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Was gehört alles in ein gutes Sword&Sorcery-Setting?

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Der Nârr:

--- Zitat von: Lord Verminaard am 10.10.2017 | 22:29 ---Rassismus und Sexismus in S&S ist doch historisch bedingt, das ist doch kein definierendes Element und sicherlich spannend, das Genre ohne zu denken.

--- Ende Zitat ---
Genau. Ich brauche jedenfalls kein Rollenspiel-Setting, das Afrikaner - Schwarze - so beschreibt:

His apelike head was set squarely between gigantic shoulders. His great, dusky hands were like the talons of an ape, and his brow slanted back from above bestial eyes. Flat nose and great, thick red lips completed this picture of primitive, lustful savagery. - Robert E. Howard, Red Shadows

Und bevor da jetzt jemand ein kluges Argument bringen möchte, hier etwa mehr zu Rassismus bei Howard und wie er diesen in Solomon Kane umsetzt: http://onanunderwood5.blogspot.de/2014/05/a-transitional-howard-racism-and.html

Ich will nicht sagen, dass die gesamte Sword & Sorcery in ihren Anfängen rassistisch war, aber einige der prägenden Gestalten waren es und das sollte man im Auge haben, um es nicht unreflektiert zu übernehmen (etwa auch, indem man ein Setting auf rassistischem Gedankengut aufbaut).

Ganz ehrlich, ich brauche das nicht im Spiel und ich würde von einem heutigen, modernen Sword-and-Sorcery-Spiel erwarten, dass es damit auch angemessen umgeht und mir eine Möglichkeit gibt, Geschichten im Stil von Sword & Sorcery ohne Rassismen zu erleben.

Im Solomon-Kane-Rollenspiel von Pinnacle Entertainment gibt es spannenderweise eine Box zu Sexismus und eine zu Sklaverei, aber nicht speziell zu Rassismus. Dafür findet sich da so eine Aussage: If you play an American Indian, show his savage and brutal side as well as his nobility. (Savage World of Solomon Kane, S. 17). Ja, das europäische Klischee des edlen Wilden...

Echt mal. Sword & Sorcery hat doch mehr drauf als das.

Also von einem S&S-Setting, das sich auf konkrete literarische Vorlagen wie von Howard stützt, da würde ich auf jeden Fall erwarten, dass da ein paar Takte zu Rassismus und Sexismus kommen und wie sich das Spiel da positioniert. (oder man zeigt halt lauter nackte Titten wie Barbarians of Lemuria, da braucht man dann keine langen Worte ;).)

Crimson King:

--- Zitat von: Lord Verminaard am 10.10.2017 | 22:29 ---Rassismus und Sexismus in S&S ist doch historisch bedingt, das ist doch kein definierendes Element und sicherlich spannend, das Genre ohne zu denken.

--- Ende Zitat ---

Es gab ja nun auch genügend Autoren und Autorinnen, die das hin bekommen haben.

nobody@home:

--- Zitat von: Lord Verminaard am 10.10.2017 | 22:29 ---Rassismus und Sexismus in S&S ist doch historisch bedingt, das ist doch kein definierendes Element und sicherlich spannend, das Genre ohne zu denken.

--- Ende Zitat ---

Sagen wir's mal so: natürlich darf's diverse Ismen im Setting als Teil von Charakter- und Kulturtrendbeschreibungen durchaus geben. Sie sind nicht zwingend nötig, aber wahrscheinlich werden auch die Leute in der Spielwelt nicht automatisch frei von Vorurteilen sein.

Problematisch wird's aber schnell, wenn der Autor aus solchen Vorurteilen -- und speziell solchen, die's in verdächtig ähnlicher Form schon im richtigen Leben gibt -- unreflektiert "objektive" Settingtatsachen macht. ("Klar, schwarze Charaktere haben +1 auf Stärke, -1 auf Intelligenz, und +5 Zentimeter auf Schniedellänge beziehungsweise Hüftumfang...wieso beschwert ihr euch, in meinem Setting ist das halt so!") Denn das brauchen, denke ich mir zumindest, wohl die wenigsten von uns wirklich...

BobMorane:
Themen die für mich auch noch in die S&S gehören:

Barbarei vs Zivilisation
Zivilisation erhebt sich aus der Barbarei, wird korrupt und zerfällt oder wird von der Barbarei überrannt.

Vergänglichkeit
Zumindest in den Geschichten die ich gelesen habe gibt es wenige bis keiner der seit Jahrtausenden bestehenden Reiche. Wenn es sie gibt, sind sie nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Keine aktiven Götter
Götter machen nicht durch Taten auf sich aufmerksam oder sprechen zu ihren Priestern, verleihen ihnen Macht. Die Ausnahme bilden hier Dämonen oder böse Götter.

Ismen und Vorurteile können ein Spiel bereichern aber nur wenn sie
a) keine in den Regeln abgebildete Realität sind(s.o.)
b) Nicht nur in 1 Richtung
c) alle am Spieltisch damit einverstanden sind

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