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Würfeln? Du fängst wahrscheinlich falsch rum an.
Issi:
--- Zitat von: Greifenklause am 2.05.2017 | 14:54 ---Für den Gesamtkonstrukt "Kampf" hast du sicherlich recht. Aber zumindest in den Einzelbereichen wird meine Entscheidungsfreiheit durch die Würfelei eingeschränkt
[Nun, weil die Figur ja nicht mit sich selbst kämpft, sondern mit einem Gegenüber (NSC des SL). Mit eigenen Entscheidungen und Fähigkeiten. Die miteinander abgewogen werden/b]
Nicht?
Bei einem Flirtduell, einer professionellen Feilscherei, etikettigem Verhalten bei Hofe ist exakt das der Fall:
Die Würfel sagen aus, was gerade passiert, WIE du dich gerade verhältst.
Sie sagen nicht aus, wie sich die Figur verhält. Sie sagen aus, wie geschickt sich die Figur bei dem was sie gerade tut anstellt. Und wie das eventuell bei dem Gegenüber ankommt/i]
Und ja das hieße beim Händler, das man uU noch jede Menge "dringend benötigter Zusatzware" (die aber gamistisch sinnlos sein kann) erwirbt.
Ich kann mich an einen Thread erinnern, wo viele Spieler das vehement ablehnten.
Nehmen wir noch eine Schippe mehr:
Wenn irgendein Bösewicht-Galan deinen hübschen Paladin überredet, mal gerade hinterm Busch zu verschwinden, SELBST WENN der Bösewicht-Galan ein Experte auf seinem Gebiet und/oder der Paladin willensschwach (schlechtes Beispiel) wäre, würden viele Spieler platzen (Ich übrigens auch).
Wenn aber der tolle Krieger sein Schwert nicht rechtzeitig hochreißt und dann noch der zweitklassige Gegner glücklicherweise sehr hohen Schaden auswürfelt, wird das nahezu geschluckt.
Sobald es um Soziales oder Psychologisches gilt, sind viele Spieler plötzlich empfindlicher....
Jedenfalls traditioneller Weise... und diese Traditionen darf man doch hinterfragen...
--- Ende Zitat ---
Vielleicht ist es Sinnvoll zwischen Entscheidungen und Fertigkeiten zu unterscheiden. Wenn ein Gegner körperlich einfach stärker ist, dann kann die Figur und (auch der Spieler) wenig dagegen tun.
Die Figur könnte versuchen mit dem Gegner zu reden, sich zu ergeben, was auch immer. Zumindest das wäre möglich. Wenn die Körperlichen Fertigkeiten nichts nützen bleiben zumindest die Geistigen Fertigkeiten und die Gedanken Freiheit erhalten.
"Das irgendjemand stärker ist, als man selbst, zum Beispiel der große Bruder" hat vermutlich jeder schon mal erlebt und kann das deshalb auch gut aktzeptieren und nachvollziehen.
Dann bettelt man halt um Gnade oder verspricht ihn in Zukunft weniger zu ärgern.
Aber dass dich jemand unbekanntes(gegen die Empfindungen des Spielers) in den Busch zieht, ist etwas, dass nicht gerade an der Tagesordung ist.
Denn sich auf jemanden einlassen, hat auch mit Empfindungen zu tun. Die die Entscheidungen auch im Reallife mitbeeinflussen -Dem Spieler vorzuschreiben- "so empfindet jetzt deine Figur" Und deshalb tut sie das, Kommt deshalb nicht so gut.
Vor allem wenn es dem Spieler ganz anders geht.
Eine körperliche Einschränkung der Figur ist für Spieler deshalb mMn. viel leichter zu aktzeptieren als eine Geistige bzw. Emotionale Einschränkung, die noch dazu führt, dass seine Figur Sachen tut, die mit seinem eigenen Empfinden für die Figur absolut nicht konform gehen.
Ps Sorry, ich hab keine Ahnung warum im Zitat alles fett ist.
Greifenklause:
--- Zitat von: nobody@home am 2.05.2017 | 15:01 ---Dürfte daran liegen, daß sich die meisten Spieler auf sozialem und psychologischem Gebiet aufgrund ihrer Alltagserfahrung zumindest besser auszukennen meinen. (Ob das dann auch stimmt, kann schon mal auf einem anderen Blatt stehen... 8]) Schließlich wirst du auch in einem Kampf den Einwand "diese Regeln sind aber voll unrealistisch, Mann!" am ehesten von einem echten oder zumindest selbsternannten Experten bekommen.
--- Ende Zitat ---
Ja, aber oft genug sagen sie die Unwahrheit! (nicht mal absichtlich)
Jeder, der schon mal shoppen, einkaufen oder gar auf einem türkischen Basaar war, kennt die Erfahrung "Watt habe ich da nur wieder für nen Scheiß gekauft" oder "An sich brauche ich das nicht!" oder "Schau mal Schatz, Motorenöl für äh "Langleistung"!" oder "Guck mal, war im Angebot!"
Aber die eigenen SC sind plötzlich Ausgeburten an Willensstärke, die stets nur mit festem Entschluss einkaufen gehen und niemals nie etwas anderes kaufen, als der SC will... als der Spieler will!
Beim Betören ist das noch extremer. Die Gegenseite sollte auf Knopfdruck willig sein, aber man selbst ist absoluter Herr seiner Gefühle.
Ähja....
Ich meine: Keine Frage: Sobald "rote Linien" überschritten werden, komme ich mit jeder Ausnahme von den Regeln klar.
Ich fordere ja nur dazu auf, dass wenn man das Würfeln im Kampf liebt, man seine Abneigung im sozialen Bereich durchaus hinterfragen sollte.
Und umgekehrt.
EDIT:
@Issi
Ja, wahrscheinlich
Issi:
--- Zitat ---Jeder, der schon mal shoppen, einkaufen oder gar auf einem türkischen Basaar war, kennt die Erfahrung "Watt habe ich da nur wieder für nen Scheiß gekauft"
--- Ende Zitat ---
Oh ja, das ist echt toll, man läuft durch einen Basar und hat plötzlich lauter neue "beste Freunde", die man gar nicht kennt. :D Ich sag nur Marmaris!
Ps. Ich setze Soziale Fertigkeiten generell nicht gegen Spieler und ihre Figuren ein, aus Prinzip. Wenn ich sie bequatsche, dann ohne Würfel.
Umgekehrt dürfen die Spieler sie aber gegen meine NSC einsetzten.
Mit dieser Hausregel fühle ich mich wohler. ;)
Holothuroid:
--- Zitat von: Greifenklause am 2.05.2017 | 14:54 ---Bei einem Flirtduell, einer professionellen Feilscherei, etikettigem Verhalten bei Hofe ist exakt das der Fall:
Die Würfel sagen aus, was gerade passiert, WIE du dich gerade verhältst.
--- Ende Zitat ---
Tatsächlich muss das nicht so sein. Das ist der ganze Witz an der Eingangsthese dieses Themas. Möglicher Weise war der Charakter der perfekte Gentleman. Die andere Figur steht nur leider nicht auf Männer. Tatsächlich ist es eine enorm produktive Idee, in sozialen Situationen nicht die Performance des SCs zu bewürfeln, sondern die Motivationen und Persönlichkeitsstruktur des NSC. Wenn also die Probe "erfolgreich" ist, war was auch immer gesagt wurde, passend, um diesen NSC zu manipulieren. Der NSC ist also, was seine Persönlichkeit angeht, in gewissem fluide und nicht festgelegt, bis er bewürfelt wird. Dieser Ansatz löst unmittelbar alle Probleme, die von SC -> NSC bei sozialen Proben existieren.
Die andere Richtung ist auch spannend. Wenn Issi sagt, ein Würfelwurf soll nicht die Entscheidung unmöglich machen, exerzieren wir das doch mal durch. Also Flirten bzw. der SC wird angeflirtet. Der SC soll entscheiden. Das heißt, wenn er willig ist, müssen wir nicht würfeln.
Unser Auslöser ist also: "Wenn du unliebsame Avancen erfährst..."
Was könnte jetzt bei einem besonders guten Ergebnis passieren: "Du teilst der Person in freundliche Weise mit, dass du kein Interesse hast. Ihr könnt Freunde bleiben."
Bei einem weniger guten Ergebnis:
- Dein Gegenüber ist durch die Zurückweisung geknickt und erfährt Selbstzweifel.
- Dein Gegenüber ist zornig und will es dir heimzahlen.
Usw.
Wir können also ganz viel in unsere Tabelle ohne einmal über die Gedanken des SCs zu reden. Der hat ja schon fertig gedacht, wenn gewürfelt wird.
Isegrim:
--- Zitat von: 1of3 am 2.05.2017 | 15:48 ---Tatsächlich ist es eine enorm produktive Idee, in sozialen Situationen nicht die Performance des SCs zu bewürfeln, sondern die Motivationen und Persönlichkeitsstruktur des NSC.
--- Ende Zitat ---
Ja, so würde ich das auch sehen. Und manchmal kann man das würfeln auch gleich sein lassen (oder, wenn man ohne Ansage der Probeschwierigkeit durch den SL spielt, nur pro forma würfel obwohl der Misserfolg schon feststeht). Die Vorstellung, jeder NSC könne mittels Würfel-Probe zu jedwedem Unsinn überredet werden, find ich albern. Würfeln tut man, wenn der Ausgang offen ist. Das kann sowohl bei SCs wie bei NSCs nicht der Fall sein: Luke wird in Ep. V nicht auf die dunkle Seite wechseln, egal wie gut Darth Vader im Überzeugen ist (es sei denn, der Spieler will das so). Jabba lässt sich nicht von Jeditricks beeinflussen, egal wie gut Luke würfelt (es sei denn, die SL will das so). ME gibt es einfach Dinge, die überlässt man nicht dem Schicksal (=Würfel), sondern den Dramaturgen (=Spielern und SL).
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