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[Empfehlt mir] Filme mit spannenden (Schwert-)Kämpfen
KWÜTEG GRÄÜWÖLF:
Naja, der akademische Gegenwind bzw. die Ablehnung speiste sich anfangs aus durchaus richtigen Gründen.
Da wurden oft völlig falsch verstandene Quellen benutzt oder noch besser, man hat z.B. für Kampfweise der Pikten (Nordbritannien, 4. - 8. Jh. n.Chr.) mal locker Material benutzt, dass aus dem skythischen Raum kam (Südrussland und Kasachstan, 7. - 3- Jh. v. Chr.), mit dem Argument "Ach, das wird schon so ähnlich gewesen sein".
Ich habe allerdings auch meinen Fokus auf Früh- und beginnendes Hochmittelalter, und da hast du eben keine Fechtbücher oder sonstwie viel Kram, mit dem du glaubhaft einen kompletten Kampfstil rekonstruieren könntest. Lediglich Kampfspuren an gefundenen Waffen, bildliche Darstellungen (sehr abstrahiert), schriftliche Beschreibungen (ebenso), und pathologische Befunde.
Dass es fürs Spätmittelalter und die Neuzeit dann viel besser aussieht, streite ich nicht ab.
Aber wenn dann wie Ende der 90er irgendwelche Hansel die Kampfweise auf dem ersten Kreuzzug mit Thalhofers Fechtbuch zu illustrieren versuchten, da hört der Spass für mich auf. Da kann ich ja gleich mit dem Truppenhandbuch der Wehrmacht Wallensteins Taktiken erläutern.
Nachtrag: Das heisst jetzt nicht, dass ich eine rein experimentalarchäologische Beweisführung nicht akzeptieren würde, und wenn jemand sich eben nicht auf Quellen aus anderen Zeiten und Gegenden beruft, sondern einfach praktisch demonstrieren kann, dass man mit Waffe XY eigentlich nur sinnvoll mit Handhabungsweise Z arbeiten konnte, sehe ich das ein.
Nicht umsonst habe ich mir ja alles von Harm Paulsen zum Bogenbau reingezogen. :)
YY:
--- Zitat von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 7.01.2017 | 12:54 ---Da kann ich ja gleich mit dem Truppenhandbuch der Wehrmacht Wallensteins Taktiken erläutern.
--- Ende Zitat ---
;D
Aus meiner Perspektive gibt es bei Vielem von Thalhofer und Liechtenauer gar nicht so unglaublich viel zu rekonstruieren, weil die Parallelen zu bestehenden Sachen aus anderen Bereichen so groß sind.
Aber das kann ich wohl nur so leicht sagen, weil sich andere die Arbeit schon gemacht haben ;)
Es ist natürlich eine Schnapsidee, von spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Quellen zu kommen und zu meinen, damit ließe sich bis zurück nach Mesopotamien alles unter einen Hut bringen.
Auf der anderen Seite kann man für alles mit schlechter Quellenlage nur eines machen:
Das Material rekonstruieren und halbwegs gute Leute damit spielen lassen, bis sich die Anwendung rauskristallisiert.
Da muss dann natürlich ein riesengroßer Disclaimer dran, dass es letztlich Spekulation bleibt, aber wie ein Bekannter von mir so schön sagt:
"Die hatten früher auch nur zwei Arme und zwei Beine" - will heißen, für gegebene Waffen, Schilde und Rüstungen kommt man ziemlich zügig auf die wahrscheinlichsten Anwendungen. Insbesondere, wenn man ein bisschen Gas gibt, dann fliegt nämlich eh der Großteil von dem verspielten Kram im Fechtbuch raus, über den man sich 500 Jahre später am Meisten freut, wenn man ihn verstanden hat.
KWÜTEG GRÄÜWÖLF:
--- Zitat von: YY am 7.01.2017 | 13:07 ---
Auf der anderen Seite kann man für alles mit schlechter Quellenlage nur eines machen:
Das Material rekonstruieren und halbwegs gute Leute damit spielen lassen, bis sich die Anwendung rauskristallisiert.
Da muss dann natürlich ein riesengroßer Disclaimer dran, dass es letztlich Spekulation bleibt, aber wie ein Bekannter von mir so schön sagt:
"Die hatten früher auch nur zwei Arme und zwei Beine" - will heißen, für gegebene Waffen, Schilde und Rüstungen kommt man ziemlich zügig auf die wahrscheinlichsten Anwendungen. Insbesondere, wenn man ein bisschen Gas gibt, dann fliegt nämlich eh der Großteil von dem verspielten Kram im Fechtbuch raus, über den man sich 500 Jahre später am Meisten freut, wenn man ihn verstanden hat.
--- Ende Zitat ---
Ja, das ist sowas von richtig, das tut fast schon weh :D - und genau diese Vorgehensweise habe ich jahrelang bei kaum einem wahrgenommen, weswegen ich irgendwann das Thema aufgegeben hatte, und mir dachte "Da treiben sich eh bloss Poser rum, die versuchen, einen auf ccoolen Schwert-Sensei zu machen, ohne sich wirklich mal damit zu beschäftigen".
Und siehe da, dank Tanelorn kann ich meine Hoffnung jetzt doch wieder aus der Gruft schippen und mich mit den jetzt vorhandenen seriösen Heinis beschäftigen. Danke, Tanelorn. ^-^
Talasha:
Ich mag den Typen hier, er redet zwar als hätte er was geraucht und sieht auch so aus scheint aber ziemlich Ahnung zu haben.
--- Zitat von: YY am 7.01.2017 | 13:07 ---
Da muss dann natürlich ein riesengroßer Disclaimer dran, dass es letztlich Spekulation bleibt, aber wie ein Bekannter von mir so schön sagt:
"Die hatten früher auch nur zwei Arme und zwei Beine" - will heißen, für gegebene Waffen, Schilde und Rüstungen kommt man ziemlich zügig auf die wahrscheinlichsten Anwendungen. Insbesondere, wenn man ein bisschen Gas gibt, dann fliegt nämlich eh der Großteil von dem verspielten Kram im Fechtbuch raus, über den man sich 500 Jahre später am Meisten freut, wenn man ihn verstanden hat.
--- Ende Zitat ---
Hihi, was vor allem schon dadurch problematisch ist das die Autoren dieser Bücher manchmal nicht bei Null schon mit Profis arbeiteten. Wenn man nun versucht bei Null an zu fangen mit einer Gedächtnisstütze/Werbebroschüre wie Talhoffers Fechtbuch, dann führt das zu merkwürdigkeiten wie standardmäßigen Paraden aus der Quarte(Siehe Platte 224 in seinem Fechtbuch.).
Wenn man sich ansieht das Leute mit einer zweihändigen Axt Stoßen.... Ehm... und dieser Stoß dann auch noch mit einem Schwert parriert wird... AUA!
Den hier mag ich auch:
https://www.youtube.com/watch?v=sbD9vBmjtiA
YY:
--- Zitat von: Talasha am 7.01.2017 | 16:11 ---Ich mag den Typen hier, er redet zwar als hätte er was geraucht und sieht auch so aus scheint aber ziemlich Ahnung zu haben.
--- Ende Zitat ---
Da hab ich nur das Reflexkampf-Video geguckt und bin dann schreiend weggerannt :P
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