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Was gehört alles in ein gutes Sword&Sorcery-Setting?
grannus:
--- Zitat von: Waldschrat am 9.10.2017 | 16:34 ---s&s ist für mich: dreckig, düster, märchenhaft
Ich empfinde in s&s eher einen Spielstil. Wir spielen z.B. ein recht düsteres, gewalttätiges und schmutziges DSA, das geht dann schon recht weit weg vom rosa Ponyhof und dem, was gemeinhin bei DSA belächelt wird.....
--- Ende Zitat ---
Hört sich für mich interessant an genau das dann bei euch aussieht. Kannste mehr erzählen? Gerne auch per PN
aikar:
Moonmoth fasst es für mich perfekt zusammen.
Überwiegend menschliche Charaktere (SCs und NSCs), verdorbene und rituelle Magie und Religionen, fähige "Helden", eine wilde, in weiten Teilen ungezähmte Welt, dekadente überbleibsel zerfallener Reiche, episodenhafte, actionreiche Abenteuer
Keine Elfen, Zwerge und Drachen, eher cthulhuide, einzigartige Monströsitäten. Deshalb hat mich auch Primeval Thule enttäuscht. Das ist für mich kein S&S, egal was sie draufschreiben.
Und ja, ich weiß, dass manche S&S-Geschichten SciFi-Elemente haben und das Buch der neuen Sonne ist z.B. für mich klar S&S, aber ich mag S&S es lieber ohne SciFi.
trendyhanky:
--- Zitat ---1: dunkelste Schwarzmagier/Hexer,
--- Ende Zitat ---
Allgemein: Was unterscheidet S&S-Magie von Magie in klassischen High Fantasy-Settings? Welche Rolle spielen Zauberer in so einem Setting?
aikar:
--- Zitat von: trendyhanky am 9.10.2017 | 22:31 ---Allgemein: Was unterscheidet S&S-Magie von Magie in klassischen High Fantasy-Settings? Welche Rolle spielen Zauberer in so einem Setting?
--- Ende Zitat ---
So wie ich es verstehe ist Zauberei in S&S nie eine neutrale, sondern immer eine gefährliche und tendenziell böse Kraft. Magie nimmt meist eher die Form von Ritualen und Beschwörungen an und selten bis nie von schnellen Handgelenkszaubern (Keine Feuerbälle o.Ä.). Magie und Religion verschwimmen oft.
Ein guter Vergleich (und Inspiration der frühen S&S-Geschichten) ist die Magie des Cthulhu-Mythos.
Der Nârr:
--- Zitat von: trendyhanky am 9.10.2017 | 22:31 ---Allgemein: Was unterscheidet S&S-Magie von Magie in klassischen High Fantasy-Settings? Welche Rolle spielen Zauberer in so einem Setting?
--- Ende Zitat ---
Die Quelle. Hier muss man aber auch aufpassen, klassische High Fantasy im engen Sinne ist ja etwas wie Tolkien und Tolkiens Welt unterscheidet sich schon sehr etwa von modernem D&D, DSA & Konsorten, die wir alle als "High Fantasy" wahrnehmen. In moderner High Fantasy ist es oft so, dass Magie "angeboren" ist, von den "Sternen" (Astralenergie im wörtlichen Sinne) kommend, von magischen Völkern wie den Elfen praktiziert wird usw. In vielen High-Fantasy-Settings wird Magie regelrecht erforscht, an Akademien usw.
In der Sword & Sorcery hat man es eher z.B. mit folgenden möglichen Quellen zu tun:
* man hat sich mit einer dunklen Macht eingelassen, einer bösen Gottheit o.ä. und musste dafür auch etwas aufgeben
* man opfert Blut, Lebenskraft, Menschen, Tiere, um Magie wirken zu können
* die Magie gehört zu einer vergessenen Zeit und stammt aus alten Schriften und Relikten, die eigentlich nicht mehr in diese Zeit gehören
* man gehört zu einem bösen Kult, der einem geheimes Wissen gibt
* oder man wirkt gar keine direkten Zauber, sondern muss immer Anrufungen an besondere Kräfte oder Wesen machen und mit diesen einen Handel eingehen
So eine Liste ist natürlich weder exklusiv noch vollständig, alles kann auch immer anderswo vorkommen, genauso wie es auch immer Sword & Sorcery geben wird, in der Magie anders funktioniert.
In weiterem Sinne gilt das auch für Nichtmenschen: Sie sind Relikte einer vergangenen Zeit, vielleicht sogar einst Experimente oder künstlich geschaffene monströse Dienerrassen gewesen usw. Nichtmenschen sind fast nie edler als der Mensch, in der Sword & Sorcery ist eigentlich immer der Mensch der Zenit der Schöpfung, alles Verdorbene kommt von Außerhalb und aus vergangenen Zeiten - oder aus Verrat, weil man den Versuchungen erlegen ist. Der Mensch in der Sword & Sorcery wird ständig von Versuchungen bedroht. Und er ist empfänglich für solche Versuchungen, darum gibt es ja die bösen Hexer.
Eine tolle Sword & Sorcery-Geschichte ist für mich zum Beispiel der erste Akt im Witcher-1-Computerspiel, mit der Hexe, dem Barghest usw. (Die Romane kenne ich nicht.) Der Witcher musste sehr viel für seine Magie aufgeben: Seine Fortpflanzungsfähigkeit, er ist überall als Mutant erkennbar usw. Der Witcher kämpft scheinbar gegen (magische) Monster, aber letzten Endes waren das keine Bestien, die da halt rumlaufen (wie es in der High Fantasy gewesen wäre), sondern sie waren durch die verdorbenen Handlungen der Menschen in die Welt gerufen worden. Gleichzeitig hat das Setting aber mit Elfen und Zwergen klassische High-Fantasy-Elemente, die aber durch die komplexe politische Situation wieder in einen neuen Zusammenhang gestellt werden. Das ist sozusagen echtes menschliches Handeln, die Elfen und Zwerge in dem Setting könnten genauso gut unterdrückte menschliche Minderheiten darstellen, die haben ja eigentlich nichts spezifisch Elfisches oder Zwergisches - in der High Fantasy wird dagegen stärker betont, wie "anders" Elfen und Zwerge doch sind und wie wenig sie den Menschen gleichen, in allen Dingen.
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