Deutsch-Unterricht der Zukunft, dass man da ein wenig lockerer wird. :)
Zu meiner Zeit hätten mich meine Deutsch-Lehrer der Schule verwiesen, wenn ich mit sowas angekommen wäre.

Luxferre:

--- Zitat von: Daheon am 22.11.2016 | 15:04 ---Also ich bin lieber Eskapist als Alkoholiker.

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: Daheon am 22.11.2016 | 15:48 ---Denn das ist der Fehler, den Kritiker wie der SPON-Autor so gerne machen, weil sie bei ihrer geisteswissenschaftlichen Ausbildung ihre Mengenlehre vernachlässigt haben. Es ist durchaus möglich, Fantasy zu lesen und sich trotzdem für die sog. Scheißwirklichkeit zu interessieren. Schnittmengen und so...

--- Ende Zitat ---

Zweimal fettes +1  :d



--- Zitat von: Crimson King am 27.11.2016 | 08:55 ---Wir durften üblicherweise aus einer Reihe von Büchern zum entsprechenden Thema per Abstimmung eins auswählen. Das hilft einem beim Realismus natürlich nicht weiter. ;) Ein weiteres Problem ist, dass man sich üblicherweise durch die deutsche Literaturgeschichte arbeitet, die Moderne dabei aber reichlich kurz kam und viele Klassiker für Jugendliche ziemlich altbacken wirken. Trotzdem, das eine oder andere Werk fand ich auch interessant, Nathan der Weise, Die Räuber von Schiller, Büchners Danton's Tod, Kafka und Dürrenmatts Physiker.

Im Deutsch-Leistungskurs gab es aber wohl einiges an Pflichtlektüre, und in Englisch kam die Auswahl auch von oben.

--- Ende Zitat ---

Wir haben in Deutsch erst "Die Wahlverwandtschaften" und direkt im Anschluss "Effi Briest" gelesen. Ich kam mir etwas verarscht vor.
Die davor unterrichtende Deutschlehrerin, die etwas "speziell" war, aber einen guten Lehrauftrag verstandf, hatte mit "Das Parfüm", "Schlafes Bruder", "Nathan der Weise" und einiges von Kafka besprochen. Das war VOR Effi und den Wahlverwandten.
Einen stringenten Plan habe ich da nicht entdecken können und war entsprechend frustriert.
Also habe ich mir beim zweiteren Lehrer nur noch die Sekundarliteratur besorgt und schnell gemerkt, dass er seinen Unterricht darauf aufbaute. Easy-peasy 2+ und fertig. Keine einzige Seite im Roman gelesen.
DAS ist, was ich in der späteren Oberstufe gelernt habe. Und ich hatte mehr Zeit für Rollenspiel  >;D :d

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