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Herr der Ringe - Die Serie - Die Ringe der Macht
dreisam:
--- Zitat von: Issi am 22.02.2022 | 08:43 ---Und wenn sich elbische Aussehens Merkmale auch unter Menschen über viele Generationen noch halten, könnte man zumindest annehmen, dass jemand, der Spitze Ohren hat, und elbisch aussieht, theoretisch überall zu finden sein könnte. Und auch eine gewisse Langlebigkeit besitzt. Es muss ja nicht gleich Unsterblichkeit sein.
--- Ende Zitat ---
--- Zitat von: Issi am 22.02.2022 | 08:43 ---Aber das sind natürlich alles nur Erklärungsversuche unter der Annahme, dass Elben von Tolkien wirklich als "bleich bzw. blass" bezeichnet wurden (Das weiß ich nicht genau).
--- Ende Zitat ---
Die Elbin Aredhel Ar-Feiniel hieß Aredhel the White, weil sie über eine besonders blasse Hautfarbe verfügte. Mit dem Elben Eöl hatte sie einen Sohn namens Maeglin, der ebenfalls explizit weiße Haut besaß.
Ansonsten benutzte JRR Tolkien mit Vorliebe den Ausdruck fair, um elbische Eigenheiten zu bezeichnen. Dieses Wort besitzt aber wohl einige Wortbedeutungen mehr als "weißhäutig", zum Beispiel "hell, leuchtend, strahlend, herausragend, erhaben". Unter anderem aber erschien der Elb Fëanor fair of face und er zeugte einen Sohn, der Celegorm the fair genannt wurde.
--- Zitat von: Issi am 22.02.2022 | 08:43 ---Und wenn sich elbische Aussehens Merkmale auch unter Menschen über viele Generationen noch halten, [...]
--- Ende Zitat ---
--- Zitat von: Issi am 22.02.2022 | 09:35 ---Bleibt also nur noch die Bartlosigkeit bei [Elben]Männern....??
--- Ende Zitat ---
--- Zitat von: Jiba am 22.02.2022 | 09:39 ---Nope, Círdan, der Schiffbauer, Herr der Grauen Anfurten, ist ein Elb und hat einen Bart.
--- Ende Zitat ---
Vielleicht war es wirklich die Bartlosigkeit, die Menschenmänner mit elbischen Vorfahren auszeichnete? Das traf nämlich wahrscheinlich auf den Prinzen Imrahil zu. Er zählte die schon einmal erwähnte Elbin Mithrellas zu seinen Vorfahrinnen.
Círdan anderseits stellte für JRR Tolkien zumindest zur Zeit der Niederschrift des LotR eine bärtige elbische Ausnahme dar.
https://middle-earth.xenite.org/why-does-cirdan-have-a-beard
Im Juli 1928 - also ungefähr 10 Jahre vor Beginn des LotR - malte JRR Tolkien das Bild Beleg Finds Flinding in Taur-na-Fúin. Auf diesem Bild könnte der Elb namens Beleg (links unten mit schwarzen Haaren und blauer Hose) vielleicht noch einen Kinnbart besessen haben (oder aber JRR Tolkien vollführte bloß einen zu breiten Wasserfarbenstrich).
https://pbs.twimg.com/media/B8JLN2jCMAAWvKK?format=jpg&name=large
--- Zitat von: caranfang am 22.02.2022 | 09:22 ---[Es wäre] ja wohl kaum möglich gewesen, dass man Tuor für einen Elben hätte halten können.
--- Ende Zitat ---
Der Noldor-Elb Voronwe hielt den Menschenmann Tuor zuerst für einen Elben, als er ihn von Ferne erblickte. Zu jenem Zeitpunkt hatte Tuor bereits die Elbenrüstung angelegt, die er an dem Ort namens Nevrast gefunden hatte. Außerdem war Tuor schon zu einem Mann voll heran gewachsen und von menschlich - aber eben nicht elbisch - außergewöhnlicher Körperlänge. Weiterhin hatten die beiden Elben Gelmir und Arminas vom ersten Moment an keine Schwierigkeiten, um Tuor als einen Menschen zu identifizieren.
dreisam:
--- Zitat von: caranfang am 22.02.2022 | 09:22 ---Eigentlich halben die Elben Mittelerdes keine spitzen Ohren.
--- Ende Zitat ---
Im März oder April des Jahres 1938 schrieb JRR Tolkien einen Brief an Houghton Mifflin Company, seinen US-amerikanischen Verlegern. Darin findet sich der folgende und (unter Tolkien-Nerds) nicht unberühmte Satz:
"I picture [Mr. Baggins] a fairly human figure, not a kind of 'fairy' rabbit as some of my British reviewers seem to fancy: fattish in the stomach, shortish in the leg. A round, jovial face; ears only slightly pointed and 'elvish'; hair short und curling (brown)."
- Humphrey Carpenter, Christopher Tolkien (ed.): The Letters of J.R.R. Tolkien. George Allen & Unwin, London, 1981, Letter #27.
Für die Elbenohrenfrage gewann der Brief entscheidende Bedeutung.
Erstens ist festzuhalten, dass es sich bei dem Schriftstück um eine sehr offizielle Mal-Anleitung handelte. Houghton Mifflin Company hatten nämlich bei JRR Tolkien angefragt, ob er noch ein paar weitere Bilder für ihre US-amerikanische Hobbit-Ausgabe herstellen könnte. Im Frühling des Jahres 1938 wollte oder konnte JRR Tolkien derlei Arbeiten aber nicht selbst leisten. Also schrieb er mit diesem Brief einen Leitfaden für andere Illustratoren.
Zweitens erläuterte JRR Tolkien in dem Brief nicht richtig, was er denn nun ganz genau mit "slightly pointed and 'elvish' " meinte. Demnach ging er möglicherweise davon aus, dass die Adressaten seines Briefs schon wussten, was mit "slightly pointed and 'elvish' " gemeint wäre. JRR Tolkien müsste sich hier also auf ein Motiv bezogen haben, das damals im angelsächsischen Raum bekannt war. Und tatsächlich hatte zum Beispiel der ziemlich berühmte englische Zeichner Arthur Rackham (1867 - 1939) seine Elfen und Feen nicht selten mit spitzen Ohrmuscheln dargestellt.
https://paintingandframe.com/art-imgs/arthur_rackham/elves_in_a_wood-3717.jpg
https://pictures.abebooks.com/inventory/22928191466_3.jpg
Drittens kennen wir eine Zeichnung von JRR Tolkien, die den Hobbit namens Bilbo Baggins mit Ohrmuscheln zeigt, die von leicht spitzer und [deshalb] elbischer Gestalt sind (genau hinsehen!). Das Bild heißt "The Hall at Bag-End" und stammte von der Jahreswende 1936-1937.
- Wayne G. Hammond, Christina Scull (ed.): J.R.R. Tolkien · Artist and Illustrator. HarperCollins Publishers, London, 1995, Picture #139.
https://www.theonering.com/wp-content/uploads/2020/11/hall-at-bag-end-jrr-tolkien.jpg
Viertens wissen wir auch, weshalb JRR Tolkien in jenem Frühjahr 1938 keine Muße fand, um weitere Hobbit-Bilder zu malen. Er schrieb nämlich an den ersten Kapiteln des LotR. Schon damals tauchte in jenen Texten aber eine erste Begnung mit Elben auf. Daraus folgt: Zumindest zu der Zeit, als JRR Tolkien die elbische Figur Gildor Inglorion und seine Elbenschar in den LotR erstmalig fügte, imaginierte er diese Elben vor seinem geistigen Auge sehr wahrscheinlich mit spitzen Ohrmuscheln.
Isegrim:
--- Zitat von: dreisam am 22.02.2022 | 21:50 ---Demnach ging er möglicherweise davon aus, dass die Adressaten seines Briefs schon wussten, was mit "slightly pointed and 'elvish' " gemeint wäre. JRR Tolkien müsste sich hier also auf ein Motiv bezogen haben, das damals im angelsächsischen Raum bekannt war.
--- Ende Zitat ---
"Pointy ears have become associated with elves in Victorian literature of the 19th century.[15] "
https://en.wikipedia.org/wiki/Pointy_ears#Folklore_and_fiction
Der Läuterer:
Ich frage mich, ob die Serie überhaupt ein Erfolg werden kann.
Rein finanziell ist das Projekt schon ambitioniert.
Die Rechte für die Serie von 5+ Staffeln haben angeblich 250 Mio. Dollar gekostet.
Die acht Folgen der ersten Staffel haben angeblich 465 Mio. Dollar gekostet.
Wird da nur Geld verbrannt, oder glaubt Ihr, dass das wieder rein kommt?
klatschi:
--- Zitat von: Der Läuterer am 23.02.2022 | 00:05 ---Ich frage mich, ob die Serie überhaupt ein Erfolg werden kann.
Rein finanziell ist das Projekt schon ambitioniert.
Die Rechte für die Serie von 5+ Staffeln haben angeblich 250 Mio. Dollar gekostet.
Die acht Folgen der ersten Staffel haben angeblich 465 Mio. Dollar gekostet.
Wird da nur Geld verbrannt, oder glaubt Ihr, dass das wieder rein kommt?
--- Ende Zitat ---
Ich glaube dass das wieder reinkommt.
Viel von dem was hier diskutiert wird ist die Diskussion einer kleinen Gruppe an Menschen, die tief im Stoff sind und eine emotionale Binding dazu haben. Tolkien gelesen haben, sich mit der Welt beschäftigt haben, so was.
Ich bin der Überzeugung (rein auf Basis anekdotischer Evidenz) dass diese Detailfragen dem Großteil der Rezipienten völlig egal sind und dass eine gut gemachte Fantasyserie mit gutem Production Value und guten Drehbüchern hohe Quoten haben wird
Mein Referenzeahmen ist da ein wenig Star Wars - was wird über die drei neuen Filme in der eingefleischten Fanbase diskutiert und (z.T. Auch gejammert) - auch von mir. Rein von den Quoten sind die Filme sehr erfolgreich. Insofern halte ich alle Kritik die hier an der Serie geäußert wird für sehr „akademisch“, ich denke dass die Frage nach Ohrformen, Haarlängen und Hautfarben einem ganz ganz großen Teil der Sehenden Wurst sein wird.
Aber evtl werde ich eines besseren belehrt.
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