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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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nobody@home:

--- Zitat von: Issi am  7.05.2018 | 21:16 ---Ich meinte auch im Reallife.
Das ist unter Umständen sogar strafbar, jmd. als einen solchen zu bezeichnen.
Sogar es zu unterstellen, kann schon strafbar sein.

--- Ende Zitat ---

Moment. Rassist zu sein ist in Ordnung, aber jemanden als Rassisten zu bezeichnen, kratzt schon an der Grenze zur Straftat?

Ich muß wohl ein paar relevante Gesetzesänderungen verschlafen haben... :o

felixs:

--- Zitat von: Megavolt am  7.05.2018 | 20:33 ---Aktuelle DSA-Publikationen zu diesem Thema kenne ich nicht, aber Texte wie "Die Wüste Khom und die Echsensümpfe" habe ich in der Prä-Internet-Zeit immer durch die Karl-May-Brille gelesen und da war der mittlere Osten halt nun mal eher rückständig und putzig als ein Pulverfass von globaler Bedrohlichkeit (oder was auch immer). Kann man das dem Hadmar echt vorwerfen, dass er den Orient so interpretiert hat? Der hatte doch auch kein Internet, sicherlich aber den Karl May im Schrank?

--- Ende Zitat ---

Kenne auch nur die DSA-3-Version der Novadis und beziehe mich auf diese. Denke auch, dass das aus der Karl-May-Ecke kommt.
Nun war Karl May kein Rassist, sondern ein schrulliger, aber gut recherchierender Autor mit blühender Phantasie. Außerdem hatte er ein großes Interesse an (christlich geprägter) Völkerverständigung. Sein "Und Friede auf Erden" ist schon nahe an engagierter Literatur.

"Putzig" finde ich aber Karl Mays Schilderung des Nahen Ostens eher nicht. Er fängt eigentlich das Orientbild in der Literatur seiner Zeit gut ein und lässt dabei auch die Grausamkeit und Wildheit nicht aus, welche zumindest einigen Ethnien zugeschrieben wurde.
Interessant ist an dem Thema wohl vor allem, dass es durch die derzeitige Islamdebatte und die immer noch laufende Diskussion über die Bewertung der Rolle von Kultur in der interkulturellen Verständigung in einem ganz anderen Licht gesehen werden kann. Andererseits: So anders ist es auch wieder nicht. Das ganze ist weit weg, der Westen kennt das alles ausschließlich aus der Herrenmenschenperspektive (und ein bißchen Kalifenglanz bei den As-Saud). Der Unterschied ist vielleicht die globalisiertere Welt und die Möglichkeit der Flucht für die Bevölkerung.
Bevor das alles viel zu politisch wird: Ja, ich glaube auch, dass man das heute anders sehen würde.

Aber das Klischee von den heißblütigen Wüstensöhnen und -blumen hält sich doch hartnäckig.
Im Fall von DSA dürfte das neben den Mohas so ziemlich der ärgerlichste Fall von offenem Rassismus sein. Interessant ist aber auch, dass wir das zu DSA-3-Zeiten nicht gemerkt haben. Entweder waren das andere Zeiten, oder ich habe mich verändert. Oder beides.

Ob es wirklich zu Neubewertungen kommt?
Bezüglich China und Japan hat es das jedenfalls gar nicht getan. Der gleiche Orientalismus wie eh und je.

Issi:

--- Zitat von: nobody@home am  7.05.2018 | 21:44 ---Moment. Rassist zu sein ist in Ordnung, aber jemanden als Rassisten zu bezeichnen, kratzt schon an der Grenze zur Straftat?

Ich muß wohl ein paar relevante Gesetzesänderungen verschlafen haben... :o

--- Ende Zitat ---

Kann im Worstcase meines Wissens unter "Üble Nachrede" bzw. "Verleumdung" fallen.
"Üble Nachrede" ist es meines Wissens dann, wenn man das mehr oder weniger unbedarft tut, ohne belegbare  Beweise dafür zu haben.
Und "Verleumdung" dann, wenn man das absichtlich oder wider besseren Wissens tut.

Fällt halt ggf. unter Rufschädigung, Rufmord etc.
Bussgelder sind jedoch wahrscheinlicher als Haftstrafen.


felixs:
Tut mir leid. Ich hatte meinen Beitrag gelöscht, aber da hatte Issi den schon zitiert.

Chruschtschow:

--- Zitat von: nobody@home am  7.05.2018 | 21:44 ---Moment. Rassist zu sein ist in Ordnung, aber jemanden als Rassisten zu bezeichnen, kratzt schon an der Grenze zur Straftat?

Ich muß wohl ein paar relevante Gesetzesänderungen verschlafen haben... :o

--- Ende Zitat ---

Keine Sorge, §130 StGB ist noch in Kraft.

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