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Eskapismus-Debatte und der Stand von Fantasy in Deutschland
Huhn:
--- Zitat von: Rumpel am 22.11.2016 | 10:43 ---Und ich vermute mal stark, dass du, wenn du in eine SF/Fantasy-Buchhandlung kommst und auf der Suche nach innovativem Zeug bist, sowieso quer durch alle Auslagen schauen wirst, ohne groß auf die Genre-Überschriften über den Regalen zu achten.
--- Ende Zitat ---
Ich hab von ner ganz normalen Buchhandlung gesprochen - eine mit dem genannten Schwerpunkt gibt es in Leipzig leider nicht. Aber ja, ich hab auch immer etwas halbherzig übers SciFi-Regal geschaut - seh dann da lauter Buchrücken mit Raumschiffen und Galaxien und verlier das Interesse.
Tatsächlich ists so, dass ich in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht habe, dass mir SciFi nur bedingt liegt. Ich kann gar nicht so genau ausmachen, woran das liegt - aber auf SciFi muss ich schon echt Bock haben (oder wirklich nix anderes zu lesen), sonst bleibts sofort halbgelesen liegen. Mag vielleicht auch daran liegen, dass ich an die falschen Bücher geraten bin, wer weiß. Ging mir jedenfalls mit Asimov, Heinlein, Lem, LeGuin, Dick und gerade aktuell mit dem Autor von Red Mars (Name vergessen) so - hab entweder enorm lange für die Bücher gebraucht oder sie nie zuende gelesen (und dabei würd ich so gern wissen, wie die Kyberiade nun ausging). Und abseits vom Buchbereich mit Battlestar Galactica. Es ist also nicht so, als hätt ichs nicht versucht. Entsprechend hab ich aber eben auch nur sehr selten im SciFi-Regal nach irgendwas gesucht, weil ich da einfach wenig für mich vermutet habe. Das werd ich jetzt mal wieder ändern. :)
Achamanian:
--- Zitat von: Huhn am 22.11.2016 | 10:57 ---Ich hab von ner ganz normalen Buchhandlung gesprochen - eine mit dem genannten Schwerpunkt gibt es in Leipzig leider nicht. Aber ja, ich hab auch immer etwas halbherzig übers SciFi-Regal geschaut - seh dann da lauter Buchrücken mit Raumschiffen und Galaxien und verlier das Interesse.
Tatsächlich ists so, dass ich in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht habe, dass mir SciFi nur bedingt liegt. Ich kann gar nicht so genau ausmachen, woran das liegt - aber auf SciFi muss ich schon echt Bock haben (oder wirklich nix anderes zu lesen), sonst bleibts sofort halbgelesen liegen. Mag vielleicht auch daran liegen, dass ich an die falschen Bücher geraten bin, wer weiß. Ging mir jedenfalls mit Asimov, Heinlein, Lem, LeGuin, Dick und gerade aktuell mit dem Autor von Red Mars (Name vergessen) so - hab entweder enorm lange für die Bücher gebraucht oder sie nie zuende gelesen (und dabei würd ich so gern wissen, wie die Kyberiade nun ausging). Und abseits vom Buchbereich mit Battlestar Galactica. Es ist also nicht so, als hätt ichs nicht versucht. Entsprechend hab ich aber eben auch nur sehr selten im SciFi-Regal nach irgendwas gesucht, weil ich da einfach wenig für mich vermutet habe. Das werd ich jetzt mal wieder ändern. :)
--- Ende Zitat ---
Okay, wir sind da natürlich auch ein Sonderfall ... gerade in einer "normalen" Buchhandlung geht im phantastischen Bereich doch eh oft alles kreuz und quer durcheinander, da würde ich mich immer bei SF&Fantasy umschauen (falls es dafür dann überhaupt getrennte Bereiche gibt) - und beim Jugendbuch.
Die von dir genannten Autoren sind natürlich alle auch sehr "klassische" SF (der Name, der dir fehlt, lautet übrigens Kim Stanley Robinson), aber ich denke, in den meisten SF-Regalen findet sich daneben auch Kram, der weiter ins "Phantastische" hineinreicht - die genannte Southern-Reach-Trilogie von VanderMeer z.B., oder die seltsameren Sachen von J.G. Ballard.
Huhn:
Bei den Jugendbüchern in der Stadtbibliothek bin ich Stammgast. Da ists eh viel schöner als in der öden Erwachsenenabteilung. *Hühnchen*
Was ich mir aus diesem formidablen Diskussionsthread mitnehme, ist, dass ich nächstes Jahr wirklich wieder mehr Lesen will. Jetzt hab ich so viele tolle neue Bücher empfohlen bekommen, da muss ich jetzt durch. ;D
Crimson King:
--- Zitat von: Huhn am 22.11.2016 | 10:28 ---Und in die "Ich würd so gern innovative Fantasy lesen, die mich mal wieder so richtig flasht". Und die stehen dann hilflos vorm Fantasy-Regal und röcheln leise ob des immerselben Mülls, der sich da stapelt.
--- Ende Zitat ---
Das in etwa passiert mir, wenn ich im 08/15-Buchladen vorm Fantasy-Regal stehe. Was zugegebenermaßen nur selten vorkommt. Ich bin letzten Endes dazu übergegangen, gezielt nach unkonventioneller Fantasy zu suchen, was letzten Endes über Bestellungen im Buchladen um die Ecke bzw. auf Amazon oder Stöbern in Buchantiquariaten läuft.
--- Zitat von: Huhn am 22.11.2016 | 10:57 ---Ich hab von ner ganz normalen Buchhandlung gesprochen - eine mit dem genannten Schwerpunkt gibt es in Leipzig leider nicht. Aber ja, ich hab auch immer etwas halbherzig übers SciFi-Regal geschaut - seh dann da lauter Buchrücken mit Raumschiffen und Galaxien und verlier das Interesse.
--- Ende Zitat ---
Ich habe Miéville mal im Thalia unter SF gefunden. Inzwischen finde ich den im normalen Buchhandel überhaupt nicht mehr. Damals wurden auch andere schrägere Fantasy-Crossover-Autoren im Mainstream verkauft, Moorcock z.B. Nach meiner Wahrnehmung steht in den Kettenbuchläden oder den Bahnhofsläden inzwischen auch unter SF nur der ewiggleiche Schrott. Und das 90% der veröffentlichten Fiktion Mist ist, unterschreibe ich in jedem Fall.
El God:
--- Zitat von: ErikErikson am 22.11.2016 | 00:22 ---Wenn man nun zu Hochliteratur kommt merkt man schnell ,das ist alles altes Zeug. Fantasy gibts aber noch nicht so lang. Goethes Faust, Poes Stories oder Dunsaney kann man aber problemlos als Fantasy oder Fantasyvorgänger betrachten, damit hat man dann mehr als genug Hochliteratur in dem Genre. Wenn man dazu noch die ganzen Mythen nimmt, Gilgamesch, Ilias usw. dann ist Fantasy Hochliteratur pur.
IMO wird hier der Fehler gemacht zu übersehen, das der ganze Liebesroman Sektor, die Kochbücher, die Humorecke, die Western, Seefahrts und Kriegsromane-also das was neben dem Fantasyregal steht, auch als Schund betrachtet wird.
Als literarisch wertvoll wird nur relativ wenig betrachtet, damit füllt man in einem üblichen Buchgeschäft keinen Korb.
--- Ende Zitat ---
Mainstream und Massenphänomene in der Literatur waren aber noch nie von Qualität geprägt. Pulp und ganz simpel: Schrott sind in der Masse der Neuerscheinungen neben einigen wenigen "Leuchttürmen" dominant. Ich weiß nicht, wie viele "Virus"-Thriller oder "Gerichtsmediziner"-Romane oder "Skandinavier"-Krimis ich schon beiseite gelegt habe. Schema F ist allgegenwärtig, nicht nur in der Fantasy. Damit bin ich wieder bei Sturgeons Gesetz: 90% of fiction is crap. Oder besser gesagt: 90% of everything is crap. Den ganz offensichtlichen Mist kann man nun wirklich beiseitewischen. Aber da bleibt noch genug übrig - auch in der (Jugend)Fantasy - um kreativ, innovativ und mitunter auch literarisch wertvoll zu sein. Das Problem ist nur, dass es, um das herauszufiltern, Spezialbuchhandlungen mit Liebhabern braucht, weil sich die Literaturkritik dem Thema komplett verweigert.
Edit: Huch, jetzt wird ja wild gepostet. Widme mich dem Rest in weiteren Beiträgen.
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