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Würfeln? Du fängst wahrscheinlich falsch rum an.

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Isegrim:
Die Gleichsetzung von Kampf und  und sozialer Interaktion finde ich tatsächlich sehr seltsam. Das sind einfach zwei verschiedene Paar Schuhe. Nö, ich kauf eigentlich nichts, was ich nicht haben will. Ich kauf vielleicht mal das falsche (Klamotten, die nicht so gut passen, wie sich das beim Anprobieren anfühlt), oder zahl mehr, als der Schrott wert ist, aber plötzlich da stehen und sich fragen "Wozu brauch ich jetzt nochmal hundert Gros selbstdichtender Schaftbolzen?" ist mir noch nicht passiert. Naja, zumindest wenn es um irgendwie nennenswerte Beträge geht. Den Spielern das Kleingeld aus der Tasche zu ziehen ist mir zu dumm. Dafür gibts hoffentlich sowieso so was wie Lebensstil, um sich um ein paar Nuyen/Credits/Talerchen keine Gedanken machen zu müssen.

Etwas anderes Spielfeld, aber: Ich hab genug Erfahrung im LARP, um die versichern zu können, dass es ein Unterschied ist, ob man im Kampf was auf die Mütze bekommt, oder sich zu Dingen überreden zu lassen, die man einfach für unsinnig oder dumm hält. Ja, manchmal ist man sich nicht sicher (und wird dann zu sowas überredet), oder man steigt freiwillig drauf ein, weil man vorsätzlich Dummheiten begeht oder die Idee einfach zu lustig klingt, aber es ist einfach nicht das gleiche.

Und, btw, ein Mit-Shadowrunner ist vor Jahren mal draufgegangen, weil er sich auf einer Party von der Falschen hat abschleppen lassen. Der wusste, dass eine Bande japanischer Oberklasse-Assassinen hinter uns her war, und zieht trotzdem mit ner Asiatin ab. Da wurde nicht gewürfelt (und echten Sex gabs natürlich auch keinen...), hat trotzdem geklappt. Wär der Grund jetzt nur "Hat halt gut gewürfelt" gewesen, wär es mE einfach blöd. So: Ist halt im wahrsten Sinne des Wortes dumm gelaufen...

EDIT: Gut, vielleicht hab ich auch zu lange nicht mehr mit dreifach Teflon-beschichteten Uber-SCs gespielt.

Pyromancer:

--- Zitat von: Isegrim am  2.05.2017 | 16:48 ---Die Gleichsetzung von Kampf und  und sozialer Interaktion finde ich tatsächlich sehr seltsam. Das sind einfach zwei verschiedene Paar Schuhe. Nö, ich kauf eigentlich nichts, was ich nicht haben will.

--- Ende Zitat ---
Das ist ja der WITZ an einem guten Verkäufer. Er überzeugt dich davon, DASS du es haben willst. Bei dir und mir klappt das natürlich nicht, weil wir so intelligent, rational und selbstkontrolliert sind - bei D&D wäre das wahrscheinlich ein hoher Weisheits-Wert, der verhindert, dass man auf sowas reinfällt.

Aber Teleshopping exisitert, weil es funktioniert.

Isegrim:
Wie gesagt, nennenswerte Beträge. Was hat ne Rollenspielrunde gewonnen, wenn ein SC einen selbstreinigenden Entsafter mehr und ein paar Groschen weniger hat? Nichts. Die neuesten Kinkerlitzchen für das brandneue Sturmgewehr kaufen SCs meiner Erfahrung nach gerne freiwillig, auch wenn die Vorteile regeltechnisch eher bescheiden sind. Ich sehe einfach keine Vorteile darin, die Spieler zu sowas mittels Würfeln zu zwingen.

Issi:

--- Zitat ---Etwas anderes Spielfeld, aber: Ich hab genug Erfahrung im LARP, um die versichern zu können, dass es ein Unterschied ist, ob man im Kampf was auf die Mütze bekommt, oder sich zu Dingen überreden zu lassen, die man einfach für unsinnig oder dumm hält. Ja, manchmal ist man sich nicht sicher (und wird dann zu sowas überredet), oder man steigt freiwillig drauf ein, weil man vorsätzlich Dummheiten begeht oder die Idee einfach zu lustig klingt, aber es ist einfach nicht das gleiche.

--- Ende Zitat ---

Ich finde es als SL tatsächlich auch kein Problem SCs  Dinge aufzuschwatzen, die sich hinterher als nicht so tauglich erweisen, (auch ohne Würfel).
Und jemanden über Würfelwurf gefügig zu machen, davon lasse ich ganz die Finger. Wenn die Figuren eine Verbindung wollen, läuft das sowieso. Und gute Rollenspieler lassen ihre Figuren auch mal auf die "bösen Mädchen bzw. Jungs " reinfallen, weil es einfach zu ihrer Figur passt.
Zumindest sehe ich generell davon ab soziale Fertigkeiten gegen Spieler einzusetzen.
(Ohne, dass ich mich irgendwann bewusst dazu entschlossen hätte. Ich fand es wohl immer schon nicht notwendig oder als mein Mittel der Wahl.)
Umgekehrt lasse ich SC ihre sozialen Fertigkeiten gegen NSC einsetzen. Wenn ihre Argumente eine Chance haben den NSC zu überzeugen. Weil dieser dafür zugänglich ist. Wenn die aussichtslos sind kann man auf den Wurf verzichten.

Der Vorteil ist für mich Folgender: Kein Spieler muß seine Figur etwas empfinden oder tun lassen, was er selbst nicht nachempfinden oder nachvollziehen kann.
Ich selbst habe als SL auch keinen Nachteil, weil ich ja den Wurf der Spieler gegen den NSC vorher abschätzen und ggf modifizieren kann. Oder falls der NPC nicht zugänglich ist für die Argumentation kann auch ganz auf den Wurf verzichtet werden.
(Außerdem sind es ja nur NSC zu denen ich eine weniger starke Verbindung habe als zu einem eigenen SC.)

Als Spieler mag ich es nicht so gerne Empfindungen und Handlungen nachzustellen,(nur aufgrund eines Würfelwurfs) die ich nicht nachvollziehen kann. Aus diesem Grund sollen das auch meine Spieler nicht müssen.
Und die SL bei denen ich spiele handhaben das ebenfalls so.- Eigentlich eine Hausregel, die schon immer so war, die aber für alle gut funktioniert.

Wenn der Spielleiter einen NSC gut spielt, und gute Argumente bringt, dann lasse ich meine Figur dafür auch gerne mal was Blödes oder Waghalsiges tun. (Auch wenn ich als Spieler vielleicht eine Ahnung habe)- Notfalls gehe ich mit dem bösen Buben mit, weil er einfach neugierig macht oder gutaussieht oder meine Figur gerade nichts besseres vorhat.
Ich möchte nur nicht allein durch die Würfel gezwungen werden.

Sonst kommt bei mir so ein:............."Ok,  dann erzähl du mir halt was meine Figur als nächstes macht"........Gefühl auf.

Natürlich gibt es eine große Bandbreite zwischen einem relativ harmlosen "du lässt dich von einem Verkäufer veräppeln " bis zu "du lässt dich auf diesen Typen ein." Oder gar "der Mann in Schwarz überredet dich einfach. Du findest den Vorschlag ihm das Amulett zu geben jetzt gut." ;)

Da muß, kann, sollte man mMn. durchaus differenzieren. Es gibt harmlose Sachen die nicht großartig relevant sind und absolut drastische Sachen, die in das Fühlen und Handeln einer Figur bzw. ihres Spielers enorm eingreifen können.

Pyromancer:

--- Zitat von: Isegrim am  2.05.2017 | 17:25 ---Wie gesagt, nennenswerte Beträge. Was hat ne Rollenspielrunde gewonnen, wenn ein SC einen selbstreinigenden Entsafter mehr und ein paar Groschen weniger hat? Nichts. Die neuesten Kinkerlitzchen für das brandneue Sturmgewehr kaufen SCs meiner Erfahrung nach gerne freiwillig, auch wenn die Vorteile regeltechnisch eher bescheiden sind. Ich sehe einfach keine Vorteile darin, die Spieler zu sowas mittels Würfeln zu zwingen.

--- Ende Zitat ---

So eine Situation entsteht ja nur, wenn Geld und Ausrüstung nicht abstrakt gehandhabt wird, "Zeug auf dem Basar einkaufen" ÜBERHAUPT ausgespielt wird, UND wenn dann noch auf "Feilschen" o.ä. gewürfelt wird, weil der Charakter ein paar Goldstücke sparen will. D.h. in Runden, in denen es RELEVANT ist.
Da wird dann z.B. Feilschen gegen Feilschen gewürfelt, und für jeden Erfolg des SC sinkt der Preis um 10%, und für jeden Erfolg des Händlers steigt der Preis um 10%. Und dann muss der Spieler halt auch mal akzeptieren, dass der Charakter 120 Goldstücke ausgibt für ein Schwert mit Listenpreis 100 GS. Und tatsächlich tun das die allermeisten Spieler auch.

In Runden, in denen Geld und Ausrüstung abstrakt gehandhabt wird, kommt so etwas naturgemäß nicht vor.

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