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Herr der Ringe - Die Serie - Die Ringe der Macht

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Drantos:

--- Zitat von: Auribiel am 19.02.2022 | 19:08 ---...Aber ich verstehe die POC, die endlich auch angemessen repräsentiert werden wollen...

--- Ende Zitat ---

Die Frage ist, was das heißt. Wonach geht man da. In America haben (glaube ich) 13% der Bevölkerung einen afroamerikanischen Hintergrund. Heiß das jetzt, dass 13% der Rollen und sonstigen Arbeitsplätze am set mit PoC besetzt werden müssen. Wie lege ich die Quoten fest? Es gibt ja auch noch andere Gruppen, die angemessen repräsentiert werden wollen. Wie soll das denn vernünftig funktionieren?

Ich halte davon nix. Es sollte sich im Normalfall Qualität durchsetzen und nicht Quote.

cu Drantos

Ein Dämon auf Abwegen:

--- Zitat von: Auribiel am 19.02.2022 | 19:08 ---Ja, es wirkt erst einmal anachronistisch - weil wir es nicht gewohnt sind.
--- Ende Zitat ---
Also ich will bei (pseodo)Historischen Stoffen etwas authentizität, und wenn es halt historisch nicht passt oder man keinen Weg findet es vernünftig einzubauen (ich find z.B. das der Kevin Costener Robin Hood und der 13. Krieger das z.B. ganz gut machen, wobei wenn man das in jedem Film macht wirkt es auch irgendwann ausgelutscht) dann sollen sie es mMn lassen.


--- Zitat von: Auribiel am 19.02.2022 | 19:08 ---Glaube nicht, dass der Autor sich dran stören würde...
--- Ende Zitat ---
Dumas was ja auch nicht weiß...





Husk:

--- Zitat von: Drantos am 19.02.2022 | 19:15 ---Die Frage ist, was das heißt. Wonach geht man da. In America haben (glaube ich) 13% der Bevölkerung einen afroamerikanischen Hintergrund. Heiß das jetzt, dass 13% der Rollen und sonstigen Arbeitsplätze am set mit PoC besetzt werden müssen. Wie lege ich die Quoten fest? Es gibt ja auch noch andere Gruppen, die angemessen repräsentiert werden wollen. Wie soll das denn vernünftig funktionieren?

--- Ende Zitat ---

Du wirfst da einiges durcheinander.
PoC ist nicht das gleiche wie Black. Black wird manchmal als Teil von PoC eingefasst, aber man kann natürlich PoC sein und nicht Black. In Amerika sind über 40% der Bevölkerung PoC. Von einer solchen Belegung ist Hollywood soweit ich weiß in allen Bereichen, vor und hinter der Kamera oder im Studio weit entfernt. Bei über 40% potentieller Zuschauer, die PoC sind, steckt da halt Geld drin. Falls es dich wirklich interessiert, hier der Hollywood Diversity Report 2020. Den Überblick findest du auf Seiten 3&4 des Dokuments.

https://irle.ucla.edu/wp-content/uploads/2020/02/UCLA-Hollywood-Diversity-Report-2020-Film-2-6-2020.pdf

Kleines Zitat daraus:

--- Zitat von: Hollywood Diversity Report 2020, S.4 ---In 2018, films with casts that were from 21 percent to 30 percent minority enjoyed the highest median global box office receipts, while films with casts that were from 41 percent to 50 percent minority enjoyed this distinction in 2019. By contrast, films with the least diverse casts — in both years — were the poorest performers.
--- Ende Zitat ---

Issi:
Wie gesagt: Neue Geschichten haben das Problem erst gar nicht.

Zu historisch - auch die können halbwegs plausibel divers sein.
"Robin Hood" mit Morgan Freeman als Krieger aus dem Süden funktioniert super.
Der Charakter ist  gut eingeführt und erklärt.
Ist für mich einer der besten Figuren im Film.
Oder bei "Spanisch Princess" ihre Hofdame und ein Krieger aus dem historischen Spanien.

Oder bei Sinbad der Herr der Sieben Meere ist die Mannschaft auch bunt gemischt.

Jiba:

--- Zitat von: Drantos am 19.02.2022 | 19:15 ---Ich halte davon nix. Es sollte sich im Normalfall Qualität durchsetzen und nicht Quote.

--- Ende Zitat ---

Okay, einverstanden.
Dann müsste jetzt nur noch bewiesen werden, dass die Schauspieler, die jetzt in der Herr-der-Ringe-Serie (und in anderen Werken, wo PoC für im Quellenmaterial weiße Figuren besetzt werden) qualitativ schlechter sind, als weiße Schauspieler. Wie will man das denn jetzt bitte machen?

Außerdem: Wir gehen die ganze Zeit davon aus, dass auf den Besetzungscouches immer absolute Gleichberechtigung herrscht und deswegen alle grundsätzlich geeigneten Schauspieler, ungeachtet der Hautfarbe und des Geschlechtes, alle dieselben Chancen haben, für eine Rolle besetzt zu werden.

Das ist aber schlicht nicht der Fall. Warum? Weil eben das "farbenblinde" Casting, dass hier einige annehmen, nicht existiert. Ein Native American hat natürlich schlechtere Chancen in einem Film als, sagen wir, Jay Gatsby gecastet zu werden, weil Jay Gatsby eigentlich immer weiß gecastet wird, obwohl er das, als Romanfigur, nicht müsste. Und das ist nur ein Beispiel: Eine Person of Colour wird für traditionell weiße Rollen weniger gecastet, d.h. sie erreicht nicht so eine große Bekanntheit, d.h. sie wird insgesamt weniger gecastet. Und warum: Weil wir, wie Auribiel richtig sagt, es einfach nicht gewohnt.

Sogar Jesus Christus wird eher von Weißen gespielt als von Menschen mit einem passenden Hauttyp und das ist eigentlich der massivste Fall von Whitewashing, den wir haben. Und beschwert sich wer über diese Diskrepanz?

(BTW: Den Kommentar einige Seiten vorher, ich sei unempathisch, verbitte ich mir. Ich habe weder irgendwo in dieser Diskussion gesagt irgendwer sei hier ein Rassist, noch habe ich gesagt, ich könne mich nicht einfühlen in die Leute, die diese Besetzung aus reiner Gewöhnung ablehnen. Hell, ich habe mich selber schon an anderer Stelle hier im Forum drüber ausgelassen, dass eine weiße Figur zu einer schwarzen gemacht wurde (in der neuen "7th Sea"-Edition). Ich bin nicht dagegen immun, das mir das auch passieren kann, dass ich da Bauchschmerzen bekomme. Ich kann das aber reflektieren und versuche nicht, zuerst mit "Realismus" zu kommen, dann mit "Werktreue", dann mit "Geldgier und Anbiederung ans populäre Wokesein der Welt", dann mit "absichtliche Diskriminierung gegen Weiße" ("Blackwashing ist genau so rassistisch...") usw. DAS ist nämlich nicht sonderlich empathisch: Die Möglichkeit, dass die Macher einer Serie oder eines Films, die diverser besetzen das aus guten Gründen tun, eben weil sie dabei primär Repräsentation im Sinn haben und sonst wenig besetzten Schauspielern eine Chance geben wollen. Nein, das wird nicht in Betracht gezogen.

Aber die Leute, denen diese Castingentscheidungen prinzipiell nichts ausmachen, und die sich über die Motive wundern (Empathie ist keine Hellseherei... ich habe keine Ahnung, was die Leute in diesem Forum tatsächlich denken)... die sind dann unempathisch. Okay, von mir aus.)


--- Zitat ---Wie gesagt: Neue Geschichten haben das Problem erst gar nicht.

--- Ende Zitat ---
Alte Geschichten haben das Problem auch nicht: Gerade Märchen, Legenden und Mythen sind zeit- und farblos, denn diesen Arten von Erzählungen ist es sogar zu eigen, dass sie immer wieder interpretiert und in neue Kontexte gesetzt worden sind. Und wenn es Tolkien wirklich darum ging, einen Mythos zu schaffen, dann ist es nur recht und billig, dass wir den neu interpretieren.

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