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Kritiker vs. Superheldenfilme, war: Avengers: Infinity War
tartex:
--- Zitat von: alexandro am 4.04.2018 | 21:08 ---Warum werden die elementaren menschlichen Themen von "Birdman" von Kritikerseite mehr gewürdigt, als z.B. die von "Logan"? Weil ersterer tiefgründiger ist? Ich glaube nicht, Tim.
--- Ende Zitat ---
Man muss das mit dem Genre schon als potentielle Schwäche sehen. In einem Superhelden-Film wird es immer x Kämpfe geben, einfach weil die sein müssen, nicht, weil sie unbedingt für die Charaktere Sinn machen.
Gegenargument wäre natürlich, dass Konflikte in jedem Film sein müssen, und ob Kampf oder nicht, ist auch schon egal.
Aber Logan hat bei den Kritikern auch super abgeschnitten. Bei Rotten Tomatoes hat er 93% bei den Kritikern. Birdman hat nur 92%.
Hewisa (gone for good):
--- Zitat von: alexandro am 4.04.2018 | 21:08 --- zwei Filme, die für sich genommen gut sind, die aber durch ihre Franchise-isierung massiv verlieren).
--- Ende Zitat ---
Da muss ich mal kurz einhaken: "Unbreakable" wird dadurch schlechter, dass 17 Jahre später in einem anderen Film darauf Bezug genommen wird und ein noch nicht erschienener Film die Handlungsstränge vereinen wird?
Versteh ich nicht. Ich persönlich find ja sowohl Split als auch den Unbreakable-Bezug super, weil in meinen Augen dadurch dem Ganzen eine neue Dimension abgewonnen wird (und freue mich auch auf Glass).
Das muss man ja nicht so sehen, aber wieso es den bereits bestehenden Film schlechter macht, das versteh ich nicht.
6:
Über Unbreakable und Spilt kann ich nichts sagen, da ich Split noch nicht gesehen habe, aber bei Gloverfield wird durch das erzwungene Einbinden von Gloverfield Paradox ne ganze Menge Hintergrund vom ersten Film aufgelöst und damit in die Tonne getreten. Paradox zu schauen, macht den Original Gloverfield wirklich dämlicher.
Gorbag:
Ich persönlich vertrete ja die Meinung, dass Star Wars und Marvel einfach den Markt auf hohem Niveau gesättigt und abgestumpft haben. Das Publikum und der gemeine Kritiker sehnen sich ja mittlerweile schon nach einem Film in dem niemand Spandex trägt oder irgendeine "cool Power" hat.
Disney hat einfach seine Filmformel entdeckt und produziert jetzt genau nach dieser Formel Filme am Fließband. Filme, die ich feiern würde, wäre das Genre nicht so unglaublich breit getreten. Versteht mich nicht falsch, es sind richtig gut gemachte Aktion Filme nur ist man als Kinogänger doch mittlerweile übersättigt. Ich gehe mittlerweile in Marvel-Filme mit der gleichen Geisteshaltung mit der ich in einen Burger King gehe. Ich mache es weil ich mein Bedürfnis nach Unterhaltung/Ernährung auf einem gewohnten Niveau stillen will, erwarte aber keine fordernde avantgardistische Küche. Ich weiß einfach schon vorher, dass ich für meine 12€ angemessen unterhalten werde, rechne aber nicht damit einen Meilenstein der Filmgeschichte zu erleben.
Ich würde Black Panther z.B. als größte Leistung attestieren, dass er eine hervorragende Designstudie zum Thema afrikanischer Cyberpunk ist. Als Superheldenfilm ist er aber nur mehr vom Gleichen gewesen. Wäre er in einer Kinolandschaft wie zu Zeiten von Iron Man 1 raus gekommen, ich hätte ihn überschwänglich gefeiert.
Ich glaube bei Kritikern, die sich im Bereich des Mainstreamkinos rum treiben geht es ähnlich. Da ist alles schon mal etwas positiver zu bewerten, was nicht aus dem Supersumpf kommt, ungeachtet der sonstigen Leistung. Sicherlich macht das keine Welten aus, aber es macht schon einen Unterschied und wenn es nur eine positivere Grundhaltung ist mit der man im Kinosessel platz nimmt. Und dazu kommt dann natürlich noch die Tatsache, dass eine schlechte Kritick eines Marvelstreifens mittlerweile Majestätsbeleidigung ist und sofort 3000 Fanboys deinen Twitterkanal zuspammen, wenn du dich zu negativ äußerst (wobei das eh schwer ist, da die Filme wie gesagt ein gutes Grundniveau gefunden haben).
KWÜTEG GRÄÜWÖLF:
So komisch es auch klingt, aber aus eben diesen (übrigens sehr gut beschriebenen) Gründen bin ich langsam aber sicher ins schräge Kunstkino abgedriftet, und gucke jetzt mit Begeisterung Zeug wie Fritz Langs Nibelungen, Tarkowskijs Stalker oder Dr. Caligari.
Nicht, weil es ja ach so kulturell wertvoll ist (mit solchen Attributen konnte man mich früher eher vergraulen), als vielmehr, weil es so anders ist. Und auf seine eigene Art und Weise cool und gar nicht dröge.
Um beim Vergleich mit Burger King u.ä. zu bleiben:
Nach einem halben Jahr Gummibärchen und Kartoffelchips entdeckt man auf einmal die Deliziösität eingelegter Gurken! ;D
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