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Politische und gesellschaftskritische Rollenspiele - Aktuell, Zukunft und Impact
Chruschtschow:
--- Zitat von: Sir Hotz-a-plot am 2.02.2018 | 11:53 ---[...] ABER...Ich sehe die Zukunft eher kritisch, was die Massentauglichkeit angeht.
--- Ende Zitat ---
Massentauglichkeit ist in dem Bereich nur bedingt Designziel. Schau mal in andere Medien. Da gibt es auch immer wieder politisch Brisantes, Gesellschaftskritisches. Nehmen wir mal den Film Syriana (2005). George Clooney. Matt Damon. Mitte der 2000er. Noch ein paar interessante Namen. Vergleich mal den Ertrag mit Ocean's Twelve (2004) und Ocean's Thirteen (2006), bei denen die beiden ebenfalls Zugpferde waren.
Es muss nicht alles für alle mundgerecht zugeschnitten sein. Haggis / Brägenwurst / Fugu wird nie für alle lecker, aber ich will's auch keinem verwähren. ;)
Und wie du sicher mitbekommen hast, rege ich mich manchmal auch einfach gerne auf. Also absolut mein Ding.
Blechpirat:
In dem Zusammenhang wurde hier mal ein Spiel genannt, in dem ein skandinavischer Metal-Sänger seine Nazi-Ideen zu einem Rollenspiel zusammengeschrieben hat. Sollte sich da jemand dran erinnern, könnten wir das auch mal nennen, um zu zeigen, dass es in beide Richtungen geht.
Erwähnenswert sind natürlich noch so ein paar Tropes, die man fast überall findet und eigentlich zutiefst im konserativen Spektrum anzusiedeln sind:
Die Gefahr kommt von Osten
Früher war alles besser
Das Böse ist häßlich
etc.
Skyrock:
--- Zitat von: Blechpirat am 2.02.2018 | 12:31 ---In dem Zusammenhang wurde hier mal ein Spiel genannt, in dem ein skandinavischer Metal-Sänger seine Nazi-Ideen zu einem Rollenspiel zusammengeschrieben hat.
--- Ende Zitat ---
Das war Mythic Fantasy Roleplaying Game (MyFaRoG) von Varg Vikernes.
Thandbar:
--- Zitat von: KhornedBeef am 2.02.2018 | 12:15 ---Ernsthaft, ich bin mit allerlei Kram in Aventurien nicht einverstanden, wäre er denn real. Ist das jetzt politisches Rollenspiel? Dark Heresy? Atomic Robo?
--- Ende Zitat ---
Ich denke, es gehört zum Umgang mit Fiktionalität gerade dazu, auch in ganz andere Schuhe schlüpfen zu können. Das heißt, ich kann meinen Samurai am Kaiu-Wall sterben lassen mit dem Namen des Kaisers auf den Lippen, ohne deshalb im wirklichen Leben von einer Wiedereinführung des Kaiserreichs zu träumen oder von der Errichtung einer großen Mauer.
Und ich denke, wir machen das im Rollenspiel ständig. Im Ars-Magica-Thread gab es auch einmal den Satz (wenn ich mich recht erinnere), dass es zu einem stimmigen Rollenspiel auch gehören kann, den Kreuzzug nicht unter allen Umständen verhindern zu wollen, sondern einen Charakter zu spielen, der unbedingt daran teilhaben möchte.
Hellstorm:
Ich weiß nicht nicht mal ob ich einige der genanten Rollenspiele, wirklich in diese Kategorie packen würde...
"Feminism - a nano-game anthology" ist weniger ein Tisch-Rollenspiel und mehr im Bereich Nordic Larp einzuordnen.
Persönlich denke ich, das wir keine "erfolgreichen" politischen Rollenspiele finden werde. Wir werden politische Einflüsse und Veränderungen in den Erscheinungen (Gestalt) sehen (Sprache, Formulierungen usw.). Tischrollenspiel ist in seiner Natur ist aber zu passive Erfahrung. Selbst mit "Mechaniken" lassen sich solche Probleme schwer ins Spiel einbringen, da die Gruppe diese Jederzeit entfernen kann.
Politik oder "spezielle Ereignisse" lassen sich in gezielten Abenteuer vermutlich besser umsetzen. Dort passen auch die "nischenrollenspiele" rein, in denen meist ein Oneshot gespielt wird (Kagematsu z.b.).
Weiterhin denke ich auch das jedes Rollenspiel, in sich als politisch interpretiert werden kann. Sofern man danach suchen möchte. Es gab auf der Nordcon mal eine Vortrag dazu (selber leider nicht besucht, daher nur Erfahrungen aus 2ter Hand). Dort wurden die Orks häufig als Beispiel angeführt, da diese auf der einen Seite immer die go to "Bösewichte" (Töten ohne schlechtes Gewissen) und Attribute (Tribalism, Wild, Ungehobelt) bekommen. Solche Attribute lassen sich gut in Kolonial Schriften finden. Wird damit also ein Bild geschaffen mit der Aussage "Fremde, die andere Kulturen haben, darf man Umbringen?". Das kommt nun ganz darauf an, wie jeder diese Bilder interpretiert oder wahrnimmt.
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