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Blade Runner 2049

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Kowalski:

--- Zitat von: Sashael am 19.10.2017 | 11:01 ---Hektik auf den unteren Ebenen hätte den tempelhaften Charakter von Wallace´s Büro doch auch noch mehr verstärkt, oder?
Die "niederen" Mitarbeiter wie die Ameisen und Bienen und er in isolierter Abgeschiedenheit mit seinen psychotischen Vorstellungen und seinem die Grenze zum Wahnsinn schon lange hinter sich gelassenen Genie ... naja, vielleicht nur mein Geschmack. :D

--- Ende Zitat ---

Nee, sorry, Wallace ist der Grabräuber von Tyrell. Er birgt die Schätze aus der Pyramide die Tyrell erschaffen hat und schmeißt das was er für unnütz findet weg.
Da ist das Fehlen des Gewusels als Hinweis auf einsame Entscheidungen durchaus passend.

Und, erzähltechnisch, ist es viel wirkungsvoller verwaiste, leere, bedrückende Vorstandsetage zu zeigen statt der Poststelle wo sich die Leute freundlich irgendwelche Briefe zuwerfen.
Es soll ja gerade menschenfeindlich, menschenleer wirken, weil die Wallace Corporation eben menschenfeindlich ist.

Den Gedankensprung von "liebendem Familienvater" zu "Völkermordendem Monster" wollte man Zuschauern nicht zumuten.
Blade Runner 2049 arbeitet wie das Original viel über Stimmung.

Und das hat der neue meisterlich geschafft, wie ich finde.

Suro:
Das Gefühl von Einsamkeit bzw Vereinzelung, das praktisch alle Charaktere betrifft passt ja aber ganz gut zum Originalsetting, bei dem ja nur wenige Menschen auf der Erde verblieben sind, und zumindest die meisten, die einigermaßen richtig im Kopf sind, in den Kolonien leben. Aber gut, einige Szenen, wie in K's Apartmenthaus, sprechen da wohl eher dagegen; das erinnerte eher an Soylent Green.

Kowalski:

--- Zitat von: Suro am 19.10.2017 | 11:25 ---Das Gefühl von Einsamkeit bzw Vereinzelung, das praktisch alle Charaktere betrifft passt ja aber ganz gut zum Originalsetting, bei dem ja nur wenige Menschen auf der Erde verblieben sind, und zumindest die meisten, die einigermaßen richtig im Kopf sind, in den Kolonien leben. Aber gut, einige Szenen, wie in K's Apartmenthaus, sprechen da wohl eher dagegen; das erinnerte eher an Soylent Green.

--- Ende Zitat ---

Es spricht ja nichts dagegen das es übervölkerte Inseln im ansonsten ziemlich leeren Meer gibt die überfüllt sind weil sie den passenden Schutz bieten?
Ist aber für die Erzählung unerheblich.

TheOzz:
Was ist der Mehrwert des Films im Vergleich zum ersten Teil (ich nehme es als zweiten Teil wahr)?

Ich habe den Film gesehen und habe mich gefragt, was will er ergänzen?

KI haben Gefühle? Wah? Die folgen ihrer Programmierung und passen sich an den User an. Ich fand nicht das Joi einzigartig war, oder gar "lebte". Eher eine Grundprogrammierung und der Rest wird adaptiert. Im Endeffekt ist sogar das Motivieren und das Opfern bei IRobot genau das Gleiche. Sehe deinen Besitzer und stimme ihn glücklich. Ist das wirklich Liebe, oder eine Imitation von selbigen?

Luv? Naja, "durch die Blume" durch Wallace gesagt bekommen, das er über Leichen geht. Das Kind der Replikantin muss gefunden werden, unter allen Umständen. Es spricht dafür, das hier ihre Programmierung/Erziehung darauf abzielt, alles zu tun, damit Walllace bekommt, was er will. Hier macht sie auch nichts einzigartig. Roy Batty hat so viele Leute auf dem Kerbholz und deswegen ist sein Ende epischer, da er seiner Programmierung/Erziehung entkommt.

Deckard? Scott hat gesagt, er sei ein Replikant, im Final Cut haben seine Augen auch diesen leicht roten Schimmer(das haben alle Replikanten, sogar die Eule.), zusammen mit dem Einhorntraum und dem Origami Einhorn von Gaff, heißt es, er ist ein Replikant. So Teil 1. Hier im Film wird es nicht aufgegriffen und scheint eher so zu sein, das er kein Nexus 6 mit verlängerter Lebenszeit ist(obwohl auch andere Replikanten sehr alt werden können). Es scheint so und wird iirc nicht hinterfragt.

K? Guter Twist!!! Aber auch hier, kein Roy Batty im Vergleich eines wichtigen Replikanten. K hat seine Order, erst ab dem Punkt des Zweifels, fängt er an zu lügen und zu verheimlichen. Er denkt nach, hinterfragt und hat Angst. Ist das nun eine Überwindung seiner Programmierung/Erziehung? Denke nicht. Sein Wechsel der Fronten war schnell, mir persönlich zu schnell. Er hat die Offenbarung gehört, bzw. den großen und letzten Zauber von Tyrell "Wir können ohne SIE!". Anm.: Ich mag Ryan Gosling in der Rolle, den Dackelblick des verwirrten Typen hat er wundervoll drauf.

Und Madam? Ohne das es die Atmosphäre zerstört hätte, wäre es vermutlich nicht gegangen zum Schluss, aber dennoch. DAS hat mich komplett rausgerissen. Wie lange war Luv bei ihr im Büro des LAPD? 5-10min? Bah....

Niander Wallace? Okay... Gottkomplex, die darauf abzielt die Galaxie zu bevölkern. Nice. Irgend wie sehr Nice. Wo liegt hier noch einmal der direkte Gegenentwurf zum "Replikanten sind Sklaven" Thema? Ach ja, er will es von oben kontrollieren und sie dann in die Galaxie schicken, oder habe ich da etwas missverstanden? Was macht ihn nun zum Antagonisten, bis aus das Sezieren des Wunders?

Was ich mich die gesamte Zeit fragte ist, was ist der Mehrwert? Blade Runner hatte die Themen schon auf dem Tisch und viel spannender erzählt. Seine Charaktere waren stärker unterschieden. Klar der zweite Teil ist eine Verneigung vor dem Original, nimmt die Fäden auf, führt sie weiter, baut sie aber nicht konsequent aus. Das riecht alles nach einem dritten Teil.

Die Neuerung für mich war "Wir können ohne SIE!", aber - das hat Jurassic Park auch schon "Das Leben findet einen Weg.", ABER ist das wirklich so? Oder, wie gesagt, nur ein Joke von Tyrell, was er alles kann. Getreu seinem Motto "Menschlicher als der Mensch".

Die Fragen die sich mir nun stellen sind:

Wusste Tyrell davon und war geplant?
Ist es ein Hybrid, oder voll Replikant?
Wird es nun einen "Angriff der Replikanten" geben?  :Ironie: (StarWARS!!!)

KhornedBeef:
Mich deucht, du stellst die falschen Fragen, zumindest wenn der Zweck dein Frieden sein soll :)
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ob es einen "Angriff der Replikanten" gibt ist wirklich völlig unerheblich für den Film, trotzdem springt dir das als erstes ins Gesicht. Wir haben den Film durch verschiedene Brillen gesehen.
Menschlichkeit ist wie im ersten Film das zentrale Thema, und wir haben andere Charaktere, die die Antwort anders suchen. Vieles von dem, was du als Programmierung siehst, könnte man ebenso in entsprechend indoktrinierten Menschen beobachten. Ist das ein Kriterium? Joi mag ein Programm sein, aber K geht trotzdem eine Bindung mit ihr ein. Und das obwohl er mehr Grund als die meisten hat, sie als Kunstprodukt zu sehen, dass festen Befehlen folgt, imitiert, nichts eigenes ausdrückt. Und doch imitiert K sie durch seinen ultimativen Ausdruck der Menschlichkeit, als seine Identität als einzigartiges, "unberechenbares" Wunder sich als Trugschluss herausstellt. Ist Imitation ein Kriterium?
Bei Deckard hatte ich immer den Eindruck, dass sein Zustand absichtlich unklar gelassen wird, als Meta-Kommentar dazu, dass es für seine Menschlichkeit nicht erheblich ist. Das Thema wird im zweiten Film durchaus fortgeführt (Gegenüberstellung des "echten" geborenen Geschwisterkinds und der "Kopie").

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