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Geschlecht des Protagonist und Kauf Entscheidung ?
Scimi:
--- Zitat von: TaintedMirror am 2.12.2017 | 10:58 ---Es geht mir hierbei ja nicht um die innerweltliche Logik des Romans, sondern um ganz profane Marktentscheidung. Es gibt nun mal eine Reihe Leser, die akzeptieren, wenn ein Mann verstümmelt wird, aber das Buch nicht lesen wollen, wenn das einer Frau passiert.
--- Ende Zitat ---
Es mag sein, dass Leute (Männer?) im Marketing so denken. In der Praxis sehe ich aber nicht, dass Gewalt gegen Frauen tatsächlich Verkaufszahlen negativ beeinflusst.
Oder denkt hier ernsthaft wer, dass Bücher wie die "Song of Ice and Fire"-Reihe, Stieg Larssons Millenium-Trilogie oder meinetwegen Kinderbücher wie "Die Rote Zora" oder die "His Dark Materials"-Trilogie oder "The Hunger Games" oder "Ronja Räubertochter" auch nur ein Exemplar mehr verkauft hätten, wenn die schonender mit weiblichen Charakteren umgesprungen wären? Ich würde sogar behaupten, die Bücher würde keiner kennen, wenn es so wäre. Auch Serien wie "Buffy the Vampire Slayer" oder "Veronica Mars" oder Filmen wie "Mad Max: Fury Road" oder "Wonder Woman" scheint das nicht viel getan zu haben.
KhornedBeef:
--- Zitat von: Crimson King am 2.12.2017 | 11:22 ---Ich vermute, es geht nicht darum, dass das patriarchalisch ist, sondern darum, dass es eine Scheinbegründung für das Patriarchat liefert. "Wir machen die gefährlichen Sachen, also sollten wir auch bestimmen dürfen." Das hinkt aber schon insofern, als vor den massiven Verbesserungen in der medizinischen Versorgung Frauen entsprechend oft während oder nach der Geburt gestorben sind. Im Mittelalter hatten Männer noch die höhere Lebenserwarung. Dazu kommen über lange Zeiträume der Moderne verstärkter Tabak- und Alkoholkonsum durch Männer. Und es hinkt, weil gerade die, die am meisten zu sagen haben, in ziemlich ungefährlichen Positionen sitzen.
--- Ende Zitat ---
Yes.
Ich bin übrigens mit solchen " Marktentscheidungen" nicht glücklich, aber irgendwo hängt das wohl mit der Threadfrage zusammen.
Kowalski:
Konservative Lesegewohnheiten.
Wir erwarten das der abgewrackte Cliff-Hanger Detektiv ein Mann, älter und Nikotin- sowie Alkoholabhängig
Ständig pleite, mit guten Kontakten und am Ende mit zu weichem Herz für die wohlsituierte, elegente, verzweifelte, weibliche Klientin für die er seine Nase in Dinge steckt die er in nüchternem Zustand und für einen Mann niemals tun würde.
Entspricht etwas nicht dem Klischee wollen wir es nicht lesen/sehen. Oder es muss wohlbegründet sein.
Den meisten Autoren wird es einfach zu viel Hirnverrenkungen abringen sich außer der Story eine Welt auszudenken die irgendeinem anderen Geschlechterverhältnis entspricht.
Und dann sind die Leser baff und bis auf ein paar Nerds versteht das dann wiederum keiner.
In SciFi und Fantasy Büchern ist dieser Anteil des "Was-wäre-wenn" durchaus größer. Aber auch da muss man schauen ob Geschlechterrollenverteilung eine Teil des "Anders als heute" ist oder eher nicht.
Emanzipazieren werden wir und davon erst wenn die Menschen in Retortengebärmüttern hochgezogen werden.... (Also so im 22-Jahrhundert....)
Bei Schafen hat man das schon gemacht, fragt sich aber wieviel Input braucht ein ungeborenes von seiner Mama und der Umgebung (kann man ja simulieren) damit alles Paletti ist.
Dann wird sich das so wie in Joe Haldemanns "Ewiger Krieg" entwickeln....
Geschlecht und sexuelle Disposition werden dann Maßgeschneidert...
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