Medien & Phantastik > Sehen
Ist Arrival sehenswert?
Ucalegon:
Hab ihn hier im Programmkino auch noch erwischt. Ein schöner Film, der die Prämisse der Kurzgeschichte durchaus rüberbringt - wenn auch publikumsfreundlich abgewandelt. Gefallen hat mir, wie schon in Sicario, die bedrohliche Grundstimmung, die durch die langsamen Kamerafahrten und die beengten Räume gerade am Anfang ziemlich gut aufrechterhalten wird. Ein krasser Gegensatz zu den Exzessen von Interstellar. Wie in der Geschichte identifiziert man sich sofort mit Amy Adams Louise und fühlt mit ihr - abgesehen von ein paar kurzen Szenen am Ende auch ohne Kitsch. Die eigentliche Kommunikation mit den Aliens erschien teilweise etwas konfus - mal im Debriefing erklärt, mal im Monolog, mal in Untertiteln.
Was mir gar nicht gefallen hat, war die unnötige General Shang-Geschichte am Ende. Nachdem der Film bis dahin gut ohne ausgekommen war, musste da wohl noch eine Action-Sequenz rein. Zumal der Anruf unplausibel und unfreiwillig komisch wirkt.
Sehenswerte SF im Gegensatz zu einigen anderen Filmen der letzten Jahre.
rillenmanni:
Cooler Film, ganz feines Zeug. Ich sehe das auch nicht so deterministisch wie einige hier. Sie fragt ihren Bald-Kerl ja sogar, wie er es halten würde, würde er seine Zukunft kennen. Die Entscheidung erfolgt nach meiner Lesart des Films freiwillig. Das muss nicht unbedingt "rational" sein.
Ich werde ab jetzt netter zu meinen Kindern sein.
Grubentroll:
Mir war das irgendwie zu unaufregend.
Anscheinend generell mein Problem mit "Dennis Villeneuve"-Filmen.
Und der Twist war irgendwie keiner.
Kann aber auch sein, dass mein "Setting" das Falsche war. Jener Kumpel bei dem ich Arrival anschaute ist der, mit dem ich mir normalerweile etwas angetrunken Marvelfilme und dergleichen reinziehe.
Cinematographie und Sound Design waren aber wirklich top.
Wanderer:
Ich persönlich mag Arrival sehr, und er ist einer meiner/unserer liebsten Science-Fiction-Filme.
Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass es die Art Science Fiction ist, die ich am meisten schätze.
Kein "Gut gegen Böse im Weltall", kein "Märchen-Standardrezept mit Raumschiffen als Kulisse".
Sondern Ideen-Science-Fiction, der philosophische und Gesellschaftliche Fragen berührt, und der in zwei sehr speziellen Aspekten die Frage "Was wäre wenn?" stellt.
Ich habe ihn schon einige Male gesehen, und werde das auch sicher noch ein paar weitere Male tun.
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