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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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Chruschtschow:

--- Zitat von: Isegrim am  8.05.2018 | 16:34 ---Falsch. Das ist nicht nur das Vorurteilspaket der Nazis, aber eben auch dieser. Man kann in Schland nicht über Antisemitismus diskutieren, ohne den Nationalsozialismus und die Shoa zu bedenken. Funzt einfach nicht.

--- Ende Zitat ---

Schmarrn. Antisemitismus war vorher schon Antisemitismus, erreichte mit den Nazis eine umrühmliche Spitze - die das und jedes andere Vorurteil natürlich gerne verwurstet haben - und war und ist's danach immer noch. Aber es eskaliert die Diskussion so schön, wenn einer "Nazi" sagt. Mach ich nicht anders, wenn ich mich so richtig in Rage geschimpft habe.

Und um überhaupt mal einen Schritt wieder zurück zum Thema zu machen, warum ist es mir eigentlich so wichtig rüberzubringen, warum ich die Goblins so wahrnehme:

Wir sind an unsere Klischees gewöhnt. Seien es die Vistani, die Gringotts-Goblins, meine weiter oben erwähnten Cajouns, die zumindest netter als die Lovecraft-Cajouns sind, die stören uns alle meistens gar nicht. Wir sind die Bilder gewöhnt. Es sind die kognitiven Zuordnungen, die wir irgendwann mal gelernt haben. Und leider entsprechen sie öfter, als uns lieb ist, schädlichen Vorurteilen. Und selbst wenn wir vielleicht gerade nicht das große rassistische Paket schnüren, sorgt vielleicht der Zufall (meistens aber eher das Unterbewusstsein) dafür, dass das Mosaik passt. So füllt unser Hirn halt Lücken, indem es Bekanntes einfüllt.

Und wenn man dann zum Beispiel im Kreativprozess beim Abenteuerbasteln oder am Spieltisch selbst vielleicht gelegentlich mal hinterfragt, was man da wieder fabriziert hat, kann man wahrscheinlich einige Fettnäpfchen umgehen. :)

Passiert mir doch selbst auch. Ich improvisiere den Abend so vor mich hin. Hinterher weißt eine Spielerin kurz auf das Geschlecht der durchaus reichlichen NSC hin. Oh, alles Männer außer einem. Und der NSC war eine Prostituierte. Duh ... Und nein, es war keineswegs nötig oder naheliegend, die Geschlechter so zu verteilen. Ich habe nur meinen eigenen Automatismus nicht erkannt. Und wenn ich bedenke, bei welchen NSC-Rollen ich teils unbedacht welche Dialekte oder Akzente auspacke? Kannste auch nicht an jedem Tisch bringen, ohne dass es da nicht zu Recht hochgezogene Augenbrauen gibt.

Maarzan:
Der Rassismus (und  auch der Nazi-)vorwurf sind eben hierzulande (und zu anderen Orten und Zeiten auch weitere solcher Zuschriebungen) sind eben rhetorische udn politische Atombomen, wleche wenn sie zünden den Gegner direkt vernichten - weil sie eben in der entsprechenden Wertebeurteilungen (und da zumindest im Falle des Rassismus und Nazivorwurfs zu Recht) im Zutreffensfalle (und das dann in diesem thematischen Rahmen völlig zu Recht) zur direkten Beendigung der Diskussion und Ächtung der betreffenden Person führen.

Aber damit wird der Vorwurf eben auch ein extrem verlockendes und dann auch wirksames Werkzeug, wenn man es schafft auch andere Themen/Ansichten erfolgreich in denselben assoziativen Sumpf zu ziehen und damit durch den Vorwurf alleine wiederum "Recht zu bekommen" ohne irgendeine und die Diskussion ohne die Mühe von Argumenten oder Belegen beenden zu können/müssen, alleine Kraft moralischer Autorität.  Und das ist das Geschäft der PC!

Nebenbei: DSA4(AH):
Die einzigen Rassen, die genetische Vor/nachteile hatten sind Trollzacker(Platzangst, wohl wegen der geographischen Natur ihres eher engen Herkunftsgebiets), Utulus (Hitzeresistenz ebenfalls wegen ihres Herkunftsgebiets) ... und die "Nazisymbolikwikinger"-Thorwaler mit ihrem Jähzorn und damit als einzigen Trägern eines genetischen geistig/sozialen Makels. Soviel zu der DSA-Thorwaler/Tulamiden etc-Argumentation.

Ansonsten würde ich sagen:
Rassismus - Zuschreibung von ungerechtfertigten charakternegativen Zügen zu einer Gruppe alleine auf Grund ihrer genetischen Rassenzugehörigkeit. In einer Fantasywelt könnte es vorkommen, dass auf Grund von übernatürlichen Einflüssen, Schöpfung oder anderer fantastischer Genetik ein solcher Vorwurf nicht ungerechtfertigt ist, inirdischen Gefilden ist das wohl deutlich unzutreffend und damit böse (tm).

Im Kern bleibt Spiel aber erst einmal Spiel und damit ist sich über settinginternen Rassismus als solchen aufzuregen an sich erst einmal pure Hysterie. Die mit solchen groben Vereinfachungen einhergehenden ästhetischen Leitlinien sehe ich da gar deutlcih ärgerlicher.

Dabei bleibt aber eben noch die Frage der Gefahr der Rückwirkung auf die Spieler (oder Konsumenten anderer Medien) wieder und damit ggf. Förderung von Rassismus auf Empfängerseite. Letztlich kann (irgendwo wie Krebs) alles auch mit einer Chance ungleich 0 unter Umständen wirken. Und hier haben wir dann die nächste Hysterie mit der quasi Forderung nach Perfektion (und zur Not auch unmöglichen, weil sich gegenseitig ausschließenden Forderungen).

Da sähe ich gerne eine etwas differenziertere und analytischere Behandlung fraglicher Fälle statt der politischen. Manche Sachen sind nachvollziehbar und scheinbar auch bewußt problematisch, manche sind unbeabsichtigt problematisch, wieder andere nur wenn man von extremer "Vorbelastung" und ungünstigen Rahmenbedingungen ausgeht.

Als Ergebnis stände dann hoffentlich auch eine angemessene praktische und ausgewogene  Behandlung dieser Elemente und ggf auch ein paar alle zufriedenstellende Verbesserungen  udn eher weiter festfahrenden Fronten statt nur die verbrannte Erde einer politisch-ideologisch geführten Diskussion/Kampagne.

zu Rowlings Gnomen: vermenschlichte Enten mit Zwicker im Schottenrock wären eine andere Variante von Banker mit hohem Wiedererkennungswert.

Chruschtschow:

--- Zitat von: Maarzan am  8.05.2018 | 18:43 ---zu Rowlings Gnomen: vermenschlichte Enten mit Zwicker im Schottenrock wären eine andere Variante von Banker mit hohem Wiedererkennungswert.

--- Ende Zitat ---

Dann müsste ein Harry-Potter-RSP auf jeden Fall Runequest als System nutzen.  :d

Isegrim:

--- Zitat von: Chruschtschow am  8.05.2018 | 16:52 ---Schmarrn. Antisemitismus war vorher schon Antisemitismus, erreichte mit den Nazis eine umrühmliche Spitze - die das und jedes andere Vorurteil natürlich gerne verwurstet haben - und war und ist's danach immer noch. Aber es eskaliert die Diskussion so schön, wenn einer "Nazi" sagt. Mach ich nicht anders, wenn ich mich so richtig in Rage geschimpft habe.
--- Ende Zitat ---

Das ist doch albern. Wenn du deine Vorstellungen, was antisemitische Vorurteile sind, tatsächlich von Shakespeare und der Auseinandersetzung mit Shylock hast, und überhaupt gar nicht aus der Auseinandersetzung mit Nazis und Holocaust... sag ichdir ins Gesicht, dass du ein Lügner bist. Sry, aber das nehm ich dir schlicht nicht ab.

Aber nach diesem Tiefschlag ziehe auch ich mich aus diesem Thread zurück. Eine sinn- und respektvolle Debatte ist hier nicht mehr zu erwarten, und mir von i-.welchen Ideologen Scheiße an den Kopf werfen zu lassen ist mir meine Zeit zu schade.

Chruschtschow:

--- Zitat von: Isegrim am  8.05.2018 | 21:17 ---Das ist doch albern. Wenn du deine Vorstellungen, was antisemitische Vorurteile sind, tatsächlich von Shakespeare und der Auseinandersetzung mit Shylock hast, und überhaupt gar nicht aus der Auseinandersetzung mit Nazis und Holocaust... sag ichdir ins Gesicht, dass du ein Lügner bist. Sry, aber das nehm ich dir schlicht nicht ab.

--- Ende Zitat ---

Natürlich ist das in Deutschland auf Grund dessen ein besonderes Thema. Ohne Frage. Aber wie gesagt ist das eine antisemitisches Klischee, das bis ins Mittelalter zurück reicht. AAAAAAAALT. Ja, das kann auch thematisiert werden, ohne dass ich gleich den Holocaust auf den Tisch haue.

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