Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Gibt es für euch irrationale Regelwerks-Abtörner?
Dioto:
Ich finde diesen Thread sehr interessant und will auch mal etwas dazu beitragen:
* Zielwerte unterwürfeln
Mit einem hohen Wurf assoziiere ich auch ein gutes Resultat
* Klein-Klein-Buchhaltung (vielleicht nicht ganz so irrational)
Jeder noch so unbedeutende Gegenstand hat ein Gewicht (Bonuspunkte für Nachkommastellen) und muss in verschiedenen Währungen (Platin, Gold, Silber, Kupfer, Dukaten, Heller, Kreuzer, ...) gekauft werden (Jackpot wenn einzelne Münzen ein Gewicht haben)
* Etwas anderes als ein W20 oder W6 als Probenwürfel
* Ausdauer- und Manapools
* Dutzen des Lesers
* Schwarz-Weiß-Druck
Weltengeist:
--- Zitat von: Boba Fett am 16.12.2017 | 20:11 ---Ich kann es nicht leiden, wenn ein Regelwerk (ihr wisst schon welches) von den Spielfiguren als „Held“ redet.
„Die Helden blablabla“... „Ihre Heldin, ihr Held kann jetzt....“ und so weiter.
Zunächst einmal finde ich es daneben, wenn man reale oder fiktive Personen per se zu Helden erklärt.
Eigentlich finde ich das ganze „Heldentum-Konzept“ in vielen Ansätzen fragwürdig.
Dazu kommt, dass die ganze rollenspielerische Kleinhalterei, die jahrzehntelang propagiert wurde (und das durchaus nicht nur von dem „ihr-wisst-schon-welches-ich-meine“ Spielsystem), diesen Begriff völlig absurd aussehen läßt.
--- Ende Zitat ---
Siehst du, so unterschiedlich sind Geschmäcker. Ich mag sowohl den Begriff "Held" als auch das Konzept des Helden als jemand, der versucht, etwas Gutes zu tun. Held bedeutet ja nicht notwendigerweise Superheld; wir sprechen ja schon von Heldentum, wenn sich jemand einer schweren Aufgabe zu einem höheren Wohl stellt. Und das ist eigentlich das, was fast alle SC in meinen Gruppen tun.
Feuersänger:
Das ist eine sehr moderne Definition von Held. Wäre dem Publikum von Nibelungenlied, Waltarius oder Erec nicht im Traum eingefallen, dass Helden selbstlos Gutes zu tun haben. Ein Held ist da jemand, der Arsch tritt und sich nimmt, was er will. Hatten wir schonmal nen Thread dazu.
@Gestalten: ich unterscheide da zwischen der Einflußsphäre um meinen SC und den ganzen Rest. Familie und Freunde des SC sind mein Ressort. Ob es in dem Dorf einen Schwarzen Keiler gibt, nicht. Und ob da jetzt ein Kronleuchter von der Decke hängt, noch viel weniger.
Sashael:
--- Zitat von: Weltengeist am 17.12.2017 | 10:50 ---Siehst du, so unterschiedlich sind Geschmäcker. Ich mag sowohl den Begriff "Held" als auch das Konzept des Helden als jemand, der versucht, etwas Gutes zu tun. Held bedeutet ja nicht notwendigerweise Superheld; wir sprechen ja schon von Heldentum, wenn sich jemand einer schweren Aufgabe zu einem höheren Wohl stellt. Und das ist eigentlich das, was fast alle SC in meinen Gruppen tun.
--- Ende Zitat ---
Das Regelwerk-das-nicht-genannt-werden-darf spricht aber immer nur von Helden, aber die echten Heldentaten durften immer nur bei NSCs beobachtet werden. Die SCs hatten nur die Pflichten von Helden (Ehre, Höflichkeit, Ehrlichkeit), aber die Vorteile wie echter Ruhm, echte heldenhafte Taten (das Besiegen von wirklich mächtigen Oberschurken z.B.) blieb immer den Autoren-Mary-Sues vorbehalten. Und "graue" Helden waren auch nicht gern gesehen. Das ist vermutlich, was Boba stört, denn diese Diskrepanz war bei mir einer der Gründe, dem Regelwerk-das-nicht-genannt-werden-darf den Rücken zu kehren.
Weltengeist:
--- Zitat von: Feuersänger am 17.12.2017 | 11:25 ---Das ist eine sehr moderne Definition von Held. Wäre dem Publikum von Nibelungenlied, Waltarius oder Erec nicht im Traum eingefallen, dass Helden selbstlos Gutes zu tun haben. Ein Held ist da jemand, der Arsch tritt und sich nimmt, was er will. Hatten wir schonmal nen Thread dazu.
--- Ende Zitat ---
Aber nur weil ein Leser des 13. Jahrhunderts das so gesehen hätte, heißt ja nicht, dass man das als Mensch des 21. Jahrhunderts auch so sehen muss. Die Bedeutung von Heldentum hat sich doch im Sprachgebrauch gründlich verändert. Sagt auch ein Blick in den Duden. Wenn wir von "Helden des Alltags" sprechen, über "Heldenreisen" diskutieren, den eigenen Vater als "mein Held" betiteln oder wenn ein Film/Buch damit beginnt, dass "unser Held" jetzt dies oder das tut, dann ist damit ja auch kein übermächtiger Schlagetot gemeint.
@DSA: Das Fass mag ich hier nun wirklich nicht (schon wieder) aufmachen. Sonst entgleist der Thread völlig.
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