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Rassismus in Fantasy Rollenspiele
Caranthir:
--- Zitat von: Greifenklause am 9.05.2018 | 08:32 ---Zu Guter letzt:
A "Ich brauche für mein Setting böse Indianer, aber dann wirkt das vielleicht rassistisch!"
B "Mach Orks draus, dann stört es keinen!"
finde ich zu kurz gegriffen...
Stellt andere Völker einfach vielschichtig dar mit diversen Individuen UND auch mal nem Ausreißer und die meisten Probleme sind bereits vermieden UND dieses Volk wird interessanter!
--- Ende Zitat ---
Ich fand es in meinen bisherigen Runden immer klasse, wenn sich Spieler dagegen entschieden haben, unbewaffnete Orks zu töten. Gleiches gilt, wenn die Gruppe sich dafür entscheidet, mit Ihnen zu verhandeln. Ich habe derzeit sogar eine Spielerin, die sich prinzipiell dagegen ist, Orks zu töten. Sie sagt, das seien doch mal Elben gewesen, daher dürfe man sie jetzt nicht bestrafen.
Also selbst wenn ich in einer Welt entscheide, dass ein Volk durch was auch immer verdorben wurde, wäre für mich wichtig, wie die Gruppe damit umgeht. So wird für mich ein Schuh draus. Das BöseTM ist immer noch keine Rechtfertigung, Böses zu tun. Das ist für dann ein spannender moralischer Konflikt für die Gruppe.
Greifenklause:
+1 an Caranthir.
Maischen:
Was Caranthir beschreibt, meint aber etwas anderes: Da geht es darum, wie sich die Helden im Angesicht des Bösen verhalten.
Caranthir:
--- Zitat von: Maischen am 9.05.2018 | 08:57 --- Was Caranthir beschreibt, meint aber etwas anderes: Da geht es es darum, wie sich die Helden im Angesicht des Bösen verhalten.
--- Ende Zitat ---
Jein, es geht um die Rechtfertigung "Die sind von Grund auf böse, also dürfen wir mit ihnen machen, was wir wollen". Das war (und ist) in unserer Welt immer wieder die Rechtfertigung für Völkermord. Wenn ich in einem Fantasyrollenspiel darüber reflektiere, ob ich mein Verhalten so rechtfertigen kann oder eben nicht, ist das für mich eine spannende Wendung und eine tolle Diskussion innerhalb der Runde. Das kann ich jetzt krass ausspielen "Mein Charakter hasst Orks, ich bringe die jetzt alle um", oder reflektiert "Okay, mal sehen, die jagen hier nur, greifen wir die jetzt an, provozieren wir einen Gegenangriff auf das Dorf, wir kundschaften die jetzt erstmal aus."
Greifenklause:
@ Maischen und Caranthir:
Dass ich die Autorensetzung von Tolkien: "Orks sind per se böse, weil Morgoth blabla" ablehne, daran halte ich fest.
Ich finde aber Caranthirs Umgang damit gut.
Was ich mich bei Tolkien auch frage:
Warum unternehmen die Elfen oder andere noch mächtigere Wesenheiten eigentlich nichts, um die Orks vom "Fluch des Bösen" zu befreien oder ihn wenigstens zu mildern?
Schließlich waren das doch einst mal achsotollen Elfen.
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