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Rassismus in Fantasy Rollenspiele
Runenstahl:
--- Zitat von: Megavolt am 9.05.2018 | 18:45 ---Nur aus Interesse: Wie beurteilst du denn einen fiktiven Kampf zwischen zwei fiktiven Menschen, bei dem der eine den anderen verwundet?
--- Ende Zitat ---
Damit habe ich normalerweise absolut kein Problem. Weil allen Beteiligten bewußt ist das Gewalt in RL das falsche Mittel ist um Probleme zu lösen.
Ich habe auch mit Rassismus / Vorurteilen im Rollenspiel kein Problem solange eben dieser Unterschied allen am Tisch bewußt ist. Gerade wenn der Sachverhalt übertrieben dargestellt wird (Zwerge vs Elfen) ist das dann auch leicht zu verstehen. Wenn aber in einem Nebensatz erwähnt wird das der gestohlene Pokal vielleicht beim fahrenden Volk zu finden ist (denn die sind halt so) dann stellt sich die Frage ob das nun übertriebene Klischees der Fantasywelt sind (wäre okay) oder aber ob da unterschwellig Vorurteile der Autors / SL's mit reinfließen. Und das ist dann schon eine genauere Betrachtung wert.
Rhylthar:
Nur weil sie "böse" sind, muss ich sie nicht zwingend umhauen. Nur kommt es nicht zum moralischen Dilemma, falls ich es doch tue.
Issi:
--- Zitat ---Ich denke, ein Knackpunkt ist tatsächlich dieser: wenn ich im Spiel ausdrücklich Gegnergruppen haben will, die die Spieler immer und überall ohne Gewissensprobleme einfach wegmoschen können sollen...dann dürfen diese Gegner eben letzten Endes keine "Personen" sein. Dann will ich eigentlich einfach nur zum Abschuß freigegebene Zielscheiben, bei denen ich mich darauf verlassen kann, daß sie sich immer nach Schema F verhalten und dadurch eine Gefahr darstellen werden -- mit anderen Worten, eigentlich Automaten (ob nun mechanischer, biologischer oder sonstiger Natur) mit nachweislich fest verdrahteten Handlungsmustern und ohne eigenen freien Willen, der es sonst ja immer noch theoretisch möglich machen könnte, sich mit ihnen doch irgendwie friedlich zu einigen.
--- Ende Zitat ---
Ich sehe als Figur im Rollenspiel auch in Monstern erst Mal Lebewesen, mit denen man ja vielleicht sogar reden könnte: a la "Bitte bitte friß mich nicht auf!"
Aber wenn der Troll dann sagt: "Doch, denn ich hab nämlich Hunger!"
Dann kann ich damit schon umgehen.
Beispiel Katze und Maus.
Die Katze ist auch ein Lebewesen. Aber sie frisst halt Mäuse.
Und wenn ich im Rollenspiel mit meiner Figur gerade die Maus bin, dann kann ich das so nachvollziehen und brauche keinen Automaten.
Dann ist auch erklärbar warum die Figur kämpft. Es geht um Kopf und Kragen.
Caranthir:
--- Zitat von: Rhylthar am 9.05.2018 | 17:09 ---Tut man auch nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn man nicht versucht, immer wieder real-weltliche Maßstäbe anzulegen.
Es gibt keine Orks. Es gibt kein Mittelerde. Es gibt auch keine Magie. Es gibt kein "Nur gut" oder "Nur böse". In der realen Welt.
In einer Fantasy-Welt ist das aber u. U. existent. Teilweise begründet, teilweise "weil ist so". Und das ist für mich auch vollkommen in Ordnung. Nein, in bestimmten Bereichen sogar wünschenswert. Moralisches Dilemma, ob ich nun Orks in Mittelerde töten darf? Bestimmt nicht.
--- Ende Zitat ---
Manche meiner Spieler standen tatsächlich vor einem moralischen Dilemma, ob sie Orks töten oder nicht. Deshalb habe ich das so formuliert ;). Auch in Mittelerde. Da würde es wahrscheinlich auch als unehrenhaft gesehen, wenn man einen Ork tötet, der sich ergeben hat. Klar, kann man in der Gruppe ja machen. Nur sollte man sich im Rollenspiel dann auch über die Konsequenzen im Klaren sein. TOR setzt das über den Schatten um. Dann wird deine Heldenfigur eben dunkler, wenn einen das nicht weiter stört, kann man das ja gern machen.
Aber nochmal, nur weil ein Volk über den Hintergrund als "böse" definiert ist, muss das kein Freifahrtschein zum Töten sein. Es kann von Spielern so unreflektiert gesehen werden, muss es aber nicht. Auch oder gerade nicht in Mittelerde, wo das Thema Gnade auch den Verdorbendsten gegenüber (siehe Gollum) eine zentrale Rolle spielt.
Maarzan:
--- Zitat von: Supersöldner am 9.05.2018 | 20:00 ---der Rassismus gegen Intelligente Untote wird auch in den meinst FR positiv dar gestellt. Aber meist wohl ohne das der Autor sich was bei denkt.
--- Ende Zitat ---
Wenn diese Untoten gewohnheitsmäßig, ggf. gar zwingenderweise Leute umbringen, ist das eben kein "Rassismus", weil keine unangemessene oder fälschliche Reaktion, sondern handfeste Notwehr und Selbstschutz oder auch Fremdschutz.
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