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OSR Smalltalk

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Jenseher:
Es gab übrigens in AD&D 2E noch Abenteuer, die XP für den Gegenwert in Gold (oder Gold selbst) vorgeschlagen haben.

XP für die Schaffung von magischen Gegenständen würde ich als Randerscheinung einschätzen. Ich kann mich nicht erinnern, dass das einmal (in den Runden, in denen ich gespielt habe) vorgekommen ist. Habt Ihr das schon einmal verwendet?

Wir hatten bei längeren Forschungsphasen tatsächlich mal pauschal XP vergeben. Also z.B. 6 Monate forschen => 50 % XP des Deltas der nächsten Stufe.

Drantos:

--- Zitat von: Grubentroll am 10.04.2022 | 11:26 ---Was mich bei der 2E immer etwas gewundert hat war dann dieser fast nicht mehr zu erreichende Stufenaufstieg.
Mit nur Monsters kloppen braucht man da ewig.

Zumindest hab ich das so in Erinnerung.
Was war denn dann der Ausgleich für die XP nicht man dann nicht mehr bekommen hat für Schätze?

--- Ende Zitat ---

Wenn man nicht Jahrzehnte zum Aufsteigen brauchen will, bietet es sich an, die optionalen Regeln aus dem DMG zu nutzen. Dort gab es für jede Klasse Regeln für individuelle EP. So bekam z.B. ein Kämpfer neben seinem Anteil der EP für das töten eines Gegners auch noch 10EP pro Kämpferlevel pro TW des Gegners.

Beispiel:

8-stufiger Waldläufer nach einem Kampf gegen 10 Trolle (6TW+6) = 80 * 60 = 4800 Ep + seinen Anteil der "normalen Monster EP.

Ein Dieb bekam für geplündertes Gold 2EP/1 Gold. Wenn er also einen Anteil von 2000 Gold erhalten hatte (aus der Trollbeute), dann waren das 4000 EP. Zusätzlich erhielt ein Dieb 100 EP für das erfolgreiche (und sinnvolle Anwenden einer Diebesfähigkeit).

Für die anderen Klassen gab es ähnliche Boni (Wirken von Sprüchen usw.)

Damit geht es eigentlich ganz gut voran.


cu Drantos

Sosthenes:
Ich fand die individuellen Regeln damals eher zu viel Aufwand (ich mag' heut noch keine Spiele mit Bennies aus dem gleichen Grund), das ging fast schon in die Richtung von RoleMaster.
Aber die Story Awards sind ja Basis und funktionieren ganz gut. Ich find For Gold & Glory destilliert das ganz gut auf eine Seite.

General Kong:
Die individuellen Regeln haben wir vor Jahren auch mal ausprobiert. Sie sind sehr unausgewogen.

Beispiel:
Ein Kämpfer und ein Dieb bekämpfen 4 Orks, bezwingen diese und plündert 100 GM. Beide sind 1. Stufe.
Der Dieb schleicht sich im Schatten versteckt an und erdolcht einen Ork durch Angriff von hinten.
Der Kämpfer erschlägt in dem Kampf die anderen 3 Orks.

Kommen wir zu der Erfahrung:
Zuerst der Kämpfer: Gruppenanteil durch erschlagene Orks (10 EP pro Orks) = 20 EP.
Drei Orks eigenhändigt erschlagen: 30 EP
Anteil am Gold 50 GM = 50 EP (falls es noch allgemein EP für Gold gibt)
Also bekommt der Kämpfer 50 EP bzw. 100, wenn er für Gold EP erhält.

Nun der Dieb:
Anschleichen: 100 EP
Im Schatten versteckt: 100 EP
Angriff von hinten: 100 EP
Gold (50GM) = 100 EP
Anteil an den Monster-EP: 20

Der Dieb erhält für denselben Kampf 400 EP!

Ja, klingt fair.

Ein Kämpfer der 1. Stufe muss nur etwas über 1000 Orks eigenhändig erschlagen (oder eine noch höhere Zahl zusammen mit dem Dieb) und schon hat er die 2. Stufe.

Der Dieb schleicht sich 14 Mal an oder taschendiebt oder klettert oder oder oder - und ist auf Stufe 2.
Zu einer Mauer schleichen, sich dort verstecken, diese erklettern, dabei lauschen - schon 400 EP im Sack!
Und man komme mir nun nicht mit "Das zählt alles nicht" - doch! Wenn es das Haus einer Banditenbande ist, wo man mit Wachen rechnen muss (selbst wenn die alle schalfen), dann ist das alles sinnvoll angewandt.

Der Dieb hat die 2. Stufe spätestens nach dem Schlösser öffnen der Eingangstür, nachdem eine Falle gefunden und entschärft hat und den Korridor entlangschleicht.

Conan hinter ihm wartet da immer noch auf den ersten EP ...

Das System ist bestenfalls gut gemeint

Drantos:
Im Text steht:

"Per Hit Die of creature defeated"

Dort steht nicht, dass der Krieger die alleine erschlagen muss, um die EP abzugreifen.

Beim Dieb habe ich mich geirrt, der bekommt sogar 200 EP für den erfolgreichen Einsatz einer Fähigkeit.

Und nein, ich finde nicht, dass das unausgewogen ist. Die EP für den Krieger skalieren mit der Stufe, während die EP des Diebes für den Einsatz von Fähigkeiten stagnieren. Nehmen wir Charakter der 10. Stufe an. Da würde der Krieger für den gleichen Kampf gegen 4 Orcs - 10*10*4=400 EP bekommen, während sich die EP für den Dieb nicht verändern. Ist aber unwahrscheinlich, dass 10. Stufe Typis gegen 4 Orcs kämpfen.

Wir haben das System ausprobiert. Es funktioniert ausgezeichnet. Der Buchhaltungsaufwand beschränkt sich auf ca. 5 Min. pro Sitzung.

Das Problem ist, das nicht nur die vergebenen EP in die Rechnung mit einbezogen werden müssten, sondern auch die unterschiedlichen Aufstiegsgeschwindigkeiten, da die Klassen in verschiedenen Levelbereichen unterschiedlich viel EP benötigen um aufzusteigen.

Ich würde AD&D2e nie mehr ohne diese Regeln spielen, da ich es ansonsten tatsächlich für extrem unfair und unausgewogen halte.


cu Drantos

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