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Rassismus in Fantasy Rollenspiele
felixs:
--- Zitat von: 6 am 8.05.2018 | 12:51 ---Du willst die Leute auf ein Problem aufmerksam machen und dann wird sofort die Keule "political correctness" geschleudert. Das ist genau das Problem, dass Rumpel und einige andere hier versucht haben zu erklären.
(...)
--- Ende Zitat ---
Und das ist das, worauf ich mit "Augenmaß" zu antworten versucht habe.
--- Zitat von: 6 am 8.05.2018 | 12:51 ---(Ach ja. Die Definition kommt aus der Wiki, wie ich schrieb.)
--- Ende Zitat ---
Was auch immer das beweisen soll. Selbst wenn wir uns darauf einigen würden, dass die Definitionen in Wikipedia verbindlich sein sollen (was unsinnig wäre, dafür ist das nicht stabil und transparent genug), hätten wir immer noch das Problem, dass das nicht die Definitionen sind, mit denen die Leute normalerweise agieren. Darum geht es aber und die meisten Leute meinen mit "PC" eben nicht das von Dir zitierte (zu welchem ich halt, damit es eine akzeptable Regel wird, gern die Sache mit dem "Augenmaß" hinzufügen würde). Sie meinen vielmehr die starre Festlegung von Sprachregeln, wie sie beispielsweise in Behördenregeln zu finden ist und die sehr oft unredlich verwendet wird.
Man kann den Gegnern von "PC" ja durchaus erklären, was man damit eigentlich meint. Aber man wird auch zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Ausdruck "PC" selbst eine Geschichte hat.
Deshalb finde ich das "Spiel" mit Definitionen (mit oder ohne Anführungszeichen) unnötig verwirrend.
Ich glaube außerdem, dass es nicht förderlich ist, Leute zu Demonstrationszwecken aufs Glatteis zu führen. Die meisten mögen das nicht und reagieren dann entsprechend verletzt.
Issi:
--- Zitat von: 6 am 8.05.2018 | 12:51 ---Keine weiteren Fragen. :)
--- Ende Zitat ---
Das ist schön!
Konstruktive Kritik ist aber noch viel mehr als nur "nicht verletzend" (politisch korrekt).
Sie ist ein "Werkzeug" das etwas bewirken kann und soll.- zum Beispiel einen konstruktiven Austausch zwischen unterschiedlichen Standpunkten/Menschen
Ich hoffe das ist dir auch klar. ;)
--- Zitat ---Problematisch sind Fälle, in denen man von den Autoren nicht genug weiß, um ein sicheres Urteil darüber abgeben zu können, wie problematische Andeutungen* zu verstehen sein könnten. (*Wären es deutliche Aussagen,dann bestünde das Problem nicht)
--- Ende Zitat ---
Erstens das, und zweitens der Kontext Fantasy.
Wenn jmd ein Spiel/Buch über die reale Welt schreibt, und sich auch darauf bezieht,
dann haben wir eine etwas andere Situation als wenn es sich um eine Fantasywelt handelt.
Chruschtschow:
--- Zitat von: Lichtschwerttänzer am 8.05.2018 | 12:54 ---Gegenfrage könnte ein Autor ein möglicherweise rassistisches Trope/Vorurteil nicht auch aus reiner Unwissenheit/Nicht so sozialisiert sein verwendet haben?
IM Falle AH´s vermute ich eine starke Übereinstimmung von Mein Kampf, Aussagen und Handlungen
--- Ende Zitat ---
Versuchst du uns gerade zu verkaufen, dass eine britische Lehrerin mit Studienabschlüssen in geisteswissenschaftlichen Fächern tatsächlich den antisemitischen Stereotypen vom hakennasigen Geldverleiher nicht kennen könnte? :o
Ob die Verwendung absichtlich war oder nicht? Ich vermute zweiteres. Aber Unkenntnis ist bei dem Bildungsniveau der Autorin eine ganz schwache Entschuldigung.
nobody@home:
--- Zitat von: felixs am 8.05.2018 | 12:53 ---Pardon, aber das ist doch bescheuert.
Es besteht offensichtilch ein hohes Maß an Übereinstimmung zwischen den Inhalten des Buchs und zwischen den Handlungen des Autors. Der Fall eignet sich überhaupt nicht.
Problematisch sind Fälle, in denen man von den Autoren nicht genug weiß, um ein sicheres Urteil darüber abgeben zu können, wie problematische Andeutungen* zu verstehen sein könnten. (*Wären es deutliche Aussagen,dann bestünde das Problem nicht).
--- Ende Zitat ---
Der Punkt ist: welche Meinungen der Autor privat im stillen Kämmerlein vertreten haben mag, ist erst mal scheißegal. Wichtig ist im Rollenspielkontext (um mal langsam wieder zum Thema zurückzukehren), wie seine Werke rüberkommen und wie man damit gegebenenfalls umgehen will.
Beispiel Karl May. Der hat in seinen Büchern -- zumindest in den Fassungen, die ich kenne, inwieweit die "modernisiert" und "entschärft" worden sein mögen, könnte ich auf Anhieb nicht mal sagen -- gerne davon gepredigt, daß alle Menschen eigentlich Brüder sind...und gleichzeitig bei der Darstellung anderer Kulturen trotzdem gerne tief in die (auch schon mal rassistisch geprägte) Klischeekiste mit den abergläubischen Indianern, Karikaturschwarzen und so weiter gegriffen. Muß ich ihn deswegen jetzt für einen scheinheiligen Rassisten mit finsterer Agenda und mit Darts gespickten Fotos Andersfarbiger an der Geheimkellertür halten? Nö. Aber wenn ich als im Hier und Jetzt lebender Rollenspieler mal im klassischen Winnetou- oder Hadschi Halef Omar-Milieu spielen oder insbesondere leiten will, dann sollte ich mir vielleicht schon ein paar Gedanken darüber machen, ob ich alle diese Klischees tatsächlich 1:1 übernehmen will, nur weil sie im Original auch so vorkommen -- denn problematisch sind sie völlig unabhängig davon, was der Autor vor über hundert Jahren mal beabsichtigt haben mag.
felixs:
--- Zitat von: nobody@home am 8.05.2018 | 13:10 ---Der Punkt ist: welche Meinungen der Autor privat im stillen Kämmerlein vertreten haben mag, ist erst mal scheißegal. Wichtig ist im Rollenspielkontext (um mal langsam wieder zum Thema zurückzukehren), wie seine Werke rüberkommen und wie man damit gegebenenfalls umgehen will.
--- Ende Zitat ---
Mir ist das nicht grundsätzlich egal, aber ich denke auch, dass der Umgang mit dem Werk entscheidend ist.
--- Zitat von: nobody@home am 8.05.2018 | 13:10 ---Beispiel Karl May. Der hat in seinen Büchern -- zumindest in den Fassungen, die ich kenne, inwieweit die "modernisiert" und "entschärft" worden sein mögen, könnte ich auf Anhieb nicht mal sagen -- gerne davon gepredigt, daß alle Menschen eigentlich Brüder sind...und gleichzeitig bei der Darstellung anderer Kulturen trotzdem gerne tief in die (auch schon mal rassistisch geprägte) Klischeekiste mit den abergläubischen Indianern, Karikaturschwarzen und so weiter gegriffen. Muß ich ihn deswegen jetzt für einen scheinheiligen Rassisten mit finsterer Agenda und mit Darts gespickten Fotos Andersfarbiger an der Geheimkellertür halten? Nö. Aber wenn ich als im Hier und Jetzt lebender Rollenspieler mal im klassischen Winnetou- oder Hadschi Halef Omar-Milieu spielen oder insbesondere leiten will, dann sollte ich mir vielleicht schon ein paar Gedanken darüber machen, ob ich alle diese Klischees tatsächlich 1:1 übernehmen will, nur weil sie im Original auch so vorkommen -- denn problematisch sind sie völlig unabhängig davon, was der Autor vor über hundert Jahren mal beabsichtigt haben mag.
--- Ende Zitat ---
Dem kann ich gut zustimmen.
Es ist eine Sache, dem Autor etwas vorzuwerfen. Und ich finde, dass Du das Problem Karl May sehr gut beschrieben hast.
Es ist eine andere Sache, sich vor dem Hintergrund der eigenen Zeit kritisch damit zu beschäftigen, wie man das am besten umsetzt und was man dabei vielleicht anders machen würde.
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