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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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Isegrim:
Mein innerer advocatus diaboli zwingt mich zu zwei Anmerkungen:


--- Zitat von: Runenstahl am  7.05.2018 | 18:42 ---Wenn die Orks wie zumindest in den Filmen dargestellt reine Killermaschinen sind die nur zum Kampf gezüchtet werden, dann darf man ihnen gegenüber rassistisch sein ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.
--- Ende Zitat ---

Man kann die sogar ganz rassistisch abschlachten, wenn sie eigentlich herzenslieb sind und nur spielen wollen. Dann spielt man halt keine nette Person... ;)


--- Zitat von: Runenstahl am  7.05.2018 | 18:42 ---Da ist es ein bißchen wie im echten Leben: das wahre Böse (tm) gibt es gar nicht. Nur verschiedene Ansichten und Grauzonen.
--- Ende Zitat ---

Warum machen wir uns dann Gedanken über Rassismus, wenns im echten Leben eh kein richtig und falsch gibt, und alles nur Ansichten sind? ;)

Chruschtschow:
@Ludovico:
Da fürchte ich, dass du Unmögliches verlangst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es allzu viele Studien zum Zusammenhang zwischen rassistischen Stereotypen und Pen&Paper-Rollenspiel. Allerdings meinte ich Medien jetzt auch nicht "Fernsehen". Eher Fernsehen, Bücher, Zeitungen, Plakate, Internet, Radio, Flugzeugbanner, alles! Rollenspiel ist ein Medium. Warum sollte es außerhalb der Ordnung stehen? Natürlich hat es seine eigenen Parameter, wie es Stereotype transportiert, aber das macht es nicht plötzlich zum Nicht-Medium.

Wir rezipieren Dinge in Medien und Umwelt, verarbeiten sie und erfahren sie durch Wiederholung als "Norm". Die Wahrnehmung als Norm wiederum beeinflusst unser Verhalten. Wenn wir oft küssende Männer sehen, ist das halt so. Wenn wir zur ersten Mal küssende Männer sehen, wenn wir vorher nur gemischtgeschlechtliche Paare kennen gelernt haben, löst das eine Reaktion aus und sei es auch nur ein kurzen Stutzen, weil unser Hirn plötzlich was neu einsortieren muss. Um mal ein ganz konkretes Beispiel zu nennen: "Pacific Rim". Der Film war aus und ich am Kopfkratzen. Und dann habe ich geschnallt: Held und Heldin haben sich nicht geküsst. Gar nicht. Das ist so normal im Actionfilm, dass diese Ausnahme ganz klar Aufmerksamkeit auf sich zog.

Darum brechen wir ja auch so gerne Klischees im Rollenspiel. Ich weiß, was kommt! Ich weiß, was kommt! Ich ... WTF?!? Gleicher Mechanismus. Darum ja, Rollenspiel ist in erster Näherung nur ein weiteres Medium. Und darum nutzen wir ja auch Klischees. Ich glaube, ich habe hier auch irgendwo vor Seiten schon mal geschrieben, dass wir Klischees und Stereotypen brauchen, sonst könnten wir gar nicht im Rollenspiel kommunizieren.

Wie man jetzt mit entsprechenden Klischees im eigenen Spiel verfährt, ist natürlich eine individuelle Frage. Auch da habe ich weiter oben schon geschrieben, dass ich auch durchaus gerne mal mit Klischees vom rechten Rand hantiere. Mir schlägt es halt auf den Magen, wenn das allzu sorglos geschieht.

Und entschuldige, bei ein paar Kommentaren hätte ich Ironie-Smileys setzen sollen. Das war sehr überzeichnet, dass man da nach der Ravenloft-Runde Zigeuner klatschen geht. Der Punkt daran sollte sein: Klischees wirken vor allem dann als Verstärker, wenn die rezipierende Person eh schon in der Richtung unterwegs ist, das einzelne Auftreten des Klischees bleibt in seiner Wirkung meistens klein und erst die Wiederholung sorgt für eine Festigung.

Greifenklause:

--- Zitat von: Issi am  7.05.2018 | 10:16 ---..
Wir haben jetzt z.B. alle die Grimms Märchen gelesen aber es ist uns dennoch gelungen eine gesunde Distanz dazu zu wahren.
(Vielleicht gerade, weil es nicht echt ist)
...

--- Ende Zitat ---

Stimmt nicht: Mehr als die Hälfte von uns hatte dessentwegen Alpträume und ein wesentlicher Teil hatte Hexenängste oder Wolfsphobien der ein oder anderen Art.
Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass manche Cynophobie stärker ausgeprägt war, wenn man neben schlechten Erfahrungen mit Hunden auch noch den fruchtbaren Nährboden der Wolfsmärchen und ihren ewig bösen ewig menschenfressenden Wölfen hatte.

Greifenklause:

--- Zitat von: Odium am  7.05.2018 | 08:48 ---Und was ist, wenn ich ein Setting haben möchte, in dem Orks einfach alle blutrünstige Monster sind und Elfen immer noble Hüter des Waldes?

--- Ende Zitat ---
Dann empfände ich das im besten Fall einfallslos.
Wenn eine gute Erklärung fehlen würde, empfände ich es als laaaaaangweilig
Und im schlimmsten Fall sind rassistische Stereotype (und sei es unbeabsichtigt) unterfüttert.

Kurz:
Schwarz-Weiß-Zeichnerei ist immer gefährdeter, in Rassismus zu enden.

nobody@home:

--- Zitat von: Runenstahl am  7.05.2018 | 18:42 ---PS:
Hier noch mal ein Video zum Thema Rassismus das ich jedem Empfehlen kann:
https://www.youtube.com/watch?v=oJfbKj1vYsQ
Grundtenor: JEDER ist irgendwo Rassist. Wie so vieles ist Rassismus nämlich auch ein Spektrum und kein simples System mit dem man Leute in Rassisten und Heilige unterteilen kann.

--- Ende Zitat ---

Mm, hat was und ist auch kurz genug (dreieinhalb Minuten), daß es sich jeder mit den nötigen Englischkenntnissen schnell mal reinziehen kann.
Ob man mit dem Sprecher in Sachen Space Jam konform geht oder nicht, steht halt ggf. wieder auf einem anderen Blatt. ~;D

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