Medien & Phantastik > Lesen
Eskapismus-Debatte und der Stand von Fantasy in Deutschland
Kardinal:
--- Zitat von: Daheon am 22.11.2016 | 15:04 ---Also ich bin lieber Eskapist als Alkoholiker.
--- Ende Zitat ---
...oder man ist einfach beides. >;D
Daheon:
Genau! >;D
Denn das ist der Fehler, den Kritiker wie der SPON-Autor so gerne machen, weil sie bei ihrer geisteswissenschaftlichen Ausbildung ihre Mengenlehre vernachlässigt haben. Es ist durchaus möglich, Fantasy zu lesen und sich trotzdem für die sog. Scheißwirklichkeit zu interessieren. Schnittmengen und so...
El God:
Tja, und nun? Mehr Fantasy abseits bequemer Wege lesen, unbekannte Autoren bekannter machen und sich den Kritikern durch überragende Qualität und kreative Inhalte aufdrängen?
Crimson King:
Alternativ kann es einem auch einfach egal sein, was arrogante aufgeblasene Literaturkritiker so denken. Wobei das erstaunlicherweise ein sehr deutsches Phänomen ist. Fantasy und Unterhaltungsliteratur ist im Ausland wesentlich anerkannter.
Rhylthar:
Als erstes gibt mir dieser Thread mal die Chance, meinen Eltern aufrecht dafür zu danken, dass sie mich zum Lesen animiert haben. Auch wenn meine Mutter mittlerweile behauptet, ich würde nur "Schund" lesen (als ob ihre Sachen besser wären ~;D), sind sie damals auf meine Wünsche eingegangen und haben mir eben nicht nur Bücher geschenkt, die sie für "anspruchsvoll" hielten. Ob "Die unendliche Geschichte", "Der kleine Hobbit" oder "Jonathan Jabbok", alles gab es irgendwann mal.
Wenn ich hinter mich schaue, steht ausser Poe wahrscheinlich dort kein einziges Buch, was als Weltliteratur durchgeht. 99 % sind einfachste Belletristik und das wohl bei knapp 1500 Büchern. Und vieles davon auch das, was als "Schund" durchgeht (Forgotten Realms, Dragonlance, Shadowrun, etc.). Aber ich hatte nie die Absicht (und habe es heute noch nicht), mit Lesen irgendeinen Anspruch zu erfüllen. Ich will einfach nur unterhalten werden bei einem Hobby, das für mich zu den wichtigsten zählt.
Das führt mich dazu, als Lehrer zu sagen: Vollkommen egal, ob ein Buch Schund ist, Hauptsache die jungen Leute lesen. Wenn es dann noch Fantasy ist, um so besser.
Ich habe weder "Twilight", noch "Harry Potter" gelesen, auch "Game of Thrones/Song of Ice and Fire" ist nichts für mich. Aber ich freue mich, wenn ich SuS (da ist es wieder) mal mit einem Buch statt mit einem Smartphone in der Hand sehe. Und wenn es dann halt eine "Shades of Grey"-Epidemie ist...dann ist das halt so.
Ich werde in großen Buchhandlungen übrigens immer gut bedient, was die Auswahl an Fantasy angeht. Liegt wohl aber daran, dass ich immer bei den englischen Büchern schaue. Die Mayersche Buchhandlung in Bochum z. B. ist da eine große Gefahrenquelle für meinen Geldbeutel.
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