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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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Issi:

--- Zitat von: nobody@home am 11.05.2018 | 17:31 ---Vorsicht: Mit der Begründung bin ich im Prinzip schon gar nicht mal mehr so weit weg von "Rassismus gibt's überhaupt nur im realen Leben, rassistische Fiktion kann dagegen gar nicht existieren, weil ja die Figuren in der Geschichte allesamt erfunden sind (selbst wenn sie von realen Persönlichkeiten inspiriert sein sollten, sind sie als rein fiktive Charaktere dennoch wieder ihr ganz eigenes Ding) und also auch keiner realen Rasse angehören". Spätestens an dem Punkt, vermute ich, bekäme ich allerdings einiges zu hören... 8]

--- Ende Zitat ---
Selbstverstaendlich gibt es auch Rassismus innerhalb der Fiktion. Habe ich auch so geschrieben.
Nur um als realer Rassismus zu gelten, bräuchte sie einen konkreten und beweisbaren Anknüpfungspunkt zu einem realen Volk, das wirklich existiert.
Gibt es den nicht, dann passiert das nur innerhalb der Fiktion.

Ich würde deshalb zwischen fiktivem Rassismus
und realem Rassismus unterscheiden.

Edit. Beim fiktiven Rassismus wird kein echtes Volk diskriminiert, sondern nur ein Fantasy Volk.
Dennoch kann das "Rassismus " (unspezifisch, allgemein)quasi innerhalb der Fiktion veranschaulichen und zeigen.

Wenn im Spiel eine Figur stirbt, ist ja auch niemand gestorben. Wenn zwei Figuren kämpfen, ist der Kampf nie passiert.  usw. Aber evtl. veranschaulicht das etwas.
Was zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort im Reallife auch passieren könnte.

Dinge die nur innerhalb der Fiktion passieren (Es war einmal, in einem fernen Land), können trotzdem auf Dinge hinweisen, die auch in der Realität passieren könnten.
Natürlich nicht alle. Aber in der Fiktion kann mMn. vieles zumindest nachempfunden oder nachgeahmt werden.

Edit 2. Der ganz entscheidende Unterschied zwischen Fantasy und Realität ist mMn. der, dass es in  einer Fantasywelt tatsächlich irgendwelche herbei erzählten genetischen Unterschiede zwischen den Fantasy Rassen gibt. Orks, Elfen, Zwerge, Gnome, Trolle, Gnolle whatever werden durch den Weltenbau im Fantasy als ("genetisch ")verschiedene Rassen dargestellt.(Innerhalb der Fantastik)

Das gibt es in der Realität nicht. Da gibt es nur Menschen.
In Fantasy Welten werden auch Menschen dargestellt und zusätzlich noch viele andere Wesen.
Wie es den Menschen gehen würde, wenn sie auch im Reallife tatsächlich mit all diesen Wesen (wie Elfen, Zwerge, Orks und Trollen) zusammen leben würden, weiß ich nicht.
Ein Rollenspieler versetzt sich ja immer wieder in so eine Welt der Unterschiede herein. Reist mit Gnomen, Zwergen, Halblingen umher, nennt sie Freunde und Gefährten.  Und das geht auch. Gerade Rollenspiel feiert doch an vielen Stellen eigentlich die Vielfalt.
Ok, es gibt auch Wesen, denen man Negatives zuschreibt(Monstern z. B. ), weil es halt Märchen ist mit gut und böse. Aber im Großen und Ganzen erlebe ich zumindest  Rollenspieler eigentlich  eher als sehr tolerant und antirassistisch.
Und viel wichtiger als die Frage ob sich unsere Figuren im Rollenspiel auch noch mit Orks und Trollen vertragen könnten, finde ich die Frage: Wie gut sich die Menschen untereinander im Reallife vertragen.

Just my opinion

Isegrim:

--- Zitat von: Chruschtschow am 11.05.2018 | 17:57 ---Und ich dachte, es ginge um Toiletten in Rom.  ~;D

--- Ende Zitat ---

Auch, ja. Aber wenn wir den Aspekt ebenfalls hinlänglich vertiefen wollen, machts der Thread nicht unter 50 Seiten. Ich mein, da wirds dann doch erst richtig interessant...

 >;D

Caranthir:

--- Zitat von: Isegrim am 11.05.2018 | 13:41 ---Du probierst aber sehr deutlich, hier mit realtweltlichen Rassismus-Vorwürfen den Spielern die Verantwortung zuzuschanzen, die im Zweifelsfalle schlicht die Setting-Bedingungen für gegeben halten. Das ist mE unredlich. Wenn du ein Problem mit Handlungen hast, die in einem Setting völlig normal sind, dann musst du die ansprechen. Oder halt die Debatte hinnehmen, wenn es zu Konflikten kommt.

--- Ende Zitat ---

Äh, genau das schreibe ich doch seit gefühlt fünf Beiträgen. Die Spieler sollen sich absprechen, was sie in ihrer Runde habe wollen. Ich spiele eben nicht nur mit Freunden, sondern habe auch schon in Jugendclubs, Buchhandlungen oder Rollenspielvereinen Runden angeboten. Da kann ich nicht davon ausgehen, dass alle Spieler die Setting-Bedingungen kennen und damit klarkommen, wenn wir wehrlose Orks abschlachten. Die Eltern der Kinder in der Runde würden sowas vielleicht auch nicht so toll finden.

Alles was ich sage, ist: Das Thema Rassismus und die daraus resultierende Gewalt in Rollenspielen ist schwierig. Bringe ich das in meine Runde ein, muss einmal klar sein, dass Mitspieler darauf wie auch immer reagieren könnten. Deshalb spreche ich sowas vorher ab. An welcher Stelle das "unredlich" sein soll, dass ich Spielern eine gewisse Mitverantwortung an der Spielplanung gebe, weiß ich nicht.

Es sind nämlich nicht alle Spieler Experten, wenn es darum geht, sich in Charaktere hineinzuversetzen und Spieler und Charakter zu trennen. Im Bereich Rassismus geht das ganz schnell, dass da die Trennung verwischt wird, Leute fühlen sich angegriffen oder emotional runtergezogen.

Daher eben mein Plädoyer: Übernehmt Verantwortung für euer Handeln und sprecht euch bei solch schwierigen Themen ab und zieht euch nicht auf eure Spielfigur zurück.

Maarzan:
Außendarstellung ist noch einmal etwas ganz anderes - und dann oft auch eine Frage wer denn da öffentlich gerade mit Meinungshoheit selber unsauber unterwegs ist.

Appropos unsauber - das gilt auch für einen erheblichen Anteil der Vorwürfe, die eben nicht ins Realleben durchzuschlagen drohende Diskriminierung wegen Rassenzugehörigkeit behandeln, sondern nahezu beliebige andere politische Wünsche. Da ist die anerkannte und nahezu allgemeingültige Ablehnung von Rassismus nur das trojanische Pferd.

Natürlich ist in der Runde vorher drüber sprechen im Privatumfeld die einzig richtige Lösung - für alle Beteiligten.
Aber genau da endet dann auch schon die Verantwortung des Einzelnen.
Wenn dann Leute in ihren Geschmäckern nicht zusammen passen und kein Kompromiss zu finden ist, dann heißt es eben "wir spielen dann nicht zusammen" und nicht "ihr müßt jetzt aber ändern".

Wenn wäre es noch eine Verantwortung Leute, die nicht zwischen Spiel und Realität trennen können schon zu deren eigenen Schutz konsequent auszuschließen. Nicht dass die dann komplett abdrehen, wenn z.B. der eigenen Figur gar irgendein Ungemach zustoßen sollte.

Issi:

--- Zitat ---Wenn wäre es noch eine Verantwortung Leute, die nicht zwischen Spiel und Realität trennen können schon zu deren eigenen Schutz konsequent auszuschließen. Nicht dass die dann komplett abdrehen, wenn z.B. der eigenen Figur gar irgendein Ungemach zustoßen sollte.
--- Ende Zitat ---
Das ist ein sehr heikles Thema,
und ich hab da weder eine abschließende Meinung dazu,
noch möchte ich irgendein Fass aufmachen.
Aber nur weil die Trennung von Realität und Fiktion für viele Menschen kein Problem
darstellt, heißt das nicht, dass das bei jedem so ist.

Kurz es gibt Spieler, die das nicht so gut  bis gar nicht hinkriegen.
Die praktisch Rolle und Persönlichkeit absolut nicht trennen können.
Da wird dann z.B. ein Spielleiter der einen Bösewicht nur spielt, selbst für einen Bösewicht gehalten.
Oder der Spieler wechselt im Reallife plötzlich seinen Glauben, weil seine Figur ja auch einen anderen hat.

Hier muß jeder vermutlich seinen eigenen Weg mit finden.
Mir selbst ist dieses Feld für ein Freizeitspiel zu heiß.
Ich spiele deshalb auch nur mit Leuten, die Realität und Fiktion einigermaßen sicher unterscheiden können.
Und setze auch voraus, dass das so ist.
Aber die Themen, sind bei uns auch nur so, wie bei einer Feierabendserie, oder einem Fantasy Film.
Der Spaß ist auch genug. (max FSK 12/ 16)
Würde man heiklere Themen haben wollen, dann bräuchte es mMn. schon eine Vorabsprache.

Edit. Ein Ork ist bei uns aber auch ein Monster. Und darf das auch sein.

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