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Rassismus in Fantasy Rollenspiele

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Chruschtschow:

--- Zitat von: Maarzan am 12.05.2018 | 14:06 ---Die Rassimusdiskussion sehe ich als politische Diskussion, bei der es um Themenkontrolle nicht um Schlüsselreizüberlastung geht.

--- Ende Zitat ---

Wenn ich mir anschaue, wie oft Leute betreten zur Seite schauen, wenn mal wieder jemand im familiären Umfeld, unter Kollegen etc. einen dicken rassistischen Haufen Kacke auf den Tisch haut, dann sehe ich durchaus die Möglichkeit, dass das beides ist, sprich eine politische Dimension hat UND Menschen belastet. Schließlich berührt auch das unsere moralischen, ethischen Grundsätze. Spätestens wenn jemand Ziel des rassistischen Stereotypen ist, ist die Frage eh hinfällig. Wenn ich dauernd das N-Wort raushaue, muss ich mich nicht wundern, wenn ein schwarzer Spieler vielleicht pikiert reagiert. :o

In der praktischen Umsetzung am Spieltisch sehe ich da schon rein aus pragmatischen Gründen wenig Unterschied, weil ich mit dem Rassismus ebenso wie mit Sexismus, expliziten Sexdarstellungen, expliziten Gewaltdarstellungen etc. dafür sorgen kann, dass Menschen sich an dem Spieltisch echt nicht mehr wohlfühlen. Wenn die Prämisse ist, dass das Spiel doch hauptsächlich Spaß machen soll, dann hole ich Feedback, stecke Rahmenbedingungen fürs Spiel vor oder auch während des Spiels ab etc.

Maarzan:
Man kann mit einer ganzen Menge Sachen Leuten Unwohlsein bereiten: Storytelling, PC-Propaganda ... und die unfreiwilligen Adressaten belastet das auch.
ich habe schon Morddrohungen am Spieltisch erlebt, wenn Spieler nicht damit klar kamen, dass es dort eben nicht nur den einen wahren Gott gibt!

Womit wir eigentlich zurück bei der Diskussion mit der X-Karte sind.

Dazu war zu Rassismusthema hier hier meinem Eindruck nach schon Konsens, dass in einer Gruppe zumindest die wesentlichen Inhalte des Spiels vorher bekannt und besprochen sein sollten. Extreme sollten da - solange keiner da wieder spontan ausschert -  in grobem Stil dann eh nicht mehr geben, z.B. einem potentiellen schwarzer Mitspieler (oder auch dem Spieler einer scharzen Figur) schon vor dem Spiel mitgeteilt worden sein, was er vom Setting wie auch von Mit-NSCs da nach Plan ungefähr zu erwarten hat, Gelegenheit bekommen haben zu äußern, ob er da ein Problem mit hat und geschaut worden sein, ob es da einen Kompromiss geben kann. Damit sehe ich diese individuelle Achse im Üblichen als erledigt.

Wobei zumindest meinem Eindruck nach die Masse der Vorwürfe ja auch nicht an SLs geht bzw. sich um Probleme an einem Spieltisch dreht, sondern gegen Autoren gerichtet ist, also die Ersteller des Ausgangsmaterials.






Chruschtschow:
Wie wahr. Die Realität am Spieltisch lässt sich meistens eh gut regeln, wenn sich jeder an eine einfache Regel hält: "Sei kein Arsch!" :d

Maarzan:
Es gibt halt nur eine Menge unterschiedlicher Vorstellungen von dem, was "Arsch" ist.

Das definierende Merkmal bezüglich des Thementitels wäre meines Erachtens genau da zu sehen, wo jemand daran arbeitet rassistische Ideen - aka Abwertung alleine wegen Zugehörigkeit zu einer anderen genetischen Gruppe - dabei für die Realwelt zu etablieren.





Issi:

--- Zitat von: Maarzan am 12.05.2018 | 18:40 ---Wobei zumindest meinem Eindruck nach die Masse der Vorwürfe ja auch nicht an SLs geht bzw. sich um Probleme an einem Spieltisch dreht, sondern gegen Autoren gerichtet ist, also die Ersteller des Ausgangsmaterials.

--- Ende Zitat ---
Hier würde ich auch gerne noch kurz was schreiben.
Viele Superhelden oder Superbösewichte werden beim Weltenbau durch einen "Laborunfall" erklärt.
Ihre Genetik ist danach verändert.
Beispiel : Grüner Kobold, oder Spiderman.
Auch ganze "Monsterarmeen" werden beim Weltenbau in Laboren gezüchtet - die Klonkrieger oder auch die Urukai z. B.
Das sind natürlich alles genetisch veränderte Wesen, allerdings immer noch Fantasy Wesen.

Gibt es auch Möglichkeiten sich die "Bösen" ohne Genmanipulation zu erklären? Ja- das klappt mMn. ganz gut, indem man sie direkt als Dämonen verkauft.
Die entweder untot sind oder aus einer anderen Dimension stammen. Oder sie sind durch einen Virus böse geworden.
Oder sie sind Maschinen etc.

Dieses Thema "genetisch veränderte Bösewichte, werden geboren und sind deshalb von Geburt an böse", ist etwas, was es zum Glück nur in Fantasy Welten gibt (dank dem Weltenbau )
Das aufs Reallife zu übertragen, oder gar damit zu vergleichen ist mMn. nicht Sinn und Zweck der Sache.
Wird aber trotzdem von einigen Menschen gemacht.
Obwohl Ziel eines Autors in vielen Fällen sicher nur ist:
Wie erkläre ich die "bösen Monster" die in dieser Welt rumlaufen?
Und nicht: "Wie erschaffe ich eine rassistische Welt?"

Dabei ist die Idee, dass jmd tatsächlich einen genetisch manipulierten Menschen im "Reallife " erschaffen könnte, vielleicht sogar ein Wesen ohne jedes "Empathievermögen",
etwas das evtl. heute schon/irgendwann/man weiß es nicht /hoffentlich nie (rein theoretisch)Realität werden könnte.
Noch ist es das zum Glück nicht.

Ich denke zu Tolkiens Zeiten waren solche Möglichkeiten noch wesentlich weiter entfernt als heute. Aber auch hier waren die Erschaffer der Orks schon die "Mächtigen" -(Die die Absicht hatten, die eigentliche Schöpfung (alle anderen Völker)zu ersetzen, zu vernichten etc.)
Vielleicht lohnt es sich ja, das auch bei der Betrachtung von Sachen die später geschrieben wurden(mit Thema "Genmanipulation ")mit einzubeziehen.

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