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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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felixs:

--- Zitat von: Nocturama am  8.05.2018 | 15:09 ---Ohne jetzt zu sehr auf Rowling rumhacken zu wollen und irgendwie auch halb-OT, so besonders engagiert ist sie bei der Recherche über Kulturen außerhalb GBs nicht - vor einiger Zeit gab es ja einen Artikel zu Magie in den USA von ihr, wo der Abschnitt zu den Indianern die langweiligst möglichen Klischees transportierte. "Die" Indianer (obwohl es zwischen Hopi und Chinook doch den einen oder anderen Unterschied gibt) sind allesamt gut mit Natursachen, können sich in Tiere verwandeln (pikanterweise auch noch Skinwalker genannt, was bei den Navajo und anderen betroffen Stämmen absolut kein positiver Begriff ist), aber dafür sind sie mit Zauberstäben nicht so gut. Seufz. Da habe ich schon differenzierteren Kram mit Minimalrecherche für eine Rollenspielrunde zusammengestellt. Bei einer erfolgreichen Autorin, die auch noch ihre massive Anhängerschaft zu Rate ziehen kann, würde ich mehr erwarten.

--- Ende Zitat ---

Das habe ich übrigens oben zitiert.

Ich finde die Reaktion darauf allerdings übertrieben. Und das Argument gegen die "kulturelle Aneignung" führt dann eh dazu, dass man über alles das gar nichts mehr sagen darf, was nicht der eigenen Ethnizität zugehörig ist (und wer entscheidet das eigentlich?).

Isegrim:

--- Zitat von: Lichtschwerttänzer am  8.05.2018 | 14:30 ---Im Betreff auf Juden war Karl May jetzt auch nicht so viel besser als Lovecraft.
--- Ende Zitat ---

Unsinn.

Rhylthar:

--- Zitat von: Luxferre am  8.05.2018 | 14:05 ---Fasse ich mal zusammen:

Wenn ich realweltlich inspirierten Rassismus ins Rollenspiel bringe ist das schlecht.
Wenn ich einen nicht-realweltlich inspirierten Rassismus erfinde (Chelaxianer unterdrücken und hassen Halblinge), dann ist das okay.

Das. Ist. So. Bekloppt.

--- Ende Zitat ---
Ich mache Dich mal noch "bekloppter". ;)

a) Rassismus innerhalb einer Fantasywelt
Ist für mich vollkommen unproblematisch.  In Thay nicht als Mulan geboren? Jo, schade...mit Glück bist Du ja kein Sklave. In Middle-earth leben Orks halt so lange, bis sie am Ende einer Schwertklinge hängen oder formschön mit Pfeilen garniert sind. Calimport, Chult, Mulhorand...klischeebehaftet. Usw.

Eskapismus an. Es gibt diese Welten nicht. Es ist reine Fiktion. Ich bilde keine (Esels-)Brücken zur realen Welt. Deswegen sind auch alle Dämonen und Teufel böse und (zumindest in Greyhawk) auch alle Drow. Keine Glockenverteilung, evtl. mal statistische Ausreisser. Fertig.

(Problematische Ausnahme, die immer am Rand kratzt: Vistani in Ravenloft. Aber auch nur deshalb, weil Ravenloft in bestimmten Domänen sehr starke Anleihen aus der realen Welt nimmt. Im Normalfall handhabe ich das für mich aber wie oben).

b) Rassismus in einer psuedo-realen Welt/Alternate History:
Jetzt wird es ein wenig schwierig. Denn das unterteile ich nochmal.

ba) Shadowrun und Cthulhu. Beide sehr stark verbunden mit der realen Welt. Würde hier Rassismus aufgebaut, beispielsweise derart (ich greife die Vistani mal auf), dass Sinti und Roma als kinderraubende, stehlende, mit Mythoswesen verbündete und deshalb auch mit bestimmten magischen Kräften (Evil Eye) ausgestattete Menschen dargestellt würden, fände ich dies mehr als zweifelhaft.

In diesen Spielen (als Beispiel, gibt ja durchaus noch mehr) sollte realweltlicher Rassismus nicht auf irgendeine Art und Weise noch zusätzlich hineingepackt werden, es sei denn...

bb)...es spielt in einer (alternativen) Zeitgeschichte, in der realweltlicher Rassismus eben normal ist. "Down Darker Trails"...sorry, die amerikanischen Ur-Einwohner waren dort nicht die gleichberechtigten Mitbewohner in den Augen des weissen Mannes. Chaosium geht durchaus auf dieses Thema in dem Buch ein. Trail of Cthulhu oder allgemein Cthulhu 1920/1930. Der gleichberechtigte Abenteurer mit afrikanischem Hintergrund auf Reisen durch die Welt...are you kidding me? Rassismus also "vollkommen okay", also dass er natürlich auch in diesen Spielen auftritt. Ob man ihn denn nun thematisieren muss (im Spiel), das steht auf einem anderen Blatt.

YY:

--- Zitat von: Nocturama am  8.05.2018 | 15:09 ---Bei einer erfolgreichen Autorin, die auch noch ihre massive Anhängerschaft zu Rate ziehen kann, würde ich mehr erwarten.

--- Ende Zitat ---

Erfolg hängt eben ganz entschieden nicht nur von Qualität und Schaffenshöhe ab.

Isegrim:

--- Zitat von: Chruschtschow am  8.05.2018 | 14:31 ---Es ist ein ganzes Volk von missgünstigen Geldverleihern, klein von Statur, gierig.
--- Ende Zitat ---

Gibt es da Quellen jenseits der Bücher zu? Wieviele Kobolde arbeiten denn nicht bei Gringotts? Sind alle Kobolde gierig? Sind es die von Gringotts? Für mich hört sich das sehr danach an, dass aufgrund einer einzelne Assoziation plötzlich das gesamte Paket antisemitischer Vorurteile aktigviert wird. "Kobolde sind Juden, also muss auf sie alles zutreffen, was die NSdAP den Juden vorwarf und unterstellte." Eine selbsterfüllende Prophezeiung, die mE va dazu führt, antisemitische Klischees zu festigen und reproduzieren.


--- Zitat von: Lichtschwerttänzer am  8.05.2018 | 14:44 ---Aber wie hätte sie Bankiers negativ darstellen können ohne Antisemitische Stereotypen zu nutzen
--- Ende Zitat ---

Als Volk/ethnische Gruppe? Gar nicht, keine Chance. Jedes Volk von Geldverleihern/Bankiers wird hierzulande mit Juden assoziiert werden. Auch Eisriesen, Bienenmenschen oder geschäftstüchtige Hinkepanks...

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