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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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Issi:

--- Zitat von: Rhylthar am 11.05.2018 | 07:29 ---Ein "Problem" von Orks (in Mittelerde) ist evtl. auch, dass sie sehr humanoid dargestellt werden. In einer FSK18-Varianten (und ich meine nicht XXX...;)) würde das vielleicht deutlicher werden.

--- Ende Zitat ---
Ja kann gut sein. Da ist das "auch Menschen können Monster sein" wesentlich konkreter dargestellt, als beim "bösen Wolf. "- (Der natürlich auch für einen Menschen steht, dem man nicht trauen kann, der gefährlich ist.
Aber durch die Tiergestalt, ist es weniger konkret.)
"Der Wolf im Schafspelz" ist ja ein Begriff den man auch heute teilweise noch verwendet.

Edit. Und wenn man "züchten" jetzt mal aus der Ferne betrachtet, kann man sich gefährliche "Monster" auch so heran züchten, ohne irgendeinen Genetik Quatsch. Indem man sie zum Beispiel von klein auf mit bestimmten Ideen oder Informationen impft. Ihnen positive Zuwendung verwehrt, wenn sie nicht die Erwartungen des Umfelds erfüllen usw.

Insofern kann man "heran züchten" im Märchen vielleicht  auch weniger wörtlich nehmen, und das durchaus abstrakter betrachten.

Rhylthar:

--- Zitat ---. Indem man sie zum Beispiel von klein auf mit bestimmten Ideen oder Informationen impft. Ihnen positive Zuwendung verwehrt, wenn sie nicht die Erwartungen des Umfelds erfüllen usw.
--- Ende Zitat ---
Dann hast Du wieder das "Orkbaby-Dilemma". Denn wenn durch Erziehung erst die Richtung bestimmt wird, in die sich ein Wesen entwickelt, bist Du wieder beim...Menschen.

Caranthir:

--- Zitat von: Chruschtschow am 10.05.2018 | 21:10 ---Ja und nein. Als Beispiel führe ich da gerne eine Figur aus Call of Cthulhu an, die ich mal gespielt habe. Der werte Freiherr von Ebersberg, alter Landadel, ist seinerseits ebenfalls ein Stereotyp, rechtsnationaler Monokelträger, der findet, dass Deutschland wieder einen starken Mann braucht. Eine Spielerin - mit der spiele ich seitdem kontinuierlich und aktuell auch wieder in einer Urban-Shadows-Runde - spielt eine jüdische Künstlerin, so ein neumodischer Berliner Freigeist. Da ist mehr als eine beleidigende rassistische oder sexistische Äußerung in game rüber gehauen worden. Das waren Positionen, die so für die 20er Jahre in der Weimarer Republik für ein ehemaliges Mitglied der Oberschicht des Kaiserreichs sehr plausibel waren.

--- Ende Zitat ---

Da bin ich ja voll und ganz bei euch. Wenn die Gruppe damit gut leben kann, ist das doch wunderbar. Dagegen sage ich nichts.


--- Zitat ---Das war ein vorher bei der Erschaffung der Figuren mit der Spielerin besprochener Teilaspekt, mit dem wir dann auch spielen wollten.

--- Ende Zitat ---

Und genau das ist der springende Punkt! Ihr habt das vorher so abgesprochen, dass rassistische Motive Teil des Spiels sind. Ihr als Gruppe habt das so entschieden. Das vorher zu machen, ist der Königsweg, dann kommt es während des Spiels nicht zu Irritationen. Bei Cthulhu ist das besonders wichtig, da wir hier mit real existierendem Rassismus konfrontiert werden.

Jetzt gehe ich aber mal wieder zurück zu Fantasy und Mittelerde: Ich hatte schon relativ oft in Spielgruppen die Situation, dass man Gefangene (die dem Bösen verfallen sind, egal ob Orks oder Menschen) getötet hat. Da bricht für mich die Trennung Spieler und Spielfigur auf. Sowas kann ich nicht einfach abtun mit dem Hinweis "Mein Charakter ist halt so". Sowas möchte ich vorher geklärt haben.

Ich werfe keinem meiner Mitspieler irgendwas vor, aber: Ich möchte sowas einfach nicht mehr in den Gruppen haben, in denen ich mitspiele. Und ich möchte auch nicht, dass sich Spieler dann rausreden, sie hätten mir doch gesagt, dass sie einen Soldaten aus Gondor spielen. "Die sind halt so."

Rassismus ist einfach ein sensibles Thema (wie man hier im Faden sieht). Da ist ist mir die Spieltheorie oder die Trennung von Spieler und Charakter ziemlich wurscht. Es geht um reale Gefühle am Spieltisch, habe ich vor, mit meinem Helden Grenzen zu übersschreiten, kläre ich das vorher mit der Gruppe.

Issi:

--- Zitat von: Rhylthar am 11.05.2018 | 08:32 ---Dann hast Du wieder das "Orkbaby-Dilemma". Denn wenn durch Erziehung erst die Richtung bestimmt wird, in die sich ein Wesen entwickelt, bist Du wieder beim...Menschen.

--- Ende Zitat ---
Klar. Aber es ist ja eine Märchenwelt.
(Das Orkbaby ist ein echtes Problem -denn das" Orks werden auch geboren", ist mMn. nur Weltenbau)
Wichtig ist eigentlich nur, dass Orks vom "Bösen" erschaffen wurden. Und deshalb gefährlich sind.

Sie stehen ja eigentlich für bildhafte Angstgestalten.
Der Weltenbau hat daraus eigentlich erst ein Problem gemacht, das es im Märchen vorher nicht gab.
Denn jetzt kann man den gesamten Reallife Kram hinein projezieren. Von Genetik, Sozialisation usw.

Isegrim:

--- Zitat von: Caranthir am 11.05.2018 | 08:38 ---Ich möchte sowas einfach nicht mehr in den Gruppen haben, in denen ich mitspiele. Und ich möchte auch nicht, dass sich Spieler dann rausreden, sie hätten mir doch gesagt, dass sie einen Soldaten aus Gondor spielen. "Die sind halt so."
--- Ende Zitat ---

Dann ist es deine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, von ganzem simplen Eigeninteresse ganz zu schweigen, das auf den Tisch zu bringen und sagen. Vor Spielbeginn.

Nicht der redet sich raus, der in Rom wie die Römer tut; sondern der, der freiwillig nach Rom reist und sich dann beschwert, neben anderen auf dem Donnerbalken zu sitzen...

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