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Empfehlenswerte Dokumentationen
Huhn:
Hallo ihr Lieben,
ich hab grad mal wieder Lust auf Dokus und aufs Schwatzen über selbige und da ich via Suchfunktion keinen Sammelthread dafür gefunden habe, mach ich grad mal einen auf.
Was habt ihr so in den letzten Jahren für Dokus gesehen, die ihr besonders interessant/eindrucksvoll/überraschend/gut gemacht/witzig/erschütternd oder sonst irgendwie bemerkenswert fandet? Was hat euch daran so gut gefallen?
Ich mach gleich selbst mal den Anfang mit "Dragon Girls" (auf deutsch: "Drachenmädchen"), eine Doku über drei Mädchen, die auf eine chinesische Kung-Fu-Schule gehen. Die Doku ist, trotz vieler beeindruckender Trainingsszenen im Allgemeinen sehr ruhig. Die Mädchen selbst kommen ausführlich zu Wort und die Doku selbst wertet, wenn überhaupt, nur sehr hintersinnig (beispielsweise, indem die Worte der Mädchen mit denen des Schuldirektors kontrastiert werden). So bleibt es der Person vor dem Bildschirm selbst überlassen, sich ein Urteil zu bilden. Neben dem Alltag in der Schule und natürlich den Mädchen, die dieses Internat bewohnen, vermittelt die Doku vor allem auch Hintergründe zum Geschehen - wieso schicken Eltern ihre Kinder auf eine solche Schule, wie passt die Schule ins chinesische Staatsprogramm etc. Trotz des ruhigen Tonfalls wird die Doku nie eintönig oder langweilig. Ich hab die jetzt schon zwei- oder dreimal gesehen und werde sie mir demnächst auch kaufen, weil ich das Gefühl habe, sie noch einige Male schauen zu wollen. Mich bringt sie immer, wenn ich meine, es schwer zu haben, auf den Boden der Tatsachen zurück.
Ein anderer Dauerbrenner bei mir ist "Die Mondverschwörung". Ein US-amerikanischer Journalist macht sich auf, das Verhältnis der Deutschen zum Mond zu ergründen und tut zunehmend abgefahrene Leute auf. Am Anfang isses noch echt witzig, aber irgendwann schlägt das Ganze dermaßen paranoide und xenophobe Töne an, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Axel Stoll kommt da auch drin vor, ist aber nichtmal der schrägste Vogel... und ja, das will was heißen...
Die Doku lebt davon, dass Journalist Dennis seine Interviepartner/innen wirklich ernst nimmt und nicht bösartig vorführt oder versucht, ihre Argumentationen zu widerlegen. Die Doku macht zwischen den Zeilen trotzdem recht deutlich, was sie von dem Geschwafel hält.
Ayou:
Interessantes Thema!
Ich schaue auch sehr gerne Dokus. Eine Eine meiner Lieblingsdokureihe ist Chef's Table. Eine tolle Serie über das Essen und die verschiedenen Kochstile in unterschiedlichen Ländern. Food Porn at it´s best.
Dr. Clownerie:
Mondverschwörung ist der Hammer. Muss man wissen!
Ich kann nur Werner Herzog empfehlen. Da kann man alle Dokus gucken und die sind alle gut. Sie Reihe im Todestrakt ist beeindruckend schrecklich. Gasherboum mit einem jungen Reinhold Messner ist sehr ergreifend. Wovon träumt das Internet ist die letzte Doku die er gemacht hat. Der Klassiker ist ja Mein liebster Feind über die Dreharbeiten mit Kinski.
Auch sehr gut war die True Crime Doku Making a Murderer oder auch The Jynx. The Keepers gucke ich gerade auf Netflix, aber bin noch nicht durch.
Kingdom of Dreams and Madness über das Studio Ghibli war auch toll.
Page One: A Year Inside the New York Times fand ich auch sehr spannend.
Fog of War: Eleven Lessons from the Life of Robert S. McNamara - Über den Kalten Krieg
Richtig gute Sachen :)
Und noch was eingefallen:
Über Umberto Eco
Huhn:
--- Zitat von: Dr. Clownerie am 6.08.2017 | 10:07 ---Wovon träumt das Internet
--- Ende Zitat ---
Ach cool, die wird im November im Rahmen der GlobaLE in Leipzig gezeigt. Das merk ich mir mal vor. :)
DaveInc:
Ist zwar schon etwas her, aber ich finde auch heute noch Doku "we feed the world" absolut hervorragend... Es gibt auch die Doku "unser täglich Brot", die in die gleiche Kerbe schlägt... es geht dabei darum wie furchtbar wir mit unseren Lebensmitteln umgehen... Und das eigentlich niemand auf der Welt Hunger leiden müsste... Besonders die erste Doku ist aber so eindrucksvoll, weil sie den Alltag der Bauern und Nahrungs Produzenten zeigt, und zum Schluss ein Interview mit dem Nestle Chef als Kontrapunkt setzt...
Zum anderen empfehle ich auch immer noch den Leuten "eine unbequeme Wahrheit" mal gesehen zu haben... das ist die bekannte Präsentation von Al Gore über den Klimawandel...
Und was ich auch ganz toll finden sind die "yes-men" Dokumentationen ... Globalisierungskritiker, die mit lustigen Aktionen auf das Problem aufmerksam machen...
Und nach der schweren Kost darfst dann auch gern mal etwas leichteres sein... Ich mag ja Musiker Dokumentation unfassbar gerne... Da habe ich vor kurzem was cooles gesehen... Fifteen feet from stardom ... eine Dokumentation über sehr talentierte Backgroundsängerin, die versucht haben eine Solokarriere zu starten, daran aber gescheitert sind... aber natürlich gibt's da einen Haufen... Ich fande die über Cab Calloway und Duke Ellington auch immer ganz schön...
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