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[Erklärt mir] Superhelden-Serien
Pyromancer:
Ich hab am Rande mitgekriegt, dass in den letzten Jahren etliche Superhelden-Fernsehserien rausgekommen sind, die sich teilweise das Universum teilen und/oder auch in losem Zusammenhang mit Kinofilmen stehen.
Mag mir da jemand einen Überblick geben, was es da jetzt so insgesamt gibt und was die einzelnen Serien taugen? Gesehen hab ich neulich Iron Fist, das fand ich so naja.
Selganor [n/a]:
OK, mal kurz eine Liste:
Fangen wir mal bei Marvel an:
Die Netflix-"Defenders"-Serien:
- Daredevil
- Jessica Jones
- Luke Cage
- Iron Fist
(man munkelt, dass Punisher und Elektra auch noch eigene Serien kriegen sollen, aber da ist noch nix raus)
Sind recht nahe am "Street-Level-Superhelden", also Leute ohne extrem maechtige/flexible Powers.
Die Serien konzentrieren sich auch eher auf die Personen und deren (gesellschaftliches/soziales/...) Umfeld als auf die "kewl powerz"
Spielen in derselben Welt, so dass Gastauftritte der anderen Seriencharaktere durchaus vorkommen - und mit Defenders ja auch eine "Crossover-Serie" geplant ist.
Ist zwar theoretisch auch in derselben Welt in der die Marvel-Kinofilme spielen, aber mangels Budget (und vermutlich auch anderer Rechte) sind die Ereignisse/Personen der Kinofilme eher mal umschrieben "the green one", "the boyscout", "the thing that happened downtown"
Marvel's Agents of Shield (bei ABC aka "Disney/Marvel")
Da diese Serie dem "Mutterschiff" gehoeren koennen sie problemloser auf Kram aus den Filmen zurueckgreifen, was schon mal durch Gastauftritte von Nebencharakteren der Filme und konkrete Einbindungen passend zum (US) Release kommt.
(So wurde direkt nach Thor 2 eine Aufraeumaktion des Kollateralschadens des Films Teil einer Folge die direkt in der Woche nach dem Filmrelease gesendet wurde gezeigt und die konkreten Hinweise auf die Location und erwarteten Gegner in Avengers 2: Age of Ultron kamen eine Woche vor dem Film-Release durch die Nachforschungen der AoS)
Legion (Fox):
Basiert auf dem X-Men Charakter Legion (Sohn von Charles Xavier in den Comics), spielt aber (weil Fox "nur" die Rechte an den Mutanten aber nicht am Rest des Marvel-Universums hat) NICHT im Marvel Cinematic Universe (MCU) und scheint auch nicht so ganz im selben Universum zu spielen wie die X-Men Filme
Das muesste es erstmal an Marvel-Serien gewesen sein (ausser du willst auch noch die animierten Serien)
DC:
Momentan gibt es 2 grosse Bereiche (alle bei CW)
Gotham:
Die "Vorgeschichte" von Batman in der man Gotham in der Zeit des Teenagers Bruce Wayne, auch zu guten Teilen focusiert auf Jim Gordon, sieht.
Hat nix mit dem "Arrowverse" (s.u.) zu tun.
Das "Arrowverse":
Begonnen mit "Arrow" in der Star(ling) City von Green Arrow und seine meistens nicht sonderlich "uebernatuerlichen" Gegner - wobei in den letzten Folgen ein recht hoher Magieanteil dabei ist - gezeigt wird.
Dort tauchte dann in einem Backdoor-Pilot auch der Polizeiwissenschaftler Barry Allen aus Central City auf, der dann durch einen explodierenden Reaktor und einige rumfliegende Chemikalien zum Speedster "Flash" (mit eigener Serie) wurde.
Bei Flash tauchen eher Charaktere mit Superpowers (oder sonstwie abgedreht - wie z.B. der telepathische Gorilla Grod) auf.
Nicht ganz Teil des Arrowverse (weil in einer Parallelwelt - die aber dank Charakteren von "The Flash" auch besucht werden kann) ist "Supergirl", die Cousine von Superman, die zwar gleichzeitig mit ihm von Krypton losgeschickt wurde um auf ihn aufzupassen, aber durch einen "Umweg" kam sie (immer noch als Teenager) erst Jahre spaeter (als Superman schon erwachsen war) auf der Erde an.
Hauptgegner sind dort andere Aliens (oder andere Boesewichte mit "HIGH Level Powers")
Aus einigen Charakteren der "B-Riege" von Arrow und Flash wurden dann die "Legends of Tomorrow" rekrutiert die jetzt seit neuestem mit ihrem Zeitreise-Raumschiff kreuz und quer durch Universum und Geschichte verschiedenste Probleme loesen. Deren Stories sind meistens am abgedrehtesten und oft auch nicht ganz so ernst zu nehmen ;)
Das waren dann erstmal die "Grossen 2"-Verlage.
DC hatte noch eine Constantine-Serie (die inzwischen zwar abgesetzt ist, aber durch ein Mini-Crossover doch zum Teil des Arrowverse definiert wurde)
Dazu kommen dann noch andere Serien mit eher unkonventionellen "Superhelden":
- Preacher
- Into the Badlands
- Outcast
- Lucifer
Und steng genommen muesste man (aber auch wieder als komplett eigener Bereich) zu den DC-Serien noch die Sitcom "Powerless" dazupacken.
Langt das erstmal als Anfang?
Hab' ich noch was vergessen? (Ausser der Real-Serie zu "The Tick" die hoffentlich demnaechst auf Amazon Prime kommt)
Pyromancer:
Danke für die Übersicht! :d
Was davon ist denn sehenswert? Insbesondere für jemanden wie mich, der die Comic-Vorlagen nicht kennt?
Runenstahl:
Selganor hat das schön beschrieben. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.
Die Frage war auch ob die was taugen. Das ist natürlich immer Geschmackssache und deshalb kann ich dir nur meine ganz persönliche Wertung geben:
Jessica Jones - 5/5, hat mir extrem gut gefallen. Sehr gritty, "Streetlevel" wie Selganor so schön sagte, und mit einem Bösewicht der echt Angst macht.
Daredevil - 4/5, hat gut gefallen aber dafür das er so ein tolle Kämpfer ist sind mir die Kämpfe gegen den 3. Türsteher von links dann zu langatmig. Paßt nicht wenn er es mit "Normalos" so schwer hat und sich dann danach reihenweise durch Ninjas der Hand metzelt. Glänzt allerdings auch mit einem beeindruckenden Schurken und später mit dem Punisher.
Iron Fist - 4/5. Ich kann die miesten Kritiken an der Serie durchaus verstehen. Danny ist als Superheld echt nicht der Bringer. Mich hat die Serie trotzdem sehr gut unterhalten weil ich Ward und seine Probleme extrem interessant und gut gespielt fand. Mir ist halt nicht wichtig womit mich eine Serie gut unterhält solange sie das nur tut.
Agents Of Shield - 4/5, längst nicht so bierernst zu nehmen wie die Netflix-Serien läuft die Serie nach den ersten paar Folgen schnell zu guter Form auf und wußte mich gut zu unterhalten. Ist halt eine Joss Whedon Serie ;) Warte jetzt schon seit langem das man als Prime-Kunde endlich mal Staffel 3+ gucken kann ohne dafür zahlen zu müssen (grummel).
Luke Cage - 3/5, bislang die schwächste Serie der Defenders (nach meinem Geschmack). Ich finde es toll das die Serie praktisch komplett ohne Weiße auskommt und Luke ist ein sympatischer Charakter. Leider aber kommt die Serie eher lahm rüber und vor allem seine Gegenspieler werden im Laufe der Serie immer armseliger.
Arrow - 2/5, leider mMn nicht sehenswert. Der Typ jammert nur und seine Moral ist fragwürdig (ich kill mal X Wachen um dem Oberschurken einen Warnschuß zu verpassen damit der die Chance hat sich zu bessern !). Ein paar der Nebencharaktere sind durchaus gut aber in diesem Fall nicht gut genug um mich zu überzeugen das weiter zu gucken. Und einige der Sets sehen echt nach Sitcom aus wie ich finde.
Da ich Superhelden Comics nur sehr sporadisch lese, sind mir die meisten der Helden entweder völlig unbekannt oder die standen nur mal so am Rand herum. Ich habe nicht den Eindruck das man da irgendeine Vorlage kennen müßte.
Die anderen habe ich (noch?) nicht gesehen (Gotham, Flash) oder finde das sie nur "Technisch" ins Superhelden-Genre gehören (Lucifer, Into the Badlands, Preacher, Outcast).
Noir:
Für mich sind die Netflix-Marvel-Serien leider alle nicht besonders gelungen. Mir ist da das Pacing sehr viel zu langsam. Daredevil Staffel 1 war ein Krampf, mit sehr unsympathischen Charakteren (Foggy und der Hauptcharakter sind furchtbar), dafür aber auch mit ein paar sehr gelungenen Charakteren (Kingpin und sein Assistent). Die Kämpfe sind wahnsinnig in die Länge gezogen. Anfangs noch nett anzusehen, weil ganz gut choreographiert (wenn auch sehr DEUTLICH choreographiert) ... später hab ich immer nur gewartet, dass es endlich mit der Story weitergeht. Die zweite Staffel fand ich besser ... aber das vor allem wegen dem Punisher.
Jessica Jones - dazu kann ich nicht viel sagen. Das hab ich nach einer Folge abgebrochen, weil das gefühlt noch sehr viel langsamer war.
Agents of S.H.I.E.L.D. fand ich die erste Staffel ziemlich gut. Die Zweite hab ich nach einigen Folgen nicht mehr weiter verfolgt. Da war irgendwie ein zu krasser "Bruch" mit dem bisherigen Stil.
Gotham halte ich für ganz grandios. Die Easter Eggs sind der Knaller, die Charaktere großartig und das Erzähltempo variiert. Es gibt langsame Folgen und es gibt schnelle Folgen. Es gibt witzige und es gibt extrem düstere Folgen. Das Ding halte ich für die beste aller derzeitigen Superhelden-Serien.
Das Arrow-Verse scheidet die Geister. Für mich als DC-Fan ist es definitiv genial. Ich mag sie alle durch die Bank und die Crossover sind einfach genial umgesetzt (schon angefangen bei der Musik ... wenn du eine Folge Arrow guckst und dann das Flash Theme leicht im Hintergrund angedeutet wird ... dann springt man auf und ruft: FLASH! .... und dann kommt er tatsächlich ... ich liebe es!)
Arrow ist hier definitiv die düsterste des CW-Versums. Es hat sicher seine Krankheiten (auch, weil es eine der ersten - wenn nicht sogar die erste der "neuen" Serien war - aus den Kinderkrankheiten lernt die Serie aber und sie wird imho immer besser.)
Flash ist comiclastiger, mit abgefahrenen Bösewichten und witzigeren Sprüchen.
Supergirl macht Spaß und hat einige richtig großartige Gänsehautmomente.
Legends of Tomorrow ist sowas von Over the Top, dass man Anfangs denkt: What the hell?! Aber irgendwann klickts und es macht extrem Spaß. Derzeit mein Favorit, des CW-Versums. Und Captain Cold ist ne coole Sau (pun intended).
Alle (!) Serien ... sowohl DC als auch Marvel leiden an dem "Alle sind total hübsch und attraktiv und könnten Supermodels sein"-Syndrom. Daran muss man sich gewöhnen. Die Netflix-Serien sind extrem langsam und versuchen dadurch "tiefgründig" zu wirken. Die DC-Serien sind actionlastiger und weniger darauf aus "realistisch" zu wirken. Hat alles seine Vor- und Nachteile. Bei mir klicken die DC-Serien mehr. Ich hoffe aber sehr, dass eine Punisher-Serie kommt. Die würde ich sehr abfeiern.
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