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Rassismus in Fantasy Rollenspiele
Caranthir:
--- Zitat von: Isegrim am 11.05.2018 | 09:25 ---Aber da Caranthir es ja auch war, der direkt vom Charakter auf den Spieler glaubt schließen zu können: Wenn mir ein Mitspieler wegen sowas real Rassismus vorwirft, kommt es zur Konfrontation. Ganz abseits des Spiels und ganz, ganz weit weg von i-was, was sich mit X-Card oä Kinkerlitzchen regeln ließe.
--- Ende Zitat ---
Ah, okay, und ich glaube an der Stelle haben mich einige missverstanden. Wenn ich sage, dass Spieler gleich Charakter ist, meine ich damit nur, dass der Spieler dafür verantwortlich ist, wenn sich andere durch ingame-Rassismus angesprochen/beleidigt/genötigt fühlen. Ich meine damit nicht, dass der Spieler, der eine rassistische Figur spielt, ein Rassist ist. Ich sage nur, dass der Spieler das mit den Leuten in der Gruppe absprechen sollte und dass er die Verantwortung für sein Spiel trägt, gerade wenn er ins Extreme geht. Daher mein Einwurf Spieler=Charakter.
Isegrim:
--- Zitat von: Caranthir am 11.05.2018 | 13:29 ---Ah, okay, und ich glaube an der Stelle haben mich einige missverstanden. Wenn ich sage, dass Spieler gleich Charakter ist, meine ich damit nur, dass der Spieler dafür verantwortlich ist, wenn sich andere durch ingame-Rassismus angesprochen/beleidigt/genötigt fühlen. Ich meine damit nicht, dass der Spieler, der eine rassistische Figur spielt, ein Rassist ist. Ich sage nur, dass der Spieler das mit den Leuten in der Gruppe absprechen sollte und dass er die Verantwortung für sein Spiel trägt, gerade wenn er ins Extreme geht. Daher mein Einwurf Spieler=Charakter.
--- Ende Zitat ---
Du probierst aber sehr deutlich, hier mit realtweltlichen Rassismus-Vorwürfen den Spielern die Verantwortung zuzuschanzen, die im Zweifelsfalle schlicht die Setting-Bedingungen für gegeben halten. Das ist mE unredlich. Wenn du ein Problem mit Handlungen hast, die in einem Setting völlig normal sind, dann musst du die ansprechen. Oder halt die Debatte hinnehmen, wenn es zu Konflikten kommt.
Issi:
--- Zitat ---Ah, okay, und ich glaube an der Stelle haben mich einige missverstanden. Wenn ich sage, dass Spieler gleich Charakter ist, meine ich damit nur, dass der Spieler dafür verantwortlich ist, wenn sich andere durch ingame-Rassismus angesprochen/beleidigt/genötigt fühlen.
--- Ende Zitat ---
Ich weiß nicht, ob ich das richtig verstehe,
Aber nur zum Verständnis: Eine Figur beleidigt eine andere Figur (Von Rolle zu Rolle) ?
Dann kann eigentlich kein Spieler beleidigt worden sein.
--- Zitat ---Ich meine damit nicht, dass der Spieler, der eine rassistische Figur spielt, ein Rassist ist. Ich sage nur, dass der Spieler das mit den Leuten in der Gruppe absprechen sollte und dass er die Verantwortung für sein Spiel trägt, gerade wenn er ins Extreme geht. Daher mein Einwurf Spieler=Charakter.
--- Ende Zitat ---
Für den Fall, dass (von dem was geschieht) ein Spieler zu sehr mitgenommen wird-könnte man Vetos und X-Cards anbieten.
Dennoch richtet sich das nicht gegen einen Spieler persönlich sondern höchstens gegen (s)eine Figur.
Aber auch das kann natürlich mitnehmen.
Problematisch wird es mMn. auch sobald einer von beiden, das nicht trennt, oder trennen kann.
Wer ist egal.
Falls das der Fall sein sollte,
lieber ganz seine Finger von sowas lassen.
Chruschtschow:
--- Zitat von: Isegrim am 11.05.2018 | 13:41 ---Du probierst aber sehr deutlich, hier mit realtweltlichen Rassismus-Vorwürfen den Spielern die Verantwortung zuzuschanzen, die im Zweifelsfalle schlicht die Setting-Bedingungen für gegeben halten. Das ist mE unredlich. Wenn du ein Problem mit Handlungen hast, die in einem Setting völlig normal sind, dann musst du die ansprechen. Oder halt die Debatte hinnehmen, wenn es zu Konflikten kommt.
--- Ende Zitat ---
Hm. Naja. Einstellungssache. Also wie immer: Es ist kompliziert.
Es gibt ja nun doch einige Themen, die nicht unbedingt in jedem Personenkreis mal fröhlich angesprochen werden. Wenn ich der Meinung bin, dass Vampire und BDSM zusammen gehören, das in einer recht offenherzigen Gruppe so kennengelernt habe und der Meinung bin, dass das die Norm ist, dann werde ich vielleicht nicht nur Freunde auf Cons finden, wenn ich plötzlich eine heftige explizite Szene beschreibe. Wenn ich nun ein Mal weiß, dass im Europa der 20er Rassismus nicht gerade als problematisch angesehen wurde, kann ich mich doch trotzdem in eine Rollenspielrunde des frühen 21. Jahrhunderts hineinversetzen, denen das Thema vielleicht nicht so genehm ist. Wenn ich einen Western spiele, muss ich nicht dauernd das N-Wort in den Raum plärren, weil die Leute am Tisch nun ein Mal nicht in Dodge City 1850 sozialisiert wurden. Das ist P&P-Rollenspiel. Reenactment machen andere. ;)
Es spielt also auch eine Menge Rahmenbedingungen rein. In meiner privaten Runde gehe ich sicher offensiver mit problematischen Themen um, als ich das mit gleichem System und gleichem Setting im Vereinstreff mit mehr oder minder unbekannten Spielern tue. Etwas Empathie kann also nicht schaden. Entsprechend sehe ich gerade bei offenkundig problematischen Themen durchaus alle Beteiligten in der Pflicht. Aber was heißt da schon Pflicht? Es geht einfach darum mit seinen Mitmenschen ein bisschen achtsam umzugehen, nicht den Seelsorger für alle und jeden zu spielen. Es geht nicht darum, ringsum Vorwürfe zu verteilen: "Hey, du hast vorher nichts gesagt!" - "Hey, du hättest vorher fragen müssen!" Man kann ja auch erst ein Mal antesten und auf seine Mitspieler schauen, bevor man richtig austeilt. Oder halt einfach mal OT ansprechen, wenn's besonders unter den Nägeln brennt. Und das können - hoffentlich1 - beide schaffen. Und nur weil es früher mit dem Rassismus realistisch halt so war, muss ich mich heute deshalb ja nicht zwingend wie die Axt im Walde aufführen. (Ich kann. Unter Bedingungen.) Aber spreche ich denn auch althochdeutsch in einem Szenario des 14. Jahrhunderts? Wir machen doch eh schon reichlich Abstriche beim Realismus ...
Wie Pyromancer weiter oben schrieb:
--- Zitat von: Pyromancer am 10.05.2018 | 22:24 ---Die Frage ist dann ja: Bei all den Alternativen, die es gibt, warum spielt jemand dann genau einen Rassisten? Das ist ja eine bewusste Entscheidung.
--- Ende Zitat ---
1) Dass das auch nicht immer ganz leicht ist, hatten wir lang und breit in der X-Card-Diskussion vor ein paar Monaten. Das Fass wollte ich hier jetzt nicht mehr aufmachen.
Isegrim:
--- Zitat von: Chruschtschow am 11.05.2018 | 16:33 ---Es gibt ja nun doch einige Themen, die nicht unbedingt in jedem Personenkreis mal fröhlich angesprochen werden. Wenn ich der Meinung bin, dass Vampire und BDSM zusammen gehören, das in einer recht offenherzigen Gruppe so kennengelernt habe und der Meinung bin, dass das die Norm ist, dann werde ich vielleicht nicht nur Freunde auf Cons finden, wenn ich plötzlich eine heftige explizite Szene beschreibe. Wenn ich nun ein Mal weiß, dass im Europa der 20er Rassismus nicht gerade als problematisch angesehen wurde, kann ich mich doch trotzdem in eine Rollenspielrunde des frühen 21. Jahrhunderts hineinversetzen, denen das Thema vielleicht nicht so genehm ist. Wenn ich einen Western spiele, muss ich nicht dauernd das N-Wort in den Raum plärren, weil die Leute am Tisch nun ein Mal nicht in Dodge City 1850 sozialisiert wurden. Das ist P&P-Rollenspiel. Reenactment machen andere. ;)
--- Ende Zitat ---
Du hast aber schon bemerkt, dass ich zwischen "realweltlichen" Settings und "tolkinesker Fantasy" unterschieden habe?
--- Zitat von: Chruschtschow am 11.05.2018 | 16:33 ---Es spielt also auch eine Menge Rahmenbedingungen rein. In meiner privaten Runde gehe ich sicher offensiver mit problematischen Themen um, als ich das mit gleichem System und gleichem Setting im Vereinstreff mit mehr oder minder unbekannten Spielern tue. Etwas Empathie kann also nicht schaden. Entsprechend sehe ich gerade bei offenkundig problematischen Themen durchaus alle Beteiligten in der Pflicht.
--- Ende Zitat ---
Wo ist es "problematisch", in Mittelerde Orks zu jagen? Erklärs mir, ich verstehe es immer noch nicht.
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