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Ist Arrival sehenswert?

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Sashael:

--- Zitat von: alexandro am 12.12.2016 | 20:01 ---@Issi:

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Es ist trotzdem eine Entscheidung. Natürlich gibt es eine offensichtlich bessere Entscheidung, und wenn man das Gesamtbild gesehen hat wählt man natürlich die (warum sollte man auch nicht?), aber daraus eine fehlende Entscheidungsfreiheit zu konstruieren halte ich schon für eine ziemlich steile Behauptung. Es ist ja eben kein vorgesehener Pfad, sondern einen die sie sich selbst (wenn auch mit Kenntnis der Zukunft) erschließt.
--- Ende Zitat ---
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Seh ich überhaupt nicht so. Es gibt keine Entscheidung mehr, nur noch das Nachspielen der "bekannten" Zukunft. Denn selbst wenn diese Zukunft leicht vermeidbare Katastrophen bereithält, wird stur weitergegangen. Würden die Aliens wissen, dass sie im nächsten Sonnensystem von einem Asteroiden getroffen und vernichtet werden, würden sie trotzdem nicht ein anderes auswählen oder den Kurs ändern. Da ist nix mit Entscheidung, da wird nur noch ein prädeterminiertes Ereignisprogramm abgespult. Wie ein Theaterstück. Da hat der Schauspieler in der Story auch keine Entscheidungsgewalt, die wurde ihm im Vorfeld vom Autor weggenommen.

Bad Horse:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Wo nehmt ihr das her, dass die Figur nur Motiv oder Schauspieler ist? Warum kann sie nicht auch Regisseur oder Maler sein?

Kann es nicht sein, dass es genau das heißt, unabhängig von der Zeit zu sein?

alexandro:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Aber woraus folgt die bekannte Zukunft denn? Sie kann nicht aus der Vergangenheit folgen, denn dann wäre ja irgendwo eine Entscheidung der Protagonistin im Spiel (ansonsten gäbe es diese Zukunft ja nicht). Wenn sie aus einem Nachspielen der Vision erfolgt, dann stellt sich die Frage wo die Vision herkommt und warum diese nicht auf der Entscheidung der Protagonistin beruht. Folgt man diesem Ansatz, hat man schnell das "Huhn-Ei-Problem", welches sich schlicht nicht stellt, wenn man von der Simultanität der Entscheidungen ausgeht.

Sashael:

--- Zitat von: alexandro am 12.12.2016 | 21:33 --- (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Aber woraus folgt die bekannte Zukunft denn? Sie kann nicht aus der Vergangenheit folgen, denn dann wäre ja irgendwo eine Entscheidung der Protagonistin im Spiel (ansonsten gäbe es diese Zukunft ja nicht). Wenn sie aus einem Nachspielen der Vision erfolgt, dann stellt sich die Frage wo die Vision herkommt und warum diese nicht auf der Entscheidung der Protagonistin beruht. Folgt man diesem Ansatz, hat man schnell das "Huhn-Ei-Problem", welches sich schlicht nicht stellt, wenn man von der Simultanität der Entscheidungen ausgeht.
--- Ende Zitat ---
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Das ist glaub ich ein falscher Denkansatz für das Problem. Es geht eben nicht um Entscheidungen, sondern um Prädeterminismus. Da gibt es auch keine Vision, sondern nur das Erkennen des "Plots". Alles ist so und alles wird so passieren und deshalb verhalten sich die "Wissenden" auch genau so und nur so, weil es ja so passiert und wenn es nicht so passieren würde, könnte man sich ja gar nicht so daran erinnern.
Absoluter und totaler Zwang bis zum Tod. Und aus irgendwelchen nicht nachvollziehbaren Gründen machen das die Teilnehmer auch genau so mit. Bis zum Tod.

Was daran so (ver)stört, ist die Spiderman-Prämisse: Aus großer Macht erfolgt große Verantwortung. Wer weiß, dass etwas so und so geschehen wird, hätte die Macht, es zu ändern. Zum Beispiel, um Leben zu retten. Dass das nicht getan wird (auf jeden Fall im Buch, wie es im Film genau ist, wisst ihr besser), die Verantwortung ganz einfach abgelehnt wird, macht es nahezu unerträglich. Es widerspricht dem Aspekt der menschlichen Natur, das eigene Überleben und das der eigenen Nachkommen zu sichern. Jedes Lebewesen versucht, sich und seine Art zu erhalten. Ein Lebewesen, dass wissend in den eigenen Untergang geht oder seine Nahestehenden gehen lässt, macht aus diesem Standpunkt heraus keinen Sinn. Um mal das Beispiel aus dem Buch aufzugreifen: Würde ich meine Tochter zu Tode kommen lassen? Bei einem total banalen und vermeidbaren Kletterunfall? NO WAY! NEVER! Die Linguistin macht das. Wenn man das ausweitet, ist das halt die totale Negation des Konzeptes "Freier Wille". Keine Entscheidungen mehr, nur noch das Abhandeln des vorbestimmten Ablaufs. Schlimmer als jede Marionette.

Wandler:
Ah interessant.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Der Film ist offensichtlich besser, denn er wählt eine ganz andere Todesursache die nicht unbedingt vermeidbar ist. Außerdem wird hier in meinen Augen viel zu viel reininterpretiert in den Film. Also das kann man schon machen, macht ja auch Spaß, aber vieles von dem was hier argumentiert wird wurde ja nicht gezeigt. Könnte so sein, könnte aber auch anders sein. Könnte auch total konfus sein. Könnte einfach sein, weil es beim Schnitt am Ende gut aussah.

Prädeterminismus ist nicht veränderbar. Du kannst keine Entscheidung treffen, denn auch dein abweichen "vom Plan" und das Abweichen vom Abweichen vom Abweichen vom Abweichen... sind einkalkuliert. Das transportiert der Film für mich aber in keinster Weise. Die Botschaft soll für mich schon klar sein, dass sie bewusst sich dafür entschieden hat, obwohl sie es weiß. Ein Nachspielen der Vision kann auch geschehen aus der Angst einer alternativen Möglichkeit. Würde sie dieses Leben je leben wenn sie die Vision nicht nachspielt? Empfindet sie die Vision ihres Kindes wie einen Traum oder viel mehr wie die Erinnerung an vergangenes. Wenn es letzteres ist, dann kann es auch sein, dass sie um jeden Preis versucht dieses Kind zu bekommen und jeden schönen Moment zu erleben, weil sie es nicht zu bekommen empfinden würde wie den Verlust eines Menschen. Nicht der Verlust einer Möglichkeit, sondern die emotionale Empfindung eines bereits erlebten gemeinsamen Menschen.

Hier lasse ich dem Film alles als "künstlerische Freiheit" durchgehen was er auch immer sagen wollte. Was der Film sagen will ist für mich viel einfacher und viel weniger dramatisch. "Würdest du dein Leben nochmal leben, auch wenn du alle schlechten Ereignisse neu erleben müsstest, oder würdest du auf all die Menschen die dir wichtig sind verzichten in der Hoffnung, sogar bessere zu finden?"

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