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D&D 5 oder Pathfinder

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Feuersänger:
Persönliche Erfahrung: gerade vor wenigen Monaten wurde ich zu einer PF-Runde eingeladen. Klang auch erstmal reizvoll. Der Schwerpunkt sollte auf mundanen Klassen und maximal Teilzauberern liegen, es gab eine ganze Liste Hausregeln und auch strikte Beschränkungen des Quellenmaterials. Also fang ich an, mir Gedanken zu machen was ich spielen möchte.
Und ich hatte auch eine schöne Inspiration. Dann wollte ich diese ins System umsetzen, und -- es ging nicht. Weil eine benötigte Quelle nicht verfügbar war. Dann habe ich von vorne überlegt und bin wieder auf eine andere hübsche Idee gestoßen -- aber ach! Selbes Spiel. Nach drei oder so Anläufen war ich dann so gefrustet dass ich schon gar nicht mehr viel Lust auf die Runde hatte. Wohlgemerkt scheiterte es jedes Mal an einem einzigen Item oder Feat. Hab mir dann notgedrungen und weil ichs versprochen hatte halt einen halbscharigen SC zusammengeklöppelt der erlaubt war. Der hat auch funktioniert, aber ich hatte nicht so richtig Spaß daran. Für mich ist es dann bei einer Sitzung geblieben. Primär, weil der Char mich nicht gerockt hat UND ich wusste dass es besser gegangen wäre, wenn man mich nur gelassen hätte.

Bei mir ist es halt so, dass ich ein BILD von einem Charakter habe, das ich in einem BUILD realisieren will. Genau das ist die supergroße Stärke von 3.5 und prinzipiell auch PF. Wenn dann genau diese Stärke wieder rausgenommen wird, und eine Quellenbeschränkung es nicht einfacher sondern _komplizierter_ macht einen Charakter zu erstellen, ist dieser Ansatz für mich zweckwidrig.

Kaskantor:
Auch bei DnD5 werden die Optionen wieder mehr, wenn ich mir so die letzten Bücher anschaue, zwar eher in kleinen Schritten aber trotzdem mehr.

Rhylthar:
Davon habe ich mich verabschiedet. Ich kann es nachvollziehen, war bei mir in 3.5 mit den PrC nicht anders.

Jetzt gucke ich mir ein Regelwerk an, gucke, was mir angeboten wird und bastel mir daraus ein Konzept.

Oberkampf:
Zwei Gruppen, in denen ich spiele bzw. leite, wechselten bzw. wechseln bald auch auf 5E. Das heißt aber nicht, dass PF deswegen verschwinden wird. Vermutlich wird PF einen harten Kern von Fans behalten, für die eben genau dieser Spielstil mit dutzenden von Optimierungsmechaniken und ausführlicher Detailverregelung ansprechend ist, oder die sich vom hohen Ausstoß an Abenteuern und Weltbeschreibungen gut versorgt fühlen. Andere Systeme wie, sagen wir, Rolemaster, Warhammer, OSR-Systeme usw. haben auch ihren Fankreis, der sie erfolgreich am Leben hält, weil sich Leute eben durch deren Mechaniken, Weltbeschreibungen oder Produktausstoß angezogen fühlen. Das ist auch völlig in Ordnung so und bereichert das Hobby.

Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Pathfinder seine Stellung nah an der Spitze des Eisbergs noch lange behaupten wird (also auf den ersten drei bis fünf Plätzen). Genaueres wird natürlich die Zeit zeigen, aber da D&D5 eben auch für Leute funktioniert, die Powerplay und Encountermoshen lieben, ohne Spieler mit anderen Präferenzen durch einen Regelwust abzuschrecken, kann ich mir durchaus vorstellen, dass Pathfinder an Boden verliert. 

Spannend fände ich es, wenn Paizo anfangen würde, seine Abenteuer/APs alternativ in einer D&D5-Version zu publizieren. Sobald sie das machen, ist Pathfinder gestorben.

Ach ja, und meine Ansicht zum Threadthema: Weil es sich um einen Spieltest handelt, würde ich auch in den unteren Leveln eben nicht konvertieren, denn schließlich soll ein Spieltest ha auch prüfen, ob die Mechaniken passend funktionieren, die Encounter/Herausforderungen den Möglichkeiten der Charaktere angemessen sind, die Kämpfe interessant laufen, verschiedene Klassenfähigkeiten ins Abenteuer passen, die richtigen Schätze gefunden werden können usw. und wo möglicherweise Änderungsbedarf besteht.

Selbst auf den unteren Stufen können sich da schon große Unterschiede bemerkbar machen. Mich fasziniert z.B. an D&D5, dass ich auf den unteren Stufen trotz häufiger Kämpfe den Vollcastern keine Spruchrollen oder einfache Wands zustecken muss, damit diese nicht nur blöd in der Gegend herumstehen und sich langweilen. Mal sehen, ob das in den höheren Stufen auch so ist, dass ich den Kämpfern nicht tonnenweise Equipment zuschieben muss, damit sie mit den Zauberern mithalten können.

Feuersänger:

--- Zitat ---Spannend fände ich es, wenn Paizo anfangen würde, seine Abenteuer/APs alternativ in einer D&D5-Version zu publizieren. Sobald sie das machen, ist Pathfinder gestorben.
--- Ende Zitat ---

Dann rechne dir mal die Chancen aus, dass das passiert.  >;D

Eine ganz große Bank, die bisher noch keine Erwähnung fand, ist die D20 OGL. Die war schon damals ein Grund für den Erfolg von 3.0/3.5 und ist es bis heute für PF.
Wir erinnern uns, Paizo hat ja Pathfinder überhaupt nur erfunden, weil sie sich mit dem Auslaufen von 3.5 und Wizards' Abkehr von der OGL das Wasser für ihre Adventure Paths nicht abgraben lassen wollten. So kann man gut und gerne sagen, es werden nicht APs für Pathfinder produziert, sondern umgekehrt. ABER die restrikte WotC-Lizenzpolitik wird wohl dafür sorgen, dass sich daran nichts ändert.

Wenn man sich mal anschaut, wieviele 3PP es heute für Pathfinder gibt, und wieviel die zusätzlich zu dem ganzen Paizo-Kram rausbringen und offenbar _auch_ alle ihr Auskommen finden, lässt das zumindest erahnen wie groß der PF-Markt weltweit ist.
Und wenn Paizo irgendwann sagen würde, okay wir lassen das jetzt bleiben und stellen Pathfinder ein -- dann spränge vermutlich einer der anderen "großen" 3PP in die Bresche, etwa DSP oder Kobold Press, und würde die nächste Iteration des D20-Systems hervorbringen.
(Ich persönlich finde den DSP-Content hochwertiger und besser durchdacht als den Paizo-Kram, btw)

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