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Gemeinsamkeiten Fate/BRP

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Blechpirat:
Hier kommt übrigens jemand aus einer noch mal anderen Denkrichtung an den Unterschied Fate/pbtA: http://story-games.com/forums/discussion/21353/is-fate-core-resolution-mechanic-bad-for-emergent-story

Chruschtschow:
@Rumpel:
Hey, ich mag D&D. Und ich habe hier mein druckfrisches Dungeon World, wobei das natürlich wieder Fiction First ist. Ich wollte gar nicht gegen Regeln -> Fiktion schimpfen, außer natürlich wenn jemand so Fate spielt, denn dann passiert z.B. das, was im vom Blechpiraten verlinkten Artikel beschrieben wurde. Aber bei D&D und artverwandten klappt das ganz wunderbar.

Wenn es um CoC geht, werte ich natürlich gerne weiter! Spielt mehr Trails! Oder Ten Candles mit Mythosviechern! ;)

D. M_Athair:

--- Zitat von: Chruschtschow am  2.11.2017 | 10:49 ---(Übrigens finde ich CoC als Regelsystem Kacke. Das mag meine Betrachtung ein wenig einfärben ;))

--- Ende Zitat ---
CoC ist (mindestens im deutschsprachigen Raum) ein BRP-Sonderfall. Weil da eine Art der Regelbenutzung gelehrt/praktiziert wird, die mit RuneQuest nichts mehr zu tun hat. Deswegen mag und hab ich auch keine Pegasus-Cthulhu-Sachen.


--- Zitat von: Blechpirat am  2.11.2017 | 18:45 ---Hier kommt übrigens jemand aus einer noch mal anderen Denkrichtung an den Unterschied Fate/pbtA
--- Ende Zitat ---
Danke für den Link!
Zumindest in der Beschreibung von pbtA finde ich meine Thesen wieder.

Was Fate angeht: Ich kenne das relativ wenig. Und an manchen Regelteilen habe ich wenig Interesse -> deswegen mag ich erstmal  Fortune System und/oder TinyFate spielen. Grundsätzlich sehe ich aber wo der Story-Games-OP die Krux sieht. Kann beim BRP (mit Boni-Geschacher) ähnlich laufen. Das mit der "Abstraktion" im Mechanismus würde ich unterschreiben, weil die Regelanwendungen an sich (bei Fate und BRP) nicht fiktive Fakten von sich aus liefern. Das sollen sie auch gar nicht. Wie weiter oben beschrieben sollen die Regeln Fiktion codifizieren. Ist quasi eine Art "Verwaltungsakt" und in dem Sinn sind die Mechanismen abstrakt-generell (ähnlich wie Gesetzte). Und wie bei der Ermittlung von Ansprüchen nach dem Gesetzbuch braucht es einen ganz konkreten Fall, der mit den Regeln angeschaut werden soll und es kommt ein ganz spezielles Einzelergebnis raus. Das mit den mehreren Ansatzpunkten auf Regeln zurückzugreifen sehe ich bei Fate und auch beim BRP (Mythras im Kopf habend). Wogegen ich heftigst protestiere ist: Dass sich Fate (und BRP) nicht für emergentes Spiel eignen würde(n). Das tut es/sie. Sogar ziemlich gut. Allerdings: Anders als bei pbtA oder DCC RPG bekommt man vom System, von den Zufallsmechanismen, prinzipiell keinen wirklich neuen Input in den Vorstellungsraum geworfen, nach dem man das Segel richten kann. Das (die Fiktion) muss alles selbst erstramplet werden. Entsprechend können sich die Spielenden in Bezug auf die Fiktion auch nicht so einfach zurücklehnen. (Und genau an der Stelle schlägt Cthulhu - und noch viel mehr "German Cthulhu" - einen anderen Weg ein als andere BRP-Spiele wie Mythras, bei dem die Wirkmechanismen vielleicht am sichtbarsten von allen BRP-Versionen und -Varianten ist.)



--- Zitat von: Rumpel am  2.11.2017 | 17:34 ---So würde ich in Bezug auf die Regeln auch den Unterschied zwischen „Vom SC her denken“ und „Von Spezialfertigkeiten und Abenteuersituationen her denken“ fassen: Bei Fate oder BRP kannst du vielleicht etwas neues, weil du Häkchen/Marker/Meilensteine erhältst, aber was du neues kannst, ergibt sich aus der Figur und ihren Erlebnissen.
--- Ende Zitat ---
Würde ich zwar nicht so nennen, aber trotzdem unterschreiben. Oder: Die Wechselwirkung von Spielwelt und Figur im Abenteuererlebnis ist eher der entscheidende Punkt. Das "Denken von der Figur her" würde ich eher bei D&D (Kompetenzen, Sonderfähigkeiten) oder diversen Indies (die viel mit Leidenschaften, psychischen Momenten, Emotionen, Attributen, Beziehungen arbeiten wie Polaris, ggf. Fiasko, Montsegur) zuschreiben.

Chruschtschow:
"Denken von der Figur her" ist so gar nicht D&D. Wenn ich einen Waldläufer spiele, der sich auf Untote spezialisiert, einen finsteren Typen, der selbst ein bisschen nach Tod riecht, bei dem Kinder weinen und den Tiere meiden, dann bekommt der trotzdem auf der passenden Stufe den Tiergefährten. Alle anderen Sachen passen: Feind, göttliche Magie, gute Fertigkeiten, brauchbarer Kämpfer. Grundsätzlich ein akzeptabler Untotenjäger. Aber er wird halt partout auch den Tiergefährten als Fähigkeit bekommen, egal wie gut es zur fiktiven Figur passt.

D&D lässt dich nicht eine Figur beschreiben, es gibt dir eine Rolle. PtbA ebenso. Und das ist auch nichts schlechtes. Dafür funktioniert PtbA zu gut, weil Leute in der Gestaltung ihrer Rolle im Ensemble einfach und schnell zueinander kommen. Manchmal ist eine fest verdrahtete Sonderfähigkeit aber auch eine Zitrone zu viel, als dass die Limonade noch schmeckt.

D. M_Athair:

--- Zitat von: Chruschtschow am  3.11.2017 | 10:57 ---"Denken von der Figur/ vom Charakter her" [...]
--- Ende Zitat ---
ist ein ziemlich untauglicher Begriff.
Weil es verscheidenes bedeuten kann und die gesuchte Differenz genau nicht benennt.

"Denken von der Figur her" kann von den Kompetenzen/der Klasse/ der Profession ausgehen, von ihrer Storyrolle, von ihren Stärken und Schwächen, von ihrer Persönlickeit, von ihren Interessen und Fähigkeiten, ... Das alles sind Dinge, die eine Figur bzw. einen Charakter definieren.

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