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Würfeln? Du fängst wahrscheinlich falsch rum an.
Greifenklause:
Sind sie nicht:
-- Sozialer Stand
-- Dicke des Geldbeutels
-- Grundlegende sexuelle oder andere Einstellungen
Es gibt diverse Variablen und Konstanten, die eine ähnliche, wenn nicht noch härtere Auswirkungen als "Rüstungen im Kampf" haben.
Der einzige Unterschied ist: Sie sind meist nicht klar beziffert.
"Gefühlt" mag das ja stimmen.
"Gefühlt" streiche ich aber auch im Kampf nicht einfach 5 LE bei "Spielfigur, genannt Talrich" ab, sondern fiebere mit.
Das Hauptproblem ist ein gänzlich anderes:
So oft wird das Mantra "Spielerwissen und Charakterwissen trennen!" heruntergebetet und meist geht es da nicht nur um "Wissen", sondern auch um "Einstellungen und Empfindungen". Im Kampf, Zauberei und dergleichen geht das oft hervorragend. Selbst im körperlichen Bereich und oft im Wissensbereich klappt das ganz gut.
Och halt: Das mag daran liegen, dass gerade in diesen Bereichen die Charaktere meist "besser" sind als der Spieler.
Und im Wissensbereich liegen oft so unterschiedliche Fachbereiche zwischen Spieler und SC vor, dass die bittere Pille schnell geschluckt wird.
Aber im sozialen Bereich fühlt man sich schnell als "Verlierer".
Sei es "Das hätte ich nie gesagt!" (Nicht du, aber dein Charakter)
Sei es "Mein Charakter lässt sich nicht verführen!" (Genau das Gegenteil: Hier wird dem Char künstlich eine Stärke ins Protokoll geschrieben)
Sei es "Ich nehme nur 10 Gold mit und kaufe davon NUR ein Schwert!" (Ne, ist klar! Von solchen Leuten wimmelt es sicher auf mittelalterlichen Marktplätzen. Das hat bestimmt noch NIE jemand ausprobiert und es ist sicherlich eine absolut narrensichere Methode... :Ironie: )
Alles falsch:
Deine Werte geben grundsätzlich das Können des SC an. Bei durchschnittlichen Werten heißt das:
1.) "Selbstverständlich lässt er sich abundzu übertölpeln"
2.) "Selbstverständlich passiert das nicht dauernd in extremer Weise"
Und je nach Können des Gegenübers ändern sich die Wahrscheinlichkeiten.
Und selbstverständlich gibt es Unmöglichkeiten.
Und unabhängig davon (!) mag es "rote Linien" geben, die man aus Gruppenkonsens nicht überschreitet.
EDIT: Da bin ich durchaus bei Wulfhelm. Aber eben erst bei Roten Linien
Wulfhelm:
--- Zitat von: Isegrim am 2.05.2017 | 17:25 ---Die neuesten Kinkerlitzchen für das brandneue Sturmgewehr kaufen SCs meiner Erfahrung nach gerne freiwillig, auch wenn die Vorteile regeltechnisch eher bescheiden sind. Ic
--- Ende Zitat ---
Übrigens ist das ein Ansatz, um das Aufschwatzen problemlos ohne Spielerentmachtung durchzubekommen.
Nicht: (Händler schafft Feilschen-Wurf super, Spieler vergeigt Sich-mit-Schwertern-auskennen-Wurf) "Auf dem Marktplatz bekommst Du ein einfaches Schwert für 100 Dukaten aufgeschwatzt."
Sondern: (Händler schafft Feilschen-Wurf super, Spieler vergeigt Sich-mit-Schwertern-auskennen-Wurf) "Dir fällt am Waffenstand ein Stück auf, das der Händler gerade schon weglegen wollte. Scheint sehr gut gearbeitet zu sein. Du kommst mit dem Händler ein bißchen ins Gespräch und findest heraus, dass dieses Tuzakmesser von Meister Nisemonois von Tuzak persönlich gefertigt wurde..." "Ey, erzählt der das nur?" "Nein, die Signatur an der Angel bestätigt es auch. Alles in allem sehr hohe Qualität, würdest Du sagen. Regeltechnisch +1 TP und -1 BF Deiner Einschätzung nach." "Und was will der dafür haben? 100 Dukaten. Oh Mann, da ist ja die gesamte Belohnung gleich flöten... naja, ist gut investiert."
Das einzige Problem ist, dass man das dann auch immer so machen muss - auch bei Schwertern, die wirklich gut sind.
Wulfhelm:
--- Zitat von: Greifenklause am 3.05.2017 | 09:51 ---Sei es "Das hätte ich nie gesagt!" (Nicht du, aber dein Charakter)
--- Ende Zitat ---
Damit tötet man nur halt das, was viele als Rollenspiel im eigentlichen Sinne sehen und was außerhalb des PnP-Rollenspiels auch ist.
Ich versuche es mal um die Ecke klar zu machen: Im Bereich "Soziale Interaktion" kann man auch am heimischen Spieltisch LARPen. Oder wie Issi sagt:
Bei sozialen Fertigkeiten denkt, empfindet und agiert d.h. spricht der Spieler direkt für seine Figur. Als wäre er an ihrer Stelle.
Er kann das was die Figur kommuniziert direkt ausführen.
bobibob bobsen:
Ich fühle mich gerade irgendwie ins DSA Forum versetzt.
Vielleicht sollten einge Personen überlegen ob sich ihre Aussagen einfach so verallgemeinern lassen oder ob es "nur" eine persönliche Erfahrung oder Präferenz ist.
Issi:
Spieler Wissen und Charakter Wissen trennen, hat mMn. vor allem den Sinn, dass Spieler durch ihr Vorwissen nicht das Abenteuer zerstören.
Eine Trennung in allen Bereichen wäre mMn. für die Immersion jedoch hinderlich.
Insofern ist der Spruch. Du musst Spieler und Charakter Wissen trennen finde ich schon richtig. Die Frage ist nur in welchem Kontext.
Sich in die Figur einfühlen und hinein denken ist ja für viele erklärtes Ziel im Rollenspiel. Hier muss keine Trennung fokussiert werden.
Was die Kenntnis von Informationen betrifft die das Abenteuer gefährden ist eine andere Sache.
Es geht mMn. nicht darum dass man nur sich selbst in einer anderen Rolle spielt oder dass alles nur so läuft wie man will, weil man jede Niederlage persönlich nimmt.
Das meine ich ganz und gar nicht. Ich kann auch eine Figur spielen die mir sehr unähnlich ist, und trotzdem muss ich mich ein Stück weit in sie einfühlen um ihre Reaktionen und Handlungen zu bestimmen. Jeder Spieler investiert da etwas von sich.
Und das ist mMn. nicht egal. Und sollte deshalb auch Berücksichtigung finden. :)
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