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Geschlecht des Protagonist und Kauf Entscheidung ?
YY:
--- Zitat von: nobody@home am 1.12.2017 | 11:45 ---Ich denke, an der ganzen "Männer sind halt der Normalfall und Frauen die Ausnahme"-Grundidee werden Gesellschaft und Literatur noch eine ganze Weile zu knabbern haben.
--- Ende Zitat ---
In vielen Kontexten ist das allerdings sogar nachvollziehbar und erwartbar (so wie es der umgekehrte Fall in anderen Kontexten ist bzw. wäre), so dass eine Abweichung davon nicht "versehentlich" passiert sein kann.
Kann man ja machen, aber Unterhaltungsliteratur mit gesellschaftspolitischer Agenda brauche ich genau so wenig wie die ansonsten begründungs- und folgenlose Umsetzung einer gefühlten Geschlechterquote.
TaintedMirror:
Manchmal hat es auch praktische Gründe, für gewisse Rollen Männer zu nehmen. Männer sind nun mal das entbehrliche Geschlecht in unserer Gesellschaft, sodass die breite Allgemeinheit Gewalt gegen einen Mann eher akzeptiert, als gegen eine Frau (Man erinnere sich nur an die Aufregung wegen des X-men Apocalypse Posters). Wenn man also will, dass ein Charakter recht fiese Sachen durchmacht, ist man halt auf der sicheren Seite, wenn man da eher einen Mann, vorzugsweise einen Erwachsenen, einsetzt. Dies gilt insbesondere für Nebencharaktere. Eine Heldin, die männliche Handlanger abschlachtet oder brutal verletzt ist ja nichts besonderes. Würde man das umkehren, hätte die Welt sicher viel mehr Frauen, aber viel Akzeptanz unter den Lesern wird man da nicht finden.
KhornedBeef:
--- Zitat von: TaintedMirror am 1.12.2017 | 21:40 ---Manchmal hat es auch praktische Gründe, für gewisse Rollen Männer zu nehmen. Männer sind nun mal das entbehrliche Geschlecht in unserer Gesellschaft, sodass die breite Allgemeinheit Gewalt gegen einen Mann eher akzeptiert, als gegen eine Frau (Man erinnere sich nur an die Aufregung wegen des X-men Apocalypse Posters). Wenn man also will, dass ein Charakter recht fiese Sachen durchmacht, ist man halt auf der sicheren Seite, wenn man da eher einen Mann, vorzugsweise einen Erwachsenen, einsetzt. Dies gilt insbesondere für Nebencharaktere. Eine Heldin, die männliche Handlanger abschlachtet oder brutal verletzt ist ja nichts besonderes. Würde man das umkehren, hätte die Welt sicher viel mehr Frauen, aber viel Akzeptanz unter den Lesern wird man da nicht finden.
--- Ende Zitat ---
Mit Verlaub, aber das läuft doch auf "is so" hinaus. "Männer sind entbehrlich Kriegsopfer" ist ja nicht weniger diskriminierend als "Frauen halten den Herd warm". Im Gegenteil, das ist zur Selbstlegitimation eines eher patriarchalischen Systems fast nötig. Kann man das in einem Roman so darstellen. Ja, logo, gerne. Aber das mit den Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft zu begründen finde ich auch lahm.
YY:
--- Zitat von: KhornedBeef am 1.12.2017 | 21:57 ---Aber das mit den Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft zu begründen finde ich auch lahm.
--- Ende Zitat ---
Wenn man es anders darstellt, muss man eben auch überlegen, wieso es anders ist.
Mit einfach nur "gefällt mir nicht und ich will es anders haben" ist man schon ein gutes Stück auf dem Weg, dass das Setting nicht so recht zusammenpasst.
Eulenspiegel:
--- Zitat von: Scimi am 1.12.2017 | 15:38 ---Aber aus einzelnen Büchern, die ich jedes für nicht beanstanden würde, wird insgesamt ein Bücherschrank, der ein monströses Problem mit Geschlechterverteilung hat. :o Und das Einzige, was dagegen hilft, ist eine Quote. ;)
--- Ende Zitat ---
Es gibt diverse "Frauenliteratur".
Falls du willst, könntest du deinen Bücherschrank also locker zu 50% mit Literatur füllen, die einen weiblichen Protagonisten hat. Inwiefern diese Quote jetzt dein Lesevergnügen verbessert, sei dahingestellt. ;)
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