Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Spielleiterthemen
Railroading-Debatte, war: Angst vor Railroading?
:
--- Zitat von: Der Läuterer am 14.05.2017 | 19:51 ---Ist Railroading ein Gefühl? Absolut. Ebenso wie Sandboxing ein Gefühl ist.
Was beide Begriffe unterscheidet, ist mMn die Fähigkeit des SLs zu improvisieren.
Wenn der SL das NICHT gut hinbekommt, empfinden es die Spieler als RR.
Bekommt der SL das gut hin, nennt man es SB - was aber eigentlich eine Illusion ist.
--- Ende Zitat ---
Ach komm, das ist doch totaler Quark. Wenn Du als SL die Handlungsoptionen der Spieler entgegen der Gegebenheiten der Regeln und/oder des Settings künstlich und bewusst einschränkst, dann ist das ein klar zu benennender Vorgang. Ich würde das bereits Railroading nennen und kann das begründen. Andere nennen das erst Railroading, wenn die Spieler derlei Eingriffe bemerken und doof finden. Deshalb muss Edwin in diesem Thread übrigens auch keinerlei schlechtes Gewissen oder gar Angst haben. Denn egal, wie man es dreht und wendet: er railroadet nicht. Er verfälscht nicht den Lauf der Dinge und die Spieler kreiden es ihm erst recht nicht an.
Auf jeden Fall handelt es sich bei Railroading originär aber um eine bewusste Entscheidung des SL. Und eben diese bewusste Entscheidung trifft man als SL nun mal nicht bei allen Spielvarianten bzw. vermeidet es im Falle bestimmter Spielvorlieben sogar ganz explizit und aus guten Gründen. Beim Sandboxing beispielsweise. Das sagt nichts über Qualität aus. Das sagt auch nichts über Kompetenz aus. Die irrige Annahme, dass railroadende Spielleiter gleichzeitig schlechte Spielleiter oder gar schlechte Menschen sind bzw. sein müssen, ist reine Propaganda und dummes Zeug. Wenn der SL in einer Sandbox nicht gut improvisieren kann, entsteht Langeweile, Leerlauf, das Gefühl der Orientierungslosigkeit, der Eindruck von Beliebigkeit, der Verlust von Konsistenzwahrnehmung, vermisst wird Plausibilität, Tiefe, Folgerichtigkeit. Das kann alles sein. Aber mit Sicherheit wird ein einigermaßen informierter SL, der eine Sandbox leitet, nicht anfangen mit Railroading. Das würde das ganze Prinzip ad absurdum führen.
Echt jetzt: so sehr ich ganz viele Deiner Posts mag und begeistert Deinen Rezensionen und Gedanken folge. Bevor Du in Bezug auf Railroading einfach mal Quark in die Landschaft setzt, lies Dich bitte ein bisschen ein. Informier Dich. Sonst ist das ärgerlich für alle, die über das Thema bereits ein bisschen tiefer nachgedacht haben. Wenn Du möchtest, kann ich Dir via PM sogar Links raussuchen. Sandboxing eignet sich halt nur recht wenig für Cthulhu. Da ist Railroading im Vergleich zu anderen Rollenspielen sehr stark verbreitet, weil die Abenteuer/Geschichten klassischen Horrorthemen folgen. Da geht es ganz stark und häufig um Plots und deren Entwicklung. Vieles ist in seiner Struktur schon vorgegeben, weil die Topoi und Tropes klarer zu benennen sind und entsprechend bedient werden. Deshalb finden sich bei Cthulhu so viele Railroader. Das ist in Ordnung. Wenn man es weiß, ist alles klar. Dadurch sind Cthulhu-Spieler keine schlechteren Menschen. Auch keine schlechteren Rollenspieler. Kann man Cthulhu auch anders spielen? Klar, ist aber aufwendiger aus vielerlei Gründen. Sorry für die sperrigen Worte. Danke.
Viral:
--- Zitat von: Wandler am 14.05.2017 | 13:29 ---[...] "Der Charakter lebt auf Seite 14 im Abenteuer noch - ihr wisst halt nicht warum er jetzt doch lebt." [...]
--- Ende Zitat ---
da bin ich klar deiner Meinung.
Mit "defintiv besiegt" meinte ich, dass die Spieler sich ehrlich lange den Kopf zerbrochen haben um alle Backup-Lösungen/Hintertürchen, wie der Bösewicht zurückkommen könnte, zu verhindern. Ich wollte jetzt nur nicht eine 200 Zeilen Begriffserläuterung schreiben .... wenn man es nicht mutwillig missverstehen will, denke ich kommt schon raus was ich meine.
Zudem ist das auch nur mein persönlicher Geschmack, sprich ich würde mich da langweilen. Andere Leute können ja ruhig da ihren Spass haben, die dürfen halt nicht beleidigt sein, wenn ich aus so einer Runde spontan aussteige (z. B. wenn ich da unverhofft auf einer Con drin gelandet bin).
:
@ Wandler: Das ist ebenfalls dummes Zeug, nur aus der anderen Indoktrinationsrichtung. NIEMAND MÖCHTE EINE MAUER BAUEN. Get your facts straight. Aber macht Ihr mal ohne mich weiter. Ich bin ja nicht im pädagogischen Auftrag unterwegs. Jeder soll sich das Thema meinetwegen wieder selbst von neuem erschließen. Ich muss nicht immer wieder von vorne starten, sorry. Viel Spaß noch.
Mir war nur wichtig, dem Edwin virtuell rüberzuwinken. Auch möchte ich feststellen, dass der Bursche unabhängig von den jeweiligen Meinungen tatsächlich von allen Beteiligten seine Props bekommen hat. Wunderbar. Das reicht mir.
EDIT: Glückwunsch zum 1000. Post und bitte entschuldige, dass ich Dir ausgerechnet da so rüde über den Mund fahre.
Wellentänzer:
1. Diverse Leute, die zu diesem Thread beitragen, haben Railroadern krasse charakterliche Defizite unterstellt. Darunter die unterste Schublade.
2. Railroading ist zweifellos eine harte Maßnahme. Wichtig für eine qualitative Bewertung ist aber die Rezeption der Spieler inklusive eines Vergleichs mit den Alternativen. Und da kann ich mir blendend im Nachgang eine Bewertung wie die folgende vorstellen:
"Mensch. Vielen Dank für den Holzhammer. Wenn Du uns nicht so unsanft auf die Gleise gesetzt hättest, wären wir womöglich ewig orientierungslos herumgeirrt. Dank Deiner Steuerung hatten wir einen großartigen Abend inklusive eines wahnsinnig geilen Finales!"
Man muss das nicht mögen. Aber es gibt mit Sicherheit viele Gruppen, die Railroading als Maßnahme des SL zu schätzen wissen und den Alternativen vorziehen. Je stärker die am Reenactment entlangschubbern, desto stärker dürften die entsprechenden Präferenzen ausgeprägt sein. Selbst für die härteren RR-Varianten wird es mit Sicherheit genügend Sympathisanten geben. Und deshalb sind die Überlegungen zu Deinem zweiten Punkt solch ein Quark.
Crimson King:
Hier findet sich mal wieder ein schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn zwei Parteien den gleichen Begriff benutzen, aber unterschiedlich belegen.
Etwas ärgerlich wird es dann, wenn ein Diskutant genau weiß, dass diese Unklarheit auf Definitionsebene existiert, aber anstatt sich zu bemühen, die Situation zu klären, einfach seine Wunschdefinition als gegeben und wahr durchknüppelt.
Zum Eingangspost ist allerdings alles gesagt, nur nicht von jedem. Deshalb mache ich es auch noch mal: Edwin, du machst alles richtig. Weiter so.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln