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HBO - Confederate
Der Rote Baron:
Stimme zu. Einerseits liefe der von dir vorgeschlagene alternative Geschichtsentwurf dem amerikaniscen Selbstverständnis zuwider, andererseits überstiege es aber wohl auch das, was man dem "normalen" TV-Konsumenten zumuten möchte/ kann. In GoT akzeptiert dieser zwar Irrungen und Wirrungen (ist ja Fantasy, da kann man im Zweifel handwedeln und sagen "So sind se halt in Dingsdaland!"), aber bei realer Geschichte beschränke man sich auf EINE Wendung - und dann war es das auch. Ansonsten läuft von dann zumindest moralisch alles wie gehabt.
"Sozialismus läuft glatt" - ich bitte doch sehr hier! Ne, auf den Plantagen wird noch 1999 gepeitscht - und vielleicht gibt es keine Internet. Das muss es aber auch gewesen sein. Ach ja - und Kennedy, Rosa Parks und Martin Luther King kämpfen gegen die Sklaverei im Süden - und Malcom Little (=Malcolm X) macht auf radikalen Terrorismus - dann hat man ein paar "Irrwege" bei den Guten gleich mit drin.
Lichtschwerttänzer:
Ist eine Wendung auf der alles aufbaut, nicht der Standard bei Alternativer Geschichte?
Btw wie wahrscheinlich ist eigentlich ein Sieg der Mittelmächte über die Entente auch ohne Eingreifen der USA?
Der Rote Baron:
Nicht sehr. Das Eingreifen und die Wende durch den Kriegseintritt der USA war allerdings weniger deren übrlegenen Kampfkraft geschuldet, als dass die Entete plötzlich einen Haufen frische (wen auf kampfunerprobte) Truppen an die Front wrefen konnte, wohingegen alle anderen Kriegsteilnehmer schon ziemlich ihre Kräfte ausgeschöpft hatten.
Es liefe ohne die USA wahrscheinlich irgendwann auf einenn Friedensschluss heraus, der für Deutschland vielleicht zu Verlusten im Westen geführt hätte ("Okay, Lothringen zurück an Frankreich."), aber mit dem Halten anderer Gebiete ("Aber den Elsass behalten wir!") und vielleicht der Annektion von Teilen Belgiens bzw. Zugriffsrechten auf die dortigen Kohlereviere. Und natürich einer massiven Ausdehnung des Staatsgebietes nach Osten (Gebietsgewinne durch den Frieden von Brest-Litowsk).
Interessant ist natürlich, ob die CSA die USA in der Art besiegt hätten, dass die USA sich auflösten, oder ob es einfach nur zwei Staatenbünde gegeben hätte. Ich würde letzteres vermuten, das die Konföderation im Bürgerkrieg vor allem an dem Bestand des eigenen Staatengebildes interessiert war (mit Sklaven). Eine territoriale Ausdehnung sah man eher in der Karibik und Mittelamerika (Traum von der "One Great Slave Republic" einiger Sklavereiebefürworter noch von vor der Sezession).
Dadurch wären die USA erheblich schwächer und die CSA beim Kriegseintritt der USA (auf welcher Seite auch immer) ein natürlicher Kriegsparter für die jeweilieg Gegenseite. Der 1. WK hätte dann seine Entsprechung in einer Neuauflage des Bürgerkrieges.
Wulfhelm:
Ist OT, aber ich sehe es aufgrund der Lage 1917 ähnlich wie der Rote Baron: Wahrscheinlich ist ein für Deutschland netto vorteilhaftes Patt. Frankreich und Großbritannien waren 1917 in ihrer Siegessicherheit aufgrund des sich abzeichnenden Niedergangs des russischen Verbündeten schon sehr angeschlagen. Wenn die Ereignisse im Osten ansonsten ähnlich gelaufen wären - nämlich mit einem regelrechten Zusammenbruch Russlands und einer praktisch unangefochtenen Vorherrschaft der Mittelmächte in Osteuropa - ohne dass die neue Kraftquelle in Form der USA auf der Bildfläche erschienen wäre, hätte das den Kriegswillen mit ziemlicher Sicherheit auf ein Niveau reduziert, bei dem ein einigermaßen gesichtswahrender Frieden im Westen (IIRC war eine Rückgabe zumindest von Teilen Lothringens als diplomatisches Lockmittel in Deutschland durchaus diskutiert worden) als einzige gangbare Option erscheinen musste.
Wie auch schon gesagt, war das weniger der unmittelbaren Kampfkraft der tatsächlich eingesetzten amerikanischen Truppen geschuldet und mehr dem Umstand, dass diese neue, immense strategische und wirtschaftliche Reserve der Entente/Alliierten das Gesetz des Handelns klar zu deren Gunsten verschob. Ohne die USA als potentielle gegnerische Großmacht hätte Deutschland das tollkühne Vabanquespiel der Frühjahrsoffensive 1918 nicht nötig gehabt, sondern im Westen auf Zeit spielen können, während es sich die Kräfte des unterworfenen Osteuropa nutzbar macht. Auf der anderen Seite hätten die westlichen Gegner nicht den sicheren Rückhalt gehabt, um ihrerseits Kräfte bei einer großen Offensive zu riskieren.
Pyromancer:
--- Zitat von: Der Rote Baron am 27.07.2017 | 09:36 ---Es liefe ohne die USA wahrscheinlich irgendwann auf einenn Friedensschluss heraus, der für Deutschland vielleicht zu Verlusten im Westen geführt hätte ("Okay, Lothringen zurück an Frankreich."), aber mit dem Halten anderer Gebiete ("Aber den Elsass behalten wir!") und vielleicht der Annektion von Teilen Belgiens bzw. Zugriffsrechten auf die dortigen Kohlereviere. Und natürich einer massiven Ausdehnung des Staatsgebietes nach Osten (Gebietsgewinne durch den Frieden von Brest-Litowsk).
--- Ende Zitat ---
Dazu kann ich das Buch "Kriegsland im Osten" von Liulevicius empfehlen. Die Militärverwaltung in "Ober Ost" hatte ganz eigene Pläne für die neuen Ostgebiete, deren Umsetzung 1918 auch schon angelaufen war.
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