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Wo sind die Bösen Romane ?
Lord Verminaard:
Das Tagebuch des Tom Riddle. ;D
felixs:
--- Zitat von: Fenix am 26.03.2018 | 23:28 ---Elric ist nicht wirklich böse, sondern eher amoralisch. Das gilt auch nur nach unseren Wertvorstellungen, aber nicht den Melniboneeischen. Unter Seinesgleichen gilt er eher als schwach und weich.
--- Ende Zitat ---
Eigentlich ist Elric noch nicht einmal amoralisch. Die eigentliche Krise in seiner Entwicklung ist doch, dass er beginnt, sowas wie Ethik zu entwickeln - innerhalb einer Gesellschaft, die das nicht zulässt. Moorcock ist da sogar noch ein bißchen raffinierter: Der Wandel wächst gar nicht so sehr aus Elric selbst heraus, sondern ist eher ein Resultat der geänderten Umstände.
Wenn mich jetzt noch die Handlung interessieren würde und das ganze etwas schöner geschrieben wäre, könnte ich die Elric-Romane sogar mögen.
Denke auch, dass "Anti-Held" der passende Begriff ist, um Elric zu beschreiben.
Figuren können und müssen natürlich vielschichtig sein. Und die oben angesprochenen "Teflon-Billies" sind meist wirklich langweilig.
Die meisten interessanten Fantasy-Romane sind entweder Entwicklungsromane oder Sozialutopien/Sozialdystopien. (Und natürlich hat ein gut gemachter Roman es auch an sich, dass man das nur merkt, wenn man darauf achtet).
nobody@home:
Ich denke, der Knackpunkt bei Elric, Conan und ähnlichen Figuren ist der: sie sind zwar bei weitem keine Heiligen, aber die Gegner, mit denen sie sich aus welchem Grund auch immer in ihren Geschichten anlegen, sind für gewöhnlich noch ein gutes Stück schlimmer oder werden zumindest gerne so präsentiert. Und damit sind dann doch wieder die die "eigentlichen Bösen" -- ob dabei die Protagonisten nun aktiv strahlende Helden sind, die tatsächlich aufgrund ihrer tiefsten Überzeugungen freiwillig die Auseinandersetzung mit der "dunklen Seite" suchen, oder am Ende doch nur selbst stark dunkelgraue Figuren, die den Plänen der Gegenseite mehr dummerweise, aber dennoch effektiv im Weg stehen, ist da mMn eher zweitrangig.
Für einen "bösen Roman" bräuchte es also nach dieser meiner Lesart einen Protagonisten, der seinerseits deutlich bösartiger ist als so ziemlich alle seine Gegner und dabei eben nicht gegen ein noch größeres Übel antritt, das seine eigene Bosheit gleich wieder relativiert. Die Biografie eines hinreichend brutalen Drogenbarons oder so was in der Art also.
Kowalski:
Und wer will so etwas lesen?
Ich nicht!
felixs:
--- Zitat von: nobody@home am 27.03.2018 | 14:40 ---Die Biografie eines hinreichend brutalen Drogenbarons oder so was in der Art also.
--- Ende Zitat ---
"Biographie" ist eine nicht-fiktionale Textgattung. Natürlich wären fiktionale Biographien denkbar, aber das müsste man dann auch dazusagen.
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