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Warum läuft Fantasy besser als jede anderes Genre?
Arlecchino:
--- Zitat von: YY am 18.08.2017 | 17:08 ---Einspruch:
SR bietet genau die Konzepte und Fragestellungen und macht sie zum zentralen Inhalt, die hier als problematisch benannt wurden.
Nicht nur, aber auch.
--- Ende Zitat ---
Ja. Aber man spielt Elfen und Orks. Da muss man sich ja nur halb so weit von der Comfort Zone wegbewegen ;)
@Thread
Ich würde den meisten bisher genannten Punkten beipflichten. Vertrautheit, Simplizität und leichterer Einstieg durch popkulturelles cloud-Wissen.
Mit in den Topf würde ich die frühe (kindliche) Prägung werfen. Drachen, Magier und Ritter sind klassische Teile von Mythen, Geschichten, Legenden und eben auch Märchen, auf denen Fantasy basiert. Viele Menschen, die später irgenwie beruflich oder zumindest hobbymäßig bei Nerd- und Rollenspielkram landen können lebhaft über ihre ersten Erfahrungen mit Fantasykonzepten berichten. Es ist auch einfach Teil eines kollektiven Gedächtnis und einer Vorstellungswelt, die unmittelbar mit dem bloßen Konzept von Kreativität, Vorstellungskraft und Eskapismus assoziiert wird. Magier/Hexen und Drachen sind literally die ersten Dinge, die Leuten einfallen, sobald sie dazu aufgerufen werden, irgendwas aus dem Bereich "Anderswelt", "Märchen" o. ä. zu benennen.
Der Läuterer:
Fantasy kann jeder, auch ohne Hintergrundwissen. Es ist eingängig, vertraut und einfach strukturiert, wie die Märchen der Kindheit. Diese verklärte Bodenständigkeit erdet den Spieler.
Arlecchino:
Ach, ich würd die Bodenständigkeit nicht unbedingt verklärt nennen, die kann schon sehr real sein - und damit auch völlig unproblematisch. Im Gegenzug würde ich auch nochmal betonen, dass Fantasy auch sehr komplex sein kann (und im besten Fall auch ist). Als Reflektion realer Historie oder gesellschaftlicher Umstände erfüllt es in vielerlei Hinsicht die gleiche Funktionen wie der Mythos als Solcher. Kann übrigens auch ein Teil des Erfolgskonzeptes sein.
Moonmoth:
--- Zitat von: Arlecchino am 18.08.2017 | 17:17 ---Ja. Aber man spielt Elfen und Orks. Da muss man sich ja nur halb so weit von der Comfort Zone wegbewegen ;)
--- Ende Zitat ---
Genau. Darum schrieb ich auch ganz bewusst „Einstieg“.
--- Zitat von: Arlecchino am 18.08.2017 | 17:17 ---Mit in den Topf würde ich die frühe (kindliche) Prägung werfen. Drachen, Magier und Ritter sind klassische Teile von Mythen, Geschichten, Legenden und eben auch Märchen, auf denen Fantasy basiert.
--- Ende Zitat ---
Genau das. Es recht eben oft aus, einfach einen ersten Ansatz für das Verständnis zu haben - sobald man dann tiefer in der Sache eintaucht, ist man eh verloren :-)
Lyonesse:
Fantasy wird immer bleiben, denn erstens ist das Genre riesig und zweitens so alt wie die Menschheit.
Die ersten überlieferten Geschichten sind Heldenreisen mit Göttern und Magie, also klassischen Fantasy-
elementen. Die waren auch nie weg, das Genre erlangte mit der Wiederentdeckung Tolkiens in der Umbruch-
zeit der 60er Jahre in den Studentenkreisen nur eine immense Popularität, die auch dank der zahllosen Epigonen,
die folgten, bis heute anhält. Das ist Sehnsuchtsliteratur nach einem romantisch verklärten Mittelalter und
einer intakten Natur, wo die Abenteuerlust des Individuums voll befriedigt werden kann. Darum muß da auch
wenig neues erfunden oder reformiert werden, es reicht in der Regel völlig, wenn die bekannten Versatzstücke
ein wenig gemischt und vermeintlich neu zusammen gesetzt werden. Und hin und wieder kann man heutzutage
auch mal das Wort ''Fuck'' einstreuen. :P
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