Das Tanelorn spielt > [Cthulhu] Spawn of Azathoth
[SoA] Smalltalk
Mondsänger:
Hallo zusammen,
Zunächst einmal danke für die freundlichen Worte :-). Ich möchte eingangs sagen, dass ich mich hier im menschlichen Miteinander immer wohl gefühlt habe. Ich habe bisher extra nichts genau zu den Gründen geschrieben, da ich nicht wusste, ob das jemanden interessiert, aber ich versuche es gerne in Worte zu fassen. Ich fange mal mit den "großen" Dingen an, die es mir persönlich schwer gemacht haben
- Die Postintervallschwankungen: An manchen Tagen überschlugen sich die Postings, dann passierte wieder Wochen nichts, was es mir schwer gemacht hat ein dauerhaftes Engagement aufzubauen
- Die Dauer der Storyentwicklung: Durch das Medium bedingt braucht die Geschichte recht lang, um voran zu schreiten. Das machte es mir schwer, alles im Kopf zu behalten.
- Meine eigene Art der Forennutzung: Ich persönlich schaue in der Downtime meines Jobs ins Forum. Da fällt mir die Einstimmung auf das Spiel schwer und konzentriertes Nachlesen von Inhalten ist meistens auch nicht drin. Zuhause und am WE nutze ich so gut wie keine Freizeit für Foren, was zusammen mit den beiden oberen Punkten die Sache für mich schwer gemacht hat
- Das Verständnis von Player Empowerment: Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin generell ein großes Fan des Konzepts im Rollenspiel. Als Neuling im Forenspiel hätte ich persönlich mir mehr Führung gewünscht, da ich mich zu unsicher fühlte um mit der Verantwortung gut umgehen zu können.
Daneben gibt es noch ein paar kleinere Dinge, die mich in Kombination mit den großen Punkten oben zu der Entscheidung gebracht haben
- Ich hatte immer latent ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht gepostet habe oder das Geschehen nicht voran gebracht habe. Was bei mir dazu geführt hat, dass ich manchmal aktiv vermieden habe ins Forum zu gucken
- Die stark gewünschte Form aus der Ich-Perspektive zu schreiben, liegt mir persönlich überhaupt nicht, da es überhaupt nicht meinen persönlichen Schreibstil entspricht. Ich hatte mir das Foren-RPG mehr wie eine gemeinsam geschriebene Geschichte vorgestellt und war deswegen wohl etwas enttäuscht, aber da kann ja niemand was für
- Geschriebener Dialekt oder Phonetik gefällt mir nicht, da es mir das Lesen schwer macht, was mir den Konsum unter den oben genanten Umständen sehr erschwert
Soweit meine Punkte. Es ist mir wichtig zu betonen, dass das alles sehr subjektive Wahrnehmungen sind und vor allem die "kleineren" Punkte an sich keine Dealbreaker sind. Für mich hat sich lediglich aus der Kombination aller Punkte auf die Dauer ein "ungutes Gefühl" entwickelt, wenn ich an das Forenspiel gedacht habe. Ich habe aufrichtig versucht meinen inneren Schweinehund hier zurückzupfeifen und mir en Ruck zu geben. Allerdings stellte sich das Gefühl immer wieder ein, weswegen ich mich am Ende dazu entschlossen habe, euch reinen Wein einzuschenken. Mir ist klar, dass das Ganze immer zu einem Bruch in der Geschichte führt. Ich denke aber auch, dass der Läuterer mehr als fähig ist, diesen Bruch in der Erzählung narrativ zu überbrücken und Hans "rauszuschreiben", denn die Beschreibungen und die aufgebaute Stimmung waren es, die mich immer wieder dazu gebracht haben zurück zu kommen.
Ich hoffe das macht es verständlich. Ich gehe auch nicht im Zorn oder sowas, bevor der falsche Eindruck entsteht. Ich werd auch weiterhin reinschauen, falls jemand hier ne Rückfrage an mich hat.
Der Läuterer:
Toll, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um zu antworten, Mondsänger.
Mir ist das Wohl und Wehe meiner Spieler sehr wichtig. Ich versuche immer so zu leiten, dass jeder möglichst seinen Spass hat. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.
Sicher wäre es einfacher für Dich gewesen, wenn Du Dich bereits früher geöffnet hättest.
Eine gleichmässige Post Frequenz wäre immer wünschenswert. Wie oft oder wie selten das stattfinden mag, ist Geschmacksache. Da gehen die Meinungen auseinander.
Ich habe versucht auf alle Spieler zu warten und dann weitergemacht.
Manchmal packt einen in solchen Fällen dann das schlechte Gewissen, wenn man nichts postet.
Mitunter kann es zäh werden im Spiel, ich weiss das. Man hat auch nicht immer Lust oder gerade andere Dinge im Kopf. Es ist deshalb nötig, einen etwas längeren Atem mitzubringen.
Und manchmal muss man seinem inneren Schweinehund auch mal in den Hintern treten.
Player Empowerment mag ich sehr gerne. Es ist mein Steckenpferd beim RPG. Viele Spieler mögen es nicht, oder wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Und jeder, der es anzunehmen versucht, braucht dazu etwas Zeit. Die einen sind zu zaghaft, andere versuchen ihren Char in den Gott Modus zu heben.
Ich habe absolut Verständnis dafür, wenn jemand sagt 'Sorry. Ist nicht meins.' wenn er es zumindest mal versucht hat.
Bei meinen Runden funktioniert das nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile gut.
Die Ich-Form soll der Tiefe des Plots dienen. Das ist eine Form von Immersion - sich in den Plot fallen lassen.
Auch hier habe ich absolut Verständnis dafür, wenn jemand sagt 'Nee. Mag ich nicht.'
Die Sache mit dem Dialekt kann ich ebenfalls nachvollziehen. Auch eine Form von Immersion.
So etwas verursacht, verständlicherweise, einen wesentlich grösseren Zeitaufwand um auf diese Art zu schreiben. Wieder einmal ein Mittel, um die Tiefe des Plots zu verstärken.
Aber ich werde an Dich denken und zukünftig Übersetzungen auf Hochdeutsch hinzufügen.
Wir hatten in einem früheren Forenspiel einmal einen Mitspieler, dem es nicht gefiel, wenn ich Fotos den NSC-Beschreibungen hinzugefügt habe. Zumeist waren dies Fotos von Schauspielern.
Tja, jeder hat so seine Geschmäcker.
In jedem Fall Dir alles Gute, Mondsänger. Schön, dass Du uns hier eine Zeitlang begleitet hast.
Joran:
@Mondsänger
Danke erst einmal für Deine ausführliche und ehrliche Aufstellung der Gründe.
Von einem Weggang im Zorn war hier sicher niemand ausgegangen.
Ich werde über Deine Hinweise noch öfters nachdenken und überlegen, wie man als SL oder als Spieler dem entgegenwirken könnte.
Manche Probleme kann ich persönlich sehr gut nachempfinden, wie etwa den Punkt "Player Empowerment". Es ist kein Geheimnis, dass ich persönlich bis heute meine Probleme damit habe, aber ich arrangiere mich und es ist kein No-Go für mich. Ich glaube aber, dass das Gefühl von zu wenig Führung für manchen frühere Spieler auch ein Problem war. Über Player-Empowerment habe ich andernorts unlängst eine längere interessante Diskussion geführt. Ich glaube viele sagen, dass sie es grundsätzlich mögen, um nicht als old-school zu gelten. Fragt man genauer nach, wird das Spielprinzip dann eher verwässert und es kommt etwas dabei heraus, was wir schon in den 80ern umgesetzt hatten, lange bevor es den Begriff gab. Ernsthaftes PE, das seinen Namen verdient, ist wirklich problematisch. Ich gebe offen zu, old-school zu sein und mit Player Empowerment und Sandbox sehr oft echte Probleme zu haben.
Als erstes ist mir aufgefallen, dass Dich die Ich-Perspektive abgeschreckt hat. Du bist nicht der erste, der damit Probleme hat. In einer anderen Forenrunde hat ein Spieler einmal versucht aus der Sicht eines außenstehenden Erzählers über seinen Protagonisten in dritter Person zu schreiben. Das haute nach meinem Empfinden überhaupt nicht hin, zumal dann auch noch die Zeitform nicht konsequent eingehalten wurde. Du müsstest das eigentlich mal im Vergleich ausprobieren. Ich stelle mir das sehr schwer vor und ich hatte mit dem Versuch in der anderen Forenrunde enorme Probleme schon beim reinen mitlesen. Eigentlich entspricht der Ich-Erzähler ja auch der Situation am Spieltisch bei PnP. Es ist interessant wie unterschiedlich und zugleich gewichtig da das Sprachempfinden ist. Wie gesagt, Du bist nicht der erste und mir ging es umgekehrt ja genauso. (Kennt einer von Euch zufällig ein Forenspiel, in dem man durchgehend eine andere Erzählform gewählt hat?)
Das mit dem Dialekt tut mir leid. Den habe ich ins Spiel gebracht. Ich hätte gedacht, man kann das alles noch ganz gut verstehen. Hättest Du etwas gesagt, hätte ich einfach eine dialektfreie Variante gedoppelt. Wäre für mich überhaupt kein Aufwand gewesen. Ich wollte ein wenig Antons proletarische Herkunft hervorheben und Berlin-Stimmung beisteuern, das war alles. (Was der Läuterer mit Immersion professioneller beschreibt.) Oft habe ich das ja auch nicht gemacht. Für Dich war es nur eines der kleineren Dinge, wie ich beruhigt zur Kenntnis nehme. Aber hätte ich gewusst, dass es jemanden stört, hätte ich mir die Arbeit vermutlich nicht gemacht. Ohne Dialekt wäre ich natürlich wesentlich schneller gewesen... Schade eigentlich. Außerdem hätte ich eher gedacht, andere Beiträge von mir würden abschreckend wirken, weil ... zu lange ... zu viel SC-Innenleben ... zu viel Fluff. Ich würde mir wie der Läuterer wünschen, dass bei solchen Dingen früher offen gesagt wird, was man nicht mag. Aber selber mache ich das ja auch meist nicht, muss ich zugeben, weil man höflich sein will.
Was das konzentrierte Nachlesen angeht, wollte ich mit meinen Zusammenfassungen eigentlich Hilfestellungen geben, weil ich das Problem gut kenne. Leider hat das nicht funktioniert.
Alles in allem kann ich Deine Gründe verstehen, Mondsänger. Danke nochmal für die Mühe!
@Läuterer: Ich schreibe IT spätestens am Wochende. Habe gerade sehr viel anderes im Kopf.
Joran:
@Läuterer:
Anton wird jetzt weiter Krassimir fixieren. Ich denke, das wird ihn vollständig in Anspruch nehmen, bis Hilfe kommt.
Wenn Dir Anton zu hartgesotten erscheint, sag es mir. Dann ändere ich den Post. Aber ich habe Anton ja eher abgestumpft und nicht besonders mitleidvoll angelegt. Der "Stillstand" war für ihn eigentlich schlimmer, weil er sich da ausgeliefert / hilflos fühlte. Jetzt hat er jemanden, an dem er seine Aggressionen auslassen kann und er fühlt sich wieder als Herr der Lage, auch wenn das in Wahrheit unzutreffend sein mag.
Bin gespannt, was jetzt Hans zustoßen mag .... oder ob Du ihm noch eine Schonfrist gibst. :ctlu:
Der Läuterer:
Ich habe Deinen IT Post noch nicht gelesen.
Aber frei von der Leber würde ich sagen "Passt schon."
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