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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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Greifenklause:

--- Zitat von: felixs am  7.05.2018 | 19:52 ---...
Wenn man das wörtlich nimmt, sind Midgard und DSA moralisch nicht spielbar. Ist das so gemeint?

--- Ende Zitat ---

Soweit würde ich nicht gehen.
Ich finde nur einzelne Aspekte nicht gut oder nur schwerlich spielbar.
Das ist ja gerade der Grund, warum ich stets für eher weiche Interpretation angeblicher (oder auch tatsächlicher) Setzungen plädiere.
"Novadis sind immer so" oder "Elfen würden nie..." darf gerne ein SC denken.
Es darf aber nicht Spielzwang sein.
Mit "Viele Novadis denken, dass... " oder "Elfen tendieren aufgrund XY oft zu" kann ich leben.
Noch besser finde ich "Manche Zwerge misstrauen Elfen, weil..."

Man erkenne den Unterschied!

Isegrim:

--- Zitat von: felixs am  7.05.2018 | 19:49 ---Das geht aber jetzt ein bißchen weit.

Zu Tolkien gibt es umfangreiche Literatur. Zu Rowling wahrscheinlich noch mehr, sowas lese ich aber in meiner Freizeit nicht.

Tolkien war gläubiger Katholik (auch die richtig dummen Sachen), war ein Anhänger des "edlen nordischen Geistes" (den er Hitler übrigens absprach) und hatte einige spleenige Ideen. Ein Rassist war er nicht - jedenfalls nicht mehr, als sein Zeithintergrund ihm eben mitgegeben hat. Tolkien war nicht progressiv, aber eben auch kein Reaktionär und kein Befürworter des Rassismus.

Rowling bemüht sich sogar sehr um PC. Für meinen Geschmack zu sehr. Und für meinen Geschmack wird das auch zu sehr gefeiert (Dumbledore etc.).

Was, wenn "Geldelfen" eher als eine krude Form von Antikapitalismus zu lesen ist? Wäre das ein Problem? (Ja, es gibt Leute, die Antikapitalismus für "strukturellen Antisemitismus" halten. Mit denen rede ich aber nicht.)

--- Ende Zitat ---

+1, außer: Tolkien hat sich in einem Brief selbst mal (augenzwinkernd) einen "alten Reaktionär" genannt, bzw wurde das so übersetzt.

felixs:

--- Zitat von: Greifenklause am  7.05.2018 | 19:57 ---Bei den Geldelfen störte mich ehrlich gesagt nur die Kombo "Verwachsen mit Hakennase"UND"GeldGeldGeld"

--- Ende Zitat ---

Ja, das ist etwas unglücklich. Und ich wüsste auch gern, wie das zu erklären ist.

Allerdings haben die Nazis bei ihren Vorstellungen von "Geldjuden" auch auf verschiedene Repertoires zurückgegriffen. Es ist halt ziemlich schwer, eine körperlich unsympathisch wirkende Figur zu schaffen, die nicht auch irgendwelche Züge hat, welche die Nazis in ihrer Propaganda genutzt haben.

Mir fällt da noch die Sache mit Michael Ende und dem Büchernörgele im Satanarchäolügenialkohöllischen (?) Wunschpunsch ein...

Runenstahl:

--- Zitat von: felixs am  7.05.2018 | 19:52 ---Wenn man das wörtlich nimmt, sind Midgard und DSA moralisch nicht spielbar. Ist das so gemeint?

--- Ende Zitat ---

Midgard und DSA sind für mich tatsächlich unspielbar... aber das hat andere Gründe :D

Ernsthaft:
Nein, das ist natürlich nicht so gemeint. Aber es kann nicht Schaden diese Spiele durchaus kritisch zu betrachten und sich bewußt zu machen das hier und dort schonmal realer Rassismus ins Setting eingeflossen ist. Und da sind wir auch wieder bei "Rassismus ist ein Spektrum". Die Entwickler die diese Settings (vor über 30 Jahren !) begründet haben hatten sicherlich bewußt oder unbewußt Vorurteile die da mit reingeflossen sind. Das macht die nun nicht automatisch zu Nazis. Wie schon erwähnt sind diese Settings auch schon sehr alt. Der damalige Zeitgeist war auch ein anderer und vieles was damals noch Gesellschaftsfähig war (einschließlich vieler Vorurteile) hat heute (zurecht !) einen faden Beigeschmack.

Und man kann diese Settings auch trotzdem durchaus bespielen... ich finde nur es kann nicht Schaden sich zumindest bewußt zu machen das dies eben Rassismus / Vorurteile sind.

Da ist man dann auch bald wieder bei der Diskussion um umgeschriebene Kinderbücher. Verschandelt man damit Kunst oder bewahrt man die Jugend davor das dieser Vorurteile eingepflanzt werden ? Ich selbst würde da eher so vorgehen das ich das Werk als solches im Original belasse, aber eine Einleitung beifüge die sich mit der Problematik auseinander setzt.

Maischen:

--- Zitat von: Greifenklause am  7.05.2018 | 20:02 ---Soweit würde ich nicht gehen.
Ich finde nur einzelne Aspekte nicht gut oder nur schwerlich spielbar.
Das ist ja gerade der Grund, warum ich stets für eher weiche Interpretation angeblicher (oder auch tatsächlicher) Setzungen plädiere.
"Novadis sind immer so" oder "Elfen würden nie..." darf gerne ein SC denken.
Es darf aber nicht Spielzwang sein.
Mit "Viele Novadis denken, dass... " oder "Elfen tendieren aufgrund XY oft zu" kann ich leben.
Noch besser finde ich "Manche Zwerge misstrauen Elfen, weil..."

Man erkenne den Unterschied!

--- Ende Zitat ---

Das sehe ich anders: Wenn ich in einer Runde von erwachsenen Nicht-Rassisten spiele, und einer möchte einen Klischee-Novadi spielen, dann darf er den auch genau so spielen. Und der Spielleiter darf dann auch alle NSCs klischeehaft erscheinen lassen, wenn alle das so spielen wollen. - Das mag der ein oder andere langweilig finden. Mit vorwerfbarem Rassismus hat das mE nichts zu tun.

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