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[Film] Solo: A Star Wars Story
tartex:
--- Zitat von: Kowalski am 28.05.2018 | 17:11 ---Das SJW Grundthema? Gähn.
--- Ende Zitat ---
Also Grundthema konnte ich da beim besten Willen keines sehen. Klar, es gab ein paar "SJW"-Schnörkel, aber das hat deinem Grundproblem mit dem Film weder genützt, noch geschadet, oder?
Mir war Han eher zu heldig, weil er Enfys Cloud Riders, die ja fast alle Frauen oder Aliens (siehe englische Doppelbedeutung) sind, rettet, ist das doch eher das zutiefst imperialistische White Man's Burden.
Aber das finale Twist, dass er zuerst schießt, relativiert das dann eh wieder.
Kowalski:
--- Zitat von: tartex am 28.05.2018 | 19:28 ---Also Grundthema konnte ich da beim besten Willen keines sehen. Klar, es gab ein paar "SJW"-Schnörkel, aber das hat deinem Grundproblem mit dem Film weder genützt, noch geschadet, oder?
Mir war Han eher zu heldig, weil er Enfys Cloud Riders, die ja fast alle Frauen oder Aliens (siehe englische Doppelbedeutung) sind, rettet, ist das doch eher das zutiefst imperialistische White Man's Burden.
Aber das finale Twist, dass er zuerst schießt, relativiert das dann eh wieder.
--- Ende Zitat ---
Ach komm.
Die an Oliver Twist erinnernde (ok, hab ich nicht gesehen, kenne aber auch Twist nicht) klar erzkapitalistische Industriehölle Corellia.
Die an Deportations- Immigrationsschranken erinnernde Raumhafenszene.
Der Krieg um Einfluss auf dem Matschplaneten samt schönem Apokalyptischen Endstart des Lastengleiters.
Die dekadente Luxusyacht eines Crimson Dawn Oligarchen (der hier geht nicht nur sprichwörtlich sondern buchstäblich über Leichen...) samt Edeleskorts
Das Glücksspiel, das an Börse, Ungerechtigkeit und Winner takes it all des Kapitalismus erinnert
Die von Sklaven betriebene Mine auf Kessel
Der nervende Droide
Der Verrat durch Beckett
Der Appell seitens der Raiders, wie schön divers die waren..... und Hans Aufgabe der Reichtümer (Öhm, wenn er seinen Anteil spenden will ist das okay, aber er klaut das hier den Dieben...)
Natürlich MUSS man nicht alle Hinweise so sehen, aber man kann.
Und ja, Disney ist im Moment so simplel gestrickt das sie es nicht nur bei Andeutungen belassen.
tartex:
Klar, aber der Streit demokratischer bis anarchischer Rebellen (mit Diversity) gegen den faschistischen militärisch-industriellen Komplex der rassenreinen, weißen, alten Männer (mit britischen Akzent) ist doch wirklich das Grungerüst von Star Wars seit 1977.
Das hat mir schon als Sechsjähriger daran gefallen. (Und deshalb hat auch ein "militanter Chaot" wie Alec Empire 1994 ein Album wie Generation Star Wars aufegenommen...)
Mir muss schon extremer Revisionist sein (und davon gibt es natürlich im Internet mehr als genug), um das jetzt als Neuerung oder gar als den entscheidenen Makel von Disneys Star Wars zu sehen.
Kowalski:
--- Zitat von: tartex am 28.05.2018 | 23:54 ---Klar, aber der Streit demokratischer bis anarchischer Rebellen (mit Diversity) gegen den faschistischen militärisch-industriellen Komplex der rassenreinen, weißen, alten Männer (mit britischen Akzent) ist doch wirklich das Grungerüst von Star Wars seit 1977.
--- Ende Zitat ---
Hmm. Statt dystopischer Verhältnisse wäre es doch viel verstörender eine Art hochtechnisierte Schweiz zu sehen die sich in Raumschiffbau übt und recht unpolitisch, oder sogar sehr patriotisch ist.
Alles sauber, extra ordentlich, hübsche Kinder, keine offensichtliche Armut, aber hübsche Hologramme die für den Eintritt in die Imperiale Flotte werben.
Und ein ziemlich striktes Regime in dessen Einhaltung z.B. der einen Speeder klauende Han vor die Wahl zu stellen entweder seine Pflicht für das Vaterland zu tun oder gerne nach Kessel verfachtet zu werden.
Das fände ich viel verstörender.
Wenn der Horror dich anspringt, dann ist das "Mäh".
Wenn der Horror sich darin manifestiert das man sieht wie Wookies als Schweisser auf einem Schiffsverschrottungsplatz arbeiten und bei einem Unfall einer in Flammen aufgeht und der Wächter eine verächtliche Bemerkung macht, dann ist diese Diskrepanz viel verstörender.
Verhältnisse können schlimm sein auch wenn die Straßen sauber sind und die Menschen keine offensichtliche Not leiden.
Ok, das ist jetzt eine Geschmacksfrage, mein Punkt ist halt das man den Film durchaus so sehen kann und das macht die Geschichte halt nicht besser.
Insgesamt fand ich einige Teile ziemliches Lazy Writing.
Mir hätte es viel besser gefallen wenn man nur ein Drittel der Hints über Han aufgegriffen hätte dafür allen eine Seele spendiert hätte.
Vor allem Han, Beckett und Kira.
Chewie, Val, Llando alles in Ordnung.
leet, ja, etwas weniger nervig wäre besser.
Han, Beckett, Kira, da fehlte Drama. Da fehlte Dialog der das Drama füttert. Es fehlten Emotionen.
Und weil die so zentral für die Geschichte sind funktioniert er einfach nicht für mich.
Wenn man statt Alden jemanden wie Tom Hardy genommen hätte. Jemanden der ein Mitglied einer Straßengang spielt und erst durch die Bekanntschaft mit Beckett und Llando eine andere Rolle einnimmt, sich also deutlicher entwickelt.
Das wäre was. Und Alden hat das eigentlich gut gemacht. Das der Synchronsprecher von Old Han dabei war hat geholfen. (oder verstört)
Sir Mythos:
--- Zitat von: Kowalski am 29.05.2018 | 00:26 ---sauber, extra ordentlich, hübsche
--- Ende Zitat ---
Das sind drei Attribute, die ich nur sehr begrenzt mit Star Wars in Einklang bringen kann.
Das Universum war für mich schon immer dreckig und unordentlich.
Selbst bei Imperium, wo es ja noch relativ ordentlich aussieht ist eher Zweckmäßigkeit als hübsch angesagt.
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