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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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Issi:

--- Zitat ---Episode I hat dafür ja auch zu Recht viel Schelte eingesteckt.
Und das Ziel? Da ich keine Gesetze mache und auch nichts von Zensur halte, wäre mein Ziel sicher nicht, dass in Fantasywelten künftig keine Wesen mehr vorkommen dürfen, die gleichzeitig Geldverleiher und Hakennasenträger sind. Aber mein Ziel wäre es sehr wohl, AutorInnen ins Bewusstsein zu rufen, dass solche Stereotypen andockfähig für "echten" Rassismus sind und dass sie sich durchaus bewusst für eine andere Zeichnung der jeweiligen Figur entscheiden können. Und gleichzeitig die Rezipienten dazu zu bringen, solche Stereotype auch bewusst in ihren Bezügen wahrzunehmen, weil diffus im Kopf herumspukende Elemente rassistischer und antisemitischer Stereotypen eben evtl. gefährlicher sind als bewusst gemachte, von denen man sich dann innerlich auch bewusst abgrenzen kann. Wer langnasige Geldverleiher als Figuren irgendwie einleuchtend findet, weil er das aus Harry Potter kennt, und dann später Juden als langsnasige Geldverleiher verkauft kriegt, der schluckt das vielleicht ohne allzu viel nachzudenken. Wer schon mal die Kritik daran aufgeschnappt hat, dass das bei Harry Potter einem antisemitischen Stereotyp folgt, wird so etwas dagegen nicht einfach so schlucken, sondern spätestens dann noch mal ins Nachdenken kommen.
--- Ende Zitat ---

Es gibt auch Glaubensgemeinschaften, die "Bibi Blocksberg" schon bedrohlich finden.(Kein Scherz! (Klicke zum Anzeigen/Verstecken) Flyer-aus einer Katholischen Kirche in Bayern) Denn das ist eine Hexe, und wenn Kinder an "Hexerei" glauben, und das auch noch positiv verpackt wird, dann wird das als nicht zumutbar empfunden.
Will damit sagen: Ich finde es teilweise schwer eine Grenze zu ziehen, zwischen dem was  "für Kinder zumutbar" empfunden werden kann, und was nicht.
Wir haben jetzt z.B. alle die Grimms Märchen gelesen aber es ist uns dennoch gelungen eine gesunde Distanz dazu zu wahren.
(Vielleicht gerade, weil es nicht echt ist)
Ich traue das Kindern durchaus auch zu. Einfach weil ihnen ja auch andere Werte, außerhalb des Märchens vermittelt werden. Zumindest in Kindergarten und Schule.
Und schätze die Gefahr von "bleibenden sozialen Schäden durch Fantasy" deshalb nicht ganz so hoch ein.

Achamanian:

--- Zitat von: Issi am  7.05.2018 | 10:16 ---Es gibt auch Glaubensgemeinschaften, die "Bibi Blocksberg" schon bedrohlich finden.(Kein Scherz!) Denn das ist eine Hexe, und wenn Kinder an "Hexerei" glauben, und das auch noch positiv verpackt wird, dann wird das als nicht zumutbar empfunden.
Will damit sagen: Ich finde es teilweise schwer eine Grenze zu ziehen, zwischen dem was  "für Kinder zumutbar" empfunden werden kann, und was nicht.


--- Ende Zitat ---

Es geht doch hier überhaupt nicht um "Zumutbarkeit für Kinder", sondern um die Kritik an rassistischen Stereotypen. Den Zusammenhang zum Thema Kinder hast du selbst hergestellt, indem du meintest, dass es bei Jugendbüchern ja "nicht so schlimm" sei, weil die Kinder und Jugendlichen die entsprechenden Stereotypen wahrscheinlich eh nicht kennen und zuordnen können. Darauf gab es dann Erwiderungen dahingehend, dass die Stereotype eben auch oder gerade dann problematisch sind, wenn man keinen konkreten Bezug herstellen kann.

Zumutbar oder nicht zumutbar ist in dem Bereich für Kinder erst mal nicht mehr und nicht weniger als für Erwachsene - es geht darum, wie man sich ggf. mit dem Zeug auseinandersetzt. Und wenn gleich wieder das "Wollt ihr das denn jetzt alles verbieten!"-Geschrei einsetzt, ist halt von vorneherein keine Auseinandersetzung möglich.

Issi:

--- Zitat ---Es geht doch hier überhaupt nicht um "Zumutbarkeit für Kinder", sondern um die Kritik an rassistischen Stereotypen. Den Zusammenhang zum Thema Kinder hast du selbst hergestellt, indem du meintest, dass es bei Jugendbüchern ja "nicht so schlimm" sei, weil die Kinder und Jugendlichen die entsprechenden Stereotypen wahrscheinlich eh nicht kennen und zuordnen können. Darauf gab es dann Erwiderungen dahingehend, dass die Stereotype eben auch oder gerade dann problematisch sind, wenn man keinen konkreten Bezug herstellen kann.

--- Ende Zitat ---
Ich habe deshalb das Thema Kinder eingebracht, um zu zeigen, dass die Autorin hier vermutlich nicht bewusst irgendeine merkwürdige Ideologie unterbringen wollte.
(Einfach weil ihre Leser das vermutlich größtenteils gar nicht kennen)
Sicher wissen kann ich das natürlich nicht.
Und  ob sie das wollte, wissen auch ihre Kritiker nicht.
Es bleibt Spekulation.

Man kann natürlich sagen, sobald zuviele Reallife -Klischees im Fantasy Bereich erfüllt sind, ist es auch Reallife Rassismus, egal was der Autor wollte oder nicht wollte.
Und deshalb muss man es auch so behandeln, es so bewerten etc.
Das macht dann halt fast jedes "Fantasy Märchen" automatisch politisch. Auch wenn es das vielleicht gar nicht sein will.



Ludovico:

--- Zitat von: Thandbar am  7.05.2018 | 09:51 ---Und das erinnert meiner Meinung nach schon sehr an die rassistischen Legitimationsmuster europäischer Sklavenhalter - nur dass sie hier keine verheerende und menschenverachtende Wahnidee, sondern Fakten der erzählten Welt sind.
--- Ende Zitat ---

Ich finde, dass das abgemildert gehört.
Es erinnert nur jene an die rassistischen Legitimationsmuster europäischer Sklavenhalter, wenn man entsprechend sensibel für die Thematik ist.


--- Zitat ---Das finde ich eigentlich eher schlimmer als besser, weil eben Kinder schon wieder diese Stereotype als Erzählmuster aufnehmen, ohne bereits über sie reflektieren zu können.

--- Ende Zitat ---

Bloß... bei den Hauselfen bei Harry Potter hab ich nirgendwo mitbekommen, dass diese dumm/blöd/minderwertig etc. von Kindern oder Erwachsenen betrachtet werden.
Die Sache wäre doch anders, wenn Kinder draußen spielen und einer muss den Hauself machen, woraufhin dieses Kind von den anderen gehänselt wird ("Putz mir die Schuhe", "Auf die Knie",...). Kinder können grausam sein.

Aber tatsächlich werden im Film und Buch all jene, die sich Hauselfen halten als schlecht dargestellt.

Und sogar dann müssen sie den Sprung schaffen hin zur Versklavung afrikanischer Ureinwohner. Und der Sprung ist angesichts der kompletten Unähnlichkeit zwischen Hauselfen und diesen Menschen sehr sehr weit.

Achamanian:

--- Zitat von: Issi am  7.05.2018 | 10:46 ---Ich habe deshalb das Thema Kinder eingebracht, um zu zeigen, dass die Autorin hier vermutlich nicht bewusst irgendeine merkwürdige Ideologie unterbringen wollte.
(Einfach weil ihre Leser das vermutlich größtenteils gar nicht kennen)
Sicher wissen kann ich das natürlich nicht.
Und  ob sie das wollte, wissen auch ihre Kritiker nicht.
Es bleibt Spekulation.



--- Ende Zitat ---

Es hat aber überhaupt keiner etwas darüberunterstellt, was Rowling wollte; wenn überhaupt wurde bisher nur geschrieben, dass sie sicher keine bösen Absichten verfolgt hat.

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