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[Erzähl mir von...] Die Liebe in den Zeiten des Seiðr
Ucalegon:
--- Zitat von: Kreggen am 7.01.2018 | 17:50 ---Man benötigt also Spieler, die von sich aus aktiv zur Szene beitragen. Ich werde das Spiel also mit gewissen introvertierten, unkreativen Spielern, die nur kommen, um vom SL bespaßt zu werden, nicht spielen können.
--- Ende Zitat ---
Wenn sie Lust drauf haben, würde ich es zumindest ausprobieren, aber klar, das Spiel geht davon aus, dass sich alle einbringen und gegenseitig dabei unterstützen.
--- Zitat von: Kreggen am 7.01.2018 | 17:50 ---Was ich allerdings immer noch nicht klar sehe, ist das Ziel. Bei Schach oder Mensch ärger dich nicht ist das Ziel eindeutig, bei einem Rollenspiel-Abenteuer in der Regel auch. Hier kann ich nicht erkenen, was die Figuren erreichen wollen, wann das Spiel endet. Im Text steht, dass die Endphase eingeläutet wird "Wenn zwei Figuren nicht mehr aktiv sind..." - warum sollten sie das aber sein? Um beim Beispiel des Jarl zu bleiben: warum sollte dieser nicht mehr aktiv sein?
Berti spielt den Jarl. Berti wird seine Figur sicherlich nicht selbst umbringen, warum sollte er auch? Er wird auch nicht zulassen, dass andere dies tun. Ich kann mir keinen Grund vorstellen, warum Figuren aus dem Spiel genommen werden sollten. Der Spieler selbst macht es nicht, damit beendet er ja sein Spiel, und wer will das schon, und ich würde es grundsätzlich verbieten, wenn andere Spieler meiner Figur Schaden oder ähnliches zufügen, wenn ich das nicht will.
--- Ende Zitat ---
Damit hatte ich auch so meine Probleme. Das Interessante und Herausfordernde an Seiðr ist, dass man selbst herausfinden muss, wann und wie das Spiel endet. Die Hauptfiguren sind ja schon so angelegt, dass es wahrscheinlich zu Konflikten kommt. Sie haben alle eine Motivation, verfolgen unterschiedliche, zT entgegengesetzte Ziele und zu jeder Figur gibt es Fragen, die im Spielverlauf beantwortet werden. Wenn das Ziel erreicht oder die Fragen beantwortet sind, kann das heißen, dass die Geschichte der Figur vorbei ist. Ich würde aber vermuten, dass es normalerweise irgendwann auf die große Konfrontation zuläuft - bei uns eine blutige Auseinandersetzung im Thronsaal - wo Figuren sterben oder die Machtverhältnisse ein für alle mal geklärt werden. Wenn alle das Gefühl haben, dass das ein zufriedenstellendes Ende ist, dann endet das Spiel so.
Bei der Frage nach Tod, aber auch Verletzung und Niederlage allgemein, sagt das Spiel: Findet es selbst heraus. Es gibt keine Regel dafür und wenn man ohne Entscheidungskarten spielt sogar keinen Zufallsfaktor. Es können aber nunmal nicht alle immer Erfolg haben, d.h. man muss eben im Zweifel bereit sein zu sagen: Meine Figur ist durch den Fortgang der Ereignisse an einem Punkt, wo es Sinn macht, dass sie einen Fehler begeht, unterliegt, stirbt. Das macht die Gruppe unter sich aus. Vielleicht möchte ich das aber auch selbst, weil ich die Niederlage interessanter finde als den Triumph. Jedenfalls funktioniert das Spiel nicht, wenn alle immer nur Nein sagen und den anderen keinerlei Zugeständnisse machen. Da muss man sich tatsächlich ein bisschen umgewöhnen.
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