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DSA3, Midgard, Aborea - System für Neulinge?

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KhornedBeef:

--- Zitat von: aikar am 20.12.2016 | 21:05 ---Die besten Erfahrungen für komplette Neulinge habe ich in den letzten Jahren mit folgenden Systemen gemacht:

Turbo Fate
Dungeonslayers
Aborea
Star Wars - Am Rande des Imperiums

--- Ende Zitat ---
Komm, gibs auf, DSA hat mit dem Prinzip Trump gewonnen ;)

Auribiel:

--- Zitat von: KhornedBeef am 20.12.2016 | 23:00 ---Komm, gibs auf, DSA hat mit dem Prinzip Trump gewonnen ;)

--- Ende Zitat ---

Würde ich so nicht sagen. Ja, ich mag DSA aus diversen Gründen nicht, aber eins spricht nach wie vor FÜR DSA: Es hat das umfangreichste Material auf Deutsch, man kommt im Shop mittlerweile auch an einige alte Sachen als pdf wieder ran (bis auf die Regeln) und es hat einen enormen Produktausstoß (für mich schon wieder zu viel, aber ich beschwer mich nicht, mich nervt es mehr, wenn es ewig dauert, bis was neues kommt).

Insofern verstehe ich, das man an DSA kaum vorbeikommt.
Wäre halt wünschenswert, dass sie abseits der Studiengänge (so rein vom Umfang der Regelwerke) DSA4 und DSA5 mal ein echtes DSAlight auf die Reihe bekämen, dann wär ich ggf. auch wieder mit an Bord. Würde ich mir echt wünschen und würde ich dann sogar wieder Neulingen empfehlen. Man hatte es uns versprochen! *schnüf*

Orlando Gardiner:
Ich fände wichtig zu wissen, was die Spieler sich so erhoffen. Einige neue(re) schöne Systeme gibt es leider nicht in deutscher Sprache.

Mutant: Year Zero würde ich denoch empfehlen für diese Gruppe - ich denke, der Fokus liegt hier schon auch beim Rollenspiel, man bekommt seine Kampagne gleich mitgeliefert, die Regeln sind nicht schwierig (zu vermitteln). Man muss sie sich halt einmal durchlesen. Vom Spielleiter wird nicht so viel Vorbereitungszeit verlangt, durch seine Mechanismen spielt es sich (im besten Falle) von selbst. Die Spieler müssen halt auch ihren Teil dazu beitragen.

Wunderbar auch: Swashbucklers of the Seven Skies. Eines der am besten geschriebenen Rollenspiele, die ich bisher gelesen habe. Die etwas abgefahrene Welt könnte am Anfang aber eine Hürde darstellen. Die Regeln sind einfach und mal was ganz anderes. Das Genre "Swashbuckler" muss man mögen, nichts für Maulfaule, coole Sprüche sind das Salz in der Suppe.

Wir spielen zur Zeit auch The One Ring/Der Eine Ring. Grundsätzlich einfache Regeln, aber etwas durcheinander. Ein schönes Rollenspiel in Mittelerde in der Zeit zwischen dem Hobbit und dem Ringkrieg. Die Regeln sind sehr fokussiert (eine harmonierende Gruppe ist wichtig) und aus einem Guss. Man häuft als Charakter langsam Schatten an (häufig durch unmoralische Handlungen), kann diesen aber auch wieder abbauen. Mit Hoffnung kann man seine Erfolgswahrscheinlichkeiten erhöhen, aber man sollte immer etwas Hoffnung übrig haben, sonst läuft man schnell so rum wie Flenntüte Elijah Wood im Film.

Dungeonslayers und Savage Worlds habe ich noch nicht gespielt (aber komplett gelesen), maße mir daher kein Urteil an. Splittermond gefällt mir mechanisch gut, das PDF gab oder gibt es umsonst. Tolle Spielmechanismen (teilweise einfach gut abgekupfert), aber auch etwas auf der komplexeren Seite.

Ich denke auch, dass Barbarians of Lemuria das einfachste Regelwerk der hier vorgestellten Systeme hat. Macht Spaß. Statt Fertigkeiten hat jeder drei Berufe, die sozusagen wie sehr breite Fertigkeiten eingesetzt werden. Uns hat es viel Spaß gemacht. Die "Kampflastigkeit" des Systems ist deswegen ein Trugschluss, weil Kämpfe super schnell über die Bühne gehen und einem so mehr Zeit zum Spielen von sozialer Interaktion bleibt. Das Gegenteil von Pathfinder/3.0/3.5 

DSA habe ich früher auch gespielt(1 und 3; 4 und 5 kenne ich nur vom Lesen), empfehle es aber nicht, weil es m. E. ein unnötig komplexes System ist (DSA3+), ohne dass dabei ein Mehr an Spieltiefe entsteht. Die Geburtsfehler wurden einfach nie wirklich abgeschafft. Selbst die ganz einfachen Grundregeln (ab DSA1) empfinde ich als schlechtes Game-Design. Mit dieser Meinung stehe ich hier wahrscheinlich alleine da, es gibt viele Spieler die es lieben.

Was Midgard betrifft: Ich spiele das selber (aus Tradition, ist halt auch eine Frage der Mitspieler) auch mit einer Gruppe 11-Jähriger (halbwegs regelmäßig seit etwa einem Jahr). Das geht ganz gut, die haben viel Spaß, aber das liegt sicher nicht an den Regeln. Wir haben mit der "Klingensucher"-Einsteiger Kampagne begonnen, die auch in Sachen Regeln leichter anfängt und dann langsam hinzuschafft. Ist schon eine Vorstufe zu Midgard 5. Ich finde den Regel-Erklär-Support im Midgard-Forum ganz gut (auch wenn da einige wenige etwas zickig sind), es gibt eine starke Community (sechs Cons pro Jahr in Dtl. auf denen nur Midgard gespielt wird, mit je etwa 100 Leuten) und inzwischen gibt es auch wieder mehr Nachwuchs. Bei Branwens Basar bekommt man alles, was zur Zeit auf dem Markt ist und der PDF-Output ist inzwischen auch ok. Quellenbücher sind nur wenige verfügbar, aber die braucht man auch erstmal nicht, finde ich.

D. M_Athair:
DSA 3 ist sicher nicht die schlechteste Empfehlung. Insbesondere dann nicht, wenn man auf Hintergrund-Porn steht (das bekommt man in ähnlicher Qualität nur bei D&D's Vergessenen Reichen/Forgotten Realms oder bei Hârnmaster). Für großartige Abenteuer war DSA mMn nie bekannt. Gerade die etwas älteren Sachen sind v.a. schöne Geschichten zum Nachspielen. Regelseitig ist DSA 3 noch OK. Die 3W20-Probe hat Flair, den man sich durch spielmechanische Schwierigkeiten erkauft. Und dann hat es noch einige andere Probleme.
Ich würde DSA 3 als guten Tipp für Leute sehen, die stimmungsvolles Rollenspiel (und gediegene "vorerzählte" Geschichten) mögen und dafür auf eigenständige Erkundung verzichten können.

Die DSA-1-Regeln sind etwas besser aber auch das Spiel leidet schon unter Attacke-Parade-Hin-und-Her. (Auch als Old School Freund hat mich DSA1 nicht überzeugen können.)

Da mit DSA 3 (wohl eher gute) Vorerfahrungen vorhanden sind, ist das einer besseren Tipps.


Dungeonslayers ist mehr für Entdecker gemacht. Anders als der Name vermuten lässt eignet es sich in keiner Weise besonders für Kämpfe oder Hack'n-Slay-Spiel. DS ist einfach nur ein eher schlankes Spiel für Leute mit wenig Zeit, das Wert legt auf das Spielen selbst (und nicht auf ausgefeilte Hintergründe oder detailierte Charakter-Ausmalung). Das Regelwerk hat einiges für sich und läd zum Herumbasteln ein (ohne dass es notwendig wäre).  Nicht umsonst hat DS Ableger wie Gammaslayers oder Old Slayerhand bekommen.
Es gibt einige Abenteuer, die - soweit ich weiß - OK bis ganz gut sein sollen.
Wenn einem die DS4-Regeln zu viel sind, kann man auch die deutlich schlankeren 3.5-Regeln benutzen. (Die Downloads für DS 3.5 gibts hier.)


Aborea hätte wie DSA 3 den Vorteil, dass es ein bißchen bekannt ist. [... später mehr.]



Die Pathfinder Einsteigerbox ist auch ziemlich gelungen. Vor allem hat sie ganz viel Material. Unter anderem 10 Einsteigerabenteuer.
Ist vom "Fantasygrad" her deutlich phantastischer als DSA. Die Spielmaterialien sind super aufbereitet, man kann recht schnell losspielen. Was mir gar nicht gefallen hat waren die schwachen SL-Tipps, die für heutige Verhältnisse ähnlich antiquiert wirken wie die von älteren DSA-Versionen. Wenn man schauen will, ob Rollenspiel was für einen ist. Eines der produktivsten und beliebtesten Rollenspiele weltweit kennenlerenen will oder auch nur um es wie ein Gesellschaftsspiel ab und zu mal zu spielen, dann ist die PF Einsteigerbox ein guter Tipp.


Im Vergleich kann man sagen: Bei DSA steht das darstellende und ausmalende Moment im Vordergrund, bei DungeonSlayers und Pathfinder Einsteigerbox das des Entscheidens und der Konfrontation mit der Spielwelt (wobei PF deutlich "durchkomponierter" ist). Aborea dagegen legt seinen Schwerpunkt auf die prozesshafte Interaktion der Spieler.innen-Charaktere mt der Spielwelt. Diese unterschiedlichen Prioritäten der Spiele sorgen am Spieltisch durchaus für recht unterschiedliche Spielerlebnisse. (Jedenfalls wenn man doe Spiele so spielt, wie sie geschrieben bzw. entwickelt wurden.)

Greifenklause:

--- Zitat von: vlyrr am 20.12.2016 | 18:53 ---Ist das eigentlich noch immer so aufwändig wie in DSA4?
Hatte mal für eine Runde mit einem SL einen DSA4-Charakter erstellt, und es war zäh wie Krokodil.
Tausend Boni und Mali, es hörte einfach nicht auf. Und man musste einen geistigen/körperlichen Krüppel spielen um irgendwie das zu erzeugen was man als Grundidee hatte.
Hab' dann nicht in der Runde mitgezockt.

--- Ende Zitat ---

Das ist bei DSA5 wieder besser geworden.
Die Berechnung ist leichter zugänglich und schlanker.
Ich würde sagen "mittelschlank bis leichtes Übergewicht" im Vergleich zu "fett mit Gefahr auf Diabetes und Knöchelbeschwerden"  >;D
Klar geht es noch schlanker (Splittermond zB würde ich als "sportlich bis schlank" beschreiben).
Adas rate ich auch Newbies von ganz "magersüchtigen" Systemen ab, da verliert man schnell den Spaß dran.

Was mich an DSA3 (Vollversion) so vehement stört, ist die zeitraubende Würfelei. Was soll das? "Steigern fertig. Aus." ist mein Motto.

EDIT
Diesen Post finde ich sehr schön

--- Zitat von: Orlando Gardiner am 21.12.2016 | 00:43 ---...
DSA habe ich früher auch gespielt(1 und 3; 4 und 5 kenne ich nur vom Lesen), empfehle es aber nicht, weil es m. E. ein unnötig komplexes System ist (DSA3+), ohne dass dabei ein Mehr an Spieltiefe entsteht. Die Geburtsfehler wurden einfach nie wirklich abgeschafft. Selbst die ganz einfachen Grundregeln (ab DSA1) empfinde ich als schlechtes Game-Design. Mit dieser Meinung stehe ich hier wahrscheinlich alleine da, es gibt viele Spieler die es lieben.
...
--- Ende Zitat ---
... dem kann ich viel abgewinnen.
Und nein, du stehst nicht alleine da.
Ich sage ja nur: Wenn DSA, dann am Besten das neueste und fehlerbeseitigste System, da die alten entweder an Kinderkrankheiten leiden (DSA1 und ähnliche Einsteigerversionen der späteren) oder unnötig kompliziert und sklavisch sind (DSA 2-4).
DSA5 mag nicht einfach sein. Es nimmt aber das beste aus allen Vorgängersystemen und umgeht viele Probleme der Vorgängersysteme.
Wer es einfacher mag, dem würde ich von DSA ganz abraten...
Wer ein "Quasi-DSA" "ohne Geburtsfehler" mag, dem rate ich zu Splittermond.
Aber da mag es noch bessere Alternativen für diesen Fall geben

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