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Blade Runner 2049

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Suro:
Zur "Langatmigkeit" wollte ich nur sagen, dass mir das sehr gut gefallen hat: Für mich eine Dramaturgie, die es geschafft hat, sich sehr von anderen Filmen - vor allem im doch sehr Action-Dramaturgie-geprägten SF&Phantastik-Bereich - abzuheben, und mir trotzdem oder gerade wegen diesen gedehntern Szenen und Einstellungen viel Spaß gemacht hat.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Hervorgehoben wird ja die Szene mit dem Pferd im Ofen; aber die ist ja nicht nur an sich lang, sondern steht am Ende einer für den Zuschauer noch viel länger erscheinenden Entwicklung; spätestens als K das erste mal durch diese Industrieanlage läuft um sich die Unterlagen des Waisenhaus-Verwalters zeigen zu lassen, sollte den meisten klar geworden sein, dass das die Szenerie aus seinem Traum ist; jeglicher Überraschungseffekt, den andere Filme da vielleicht rausholen wollen würden, ist da bereits weg.

Ich will gar nicht interpretieren, warum das gemacht wird (ich habe da Vermutungen, finde die zu explizite Interpretation von Kunst/Medien oft aber einfach nicht erquickend); insgesamt ist genau das aber eine dieser Entscheidungen, die den Film für mich so "rund" machen.

 Ich hab während dem Film kein einziges mal auf die Uhr geschaut, was relativ selten passiert.

Bad Horse:

--- Zitat von: Kowalski am 20.10.2017 | 01:39 ---Und da wir die Welt aus Joes Augen sehen, sehen wir auch die Leuchtreklame als zu nackt, zu aufdringlich.

--- Ende Zitat ---

Vielleicht ist die Werbung ja auf das Geschlecht des Empfängers zugeschnitten, heißt: Da Joe ein Mann ist, sieht er nackte Frauen. Ein weiblicher PoV-Charakter hätte da möglicherweise was anderes gesehen. ;)

Kowalski:
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In gewissem Sinne fürchtet K die "Wahrheit".
Sowohl das sie bestätigt aber das sie widerlegt wird.
Das er sich im ersten Moment in seinen Befürchtungen/Hoffnungen bestätigt sieht macht es so wirkungsvoll.

Wer hat nicht lange mit sich gerungen um z.B. seine Angebetete anzusprechen?
Wer hat nicht lange mit sich gerungen um jemanden anzusprechen mit dem man gemeinsam das Kriegsbeil begraben will?
Wer kehrt nicht zu den Orten der eigenen Kindheit zurück um die Erinnerung mit der Gegenwart abzugleichen? Um dann Gleiches und Unterschiedliches zu erkennen?

In uns arbeitet es dann unaufhörlich und wir berechnen/stellen uns vor was alles dabei rauskommen kann. Bei emotionalen Situationen um so mehr.
Und genau diese Furcht hat K auch.
Genau diese höchst menschliche Eigenschaft und das Zögern will hier auch mit präsentiert werden.

Auf jeden Fall sehenswert:

The Years Between (Official Shortfilms).
Erklären so ein wenig Wallace.

Kurna:

--- Zitat von: nikol ogg am 20.10.2017 | 01:11 ---ach naja.

Er wird von seiner Freundin nicht "Joseph" getauft, sondern "Joe (Sixpack)".
Also Otto Normalverbraucher, 08/15, austauschbar mit anderen. Ich weiss nicht, wer diesen bemühten Kafka-Vergleich im Feuilleton hochgezogen hat.

--- Ende Zitat ---

Joe ist nun einmal die Kurzform von Joseph. Insofern so abwegig nicht. Vor allem ist es ja auch nicht verboten, dass man mit einem Namen gleich mehrere Assoziationen weckt.  ;)

Dann könnte man nämlich auch noch darauf hinweisen, dass im Alten Testament Joseph ein Sohn von Rachel war (von der man
lange glaubte, dass sie keine Kinder bekommen könnte).  :)

alexandro:
Hab jetzt auch die Kurzfilme gesehen.

Nexus Dawn: Der schwächste der drei. Wallace redet vor einem Ausschuss über seine Replikanten, geriert sich in bester "wahnsinniger Wissenschaftler"-Manier und irgendwie denken sich die Entscheider "Oh, lasst uns diesem Typen richtig viel Macht geben - was soll schon schiefgehen". Stupid Evil in Reinkultur.

Blackout 2022: Der längste Film (15 Minuten) der Reihe, und animiert. Erzählt, wie die Menschheit sich gegen die Replikanten auflehnt (wo sind die Blade Runner bei all dem?) und Lynchjustiz durchführt. Die Methode der Replikanten, um das zu verhindern: mit einem EMP in der oberen Atmosphäre alle Datenbanken grillen und gleichzeitig alle Backup-Vaults sprengen - dann wissen die Menschen nicht mehr, wer Mensch und wer Replikant ist (irgendwie ist der unorganisierte Mob an die Datenbanken gekommen) und die Verfolgung hört auf (ohja, nach einer solchen Tat ist bestimmt Ruhe). Prinzipiell gute Ideen, aber leider merkt man hier auch wieder sehr deutlich, dass es offensichtlich keinen Konsens unter den verschiedenen Regisseuren darüber gibt, wie Replikanten jetzt eigentlich funktionieren. Nach diesem Film lassen sie sich ganz einfach über eine Seriennummer im rechten Auge identifizieren (wozu braucht man den Voigt-Kampf-Test nochmal?) und die Replikanten sind im wesentlichen Superhelden, welche durch Kugelhagel spazieren und, nachdem sie im Zentrum einer Explosion waren, die eine riesige Anlage geplättet hat, unbeschadet da raus spazieren. In BR hatte ich den Eindruck, dass Replikanten zwar furchtlos und kampferfahren sind, aber nicht stärker als ein ordentlich trainierter Mensch. Zwar konnte in 2049 Kay durch Wände gehen, aber diese Modelle gab es 2022 noch nicht, daher...

Nowhere to Run: Der Film spielt 2048 und handelt davon, wie Sapper Morton (David Bautista) - nach jahrelangem Verstecken - einen Fehler macht, welcher letztendlich dazu führt, dass die Blade Runner auf seine Spur kommen. Meiner Meinung nach der beste Film der Reihe, wenn auch sehr kurz und nicht wirklich überraschend - es ist im wesentlichen zusätzliche Charakterisierung einer Figur, welche in 2049 ohne viel Federlesens stirbt.

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