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Umgang mit "rechtschaffen böse" in den Vergessenen Reichen

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Radulf St. Germain:
Abgesehen davon, dass Gesinnung etwas ist, von dem ich nicht glaube, dass es ein realistisches Abbild der Realität darstellt, kann man doch einige spannende Sachen damit machen. Hier ein paar Ideen:

1.) Ein böser Herrscher, der kompetent ist und damit seinen Untertanen Wohlstand ermöglicht ist vielleicht besser ein ein guter Herrscher, der nichts auf die Reihe kriegt. (Ich glaube das ist sogar in Greyhawk explizit irgendwo der Fall)

2.) Vielleicht ist Gesinnung ja auch so etwas wie eine Philosophie. Du glaubst, dass Du das Recht hast, böse zu sein, wenn Du Dich an die Gesetze hälst. Aber wie sehr setzt Du diese Überzeugung in der Realität um? Bist Du ein Massenmörder oder eher ein harter Geschäftsmann? Mit anderen Worten, wie böse bist Du eigentlich?

Dann wäre ein Spruch zum Erkennen von Gesinnung (den es ja nicht mehr gibt, aber den manche vielleicht wieder wollen) eher soetwas wie die Precogs bei Minority Report mit all den moralischen Implikationen.

Ainor:

--- Zitat von: Radulf St. Germain am 14.11.2018 | 20:35 ---Abgesehen davon, dass Gesinnung etwas ist, von dem ich nicht glaube, dass es ein realistisches Abbild der Realität darstellt, kann man doch einige spannende Sachen damit machen.

--- Ende Zitat ---

Naja, wenn man schon komplizierte medizinische Fragen auf "macht dann 22 Schaden" reduziert muss man auch
komplizierte philosophische Fragen auf 2 Buchstaben reduzieren können.


--- Zitat von: Radulf St. Germain am 14.11.2018 | 20:35 ---2.) Vielleicht ist Gesinnung ja auch so etwas wie eine Philosophie. Du glaubst, dass Du das Recht hast, böse zu sein, wenn Du Dich an die Gesetze hälst. Aber wie sehr setzt Du diese Überzeugung in der Realität um? Bist Du ein Massenmörder oder eher ein harter Geschäftsmann?
--- Ende Zitat ---

Ist auch eine Möglichkeit. Oder man glaubt das Gut und Böse bedeutungslos sind und das alles was erlaubt ist gut ist. Ich finde rechtschaffen böse ziemlich spannend weil es Gegner erschafft die keine Verrückten sind.



--- Zitat von: Radulf St. Germain am 14.11.2018 | 20:35 ---Dann wäre ein Spruch zum Erkennen von Gesinnung (den es ja nicht mehr gibt, aber den manche vielleicht wieder wollen) eher soetwas wie die Precogs bei Minority Report mit all den moralischen Implikationen.

--- Ende Zitat ---

Der Spruch ist schwächer. Böse sein muss ja nicht heissen dass jemand etwas böses tuen wird, sondern nur das er böses tuen würde wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.

nobody@home:
Das Problem mit "gut" und "böse" als Teil eines irgendwie groß angelegten "kosmischen Gesinnungsschemas" ist mMn einfach, daß beide Begriffe schlicht nicht objektiv sind und nicht sein können, weil sie ja schon an sich eine moralisches Werturteil darstellen -- dann muß es aber auch jemanden geben, der diese Bewertung vornimmt (denn ein rein mechanisch vor sich hin ablaufendes Universum ohne irgendeinen Schatten von Bewußtsein wird das mit Sicherheit nicht tun), und dieser Jemand ist dann zwangsläufig per Definition ein Subjekt. Womit wir dann nur wieder bei der Frage "Warum sollen ausgerechnet die Moralvorstellungen dieses bestimmten Jemands für alle und jeden im Universum verbindlich sein und nicht die von irgendjemand anderem (beispielsweise meine)?" angekommen wären, die bis heute alle Philosophen und Theologen zusammen nicht überzeugend haben beantworten können...

Gesinnung (insbesondere im englischen Original als "alignment", d.h. ungefähr "Ausrichtung" im tatsächlichen Richtungs- und Justierungssinn, aber auch "Allianz" oder "Fraktion") als Ausdruck von "Teamzugehörigkeit" ergibt obendrein spontan viel mehr Sinn, wenn man den Großen Moralischen außen vor läßt. Dann braucht sie nämlich wirklich nur noch auszusagen, auf wessen "Seite" jemand eigentlich steht (also beispielsweise, für wen er bei der nächsten großen Götterwahl in fünfhundert Jahren stimmen würde... ;)), und gut ist.

Derjayger:

--- Zitat von: nobody@home am 16.11.2018 | 11:19 ---Das Problem mit "gut" und "böse" als Teil eines irgendwie groß angelegten "kosmischen Gesinnungsschemas" ist mMn einfach, daß beide Begriffe schlicht nicht objektiv sind und nicht sein können, weil sie ja schon an sich eine moralisches Werturteil darstellen -- dann muß es aber auch jemanden geben, der diese Bewertung vornimmt (denn ein rein mechanisch vor sich hin ablaufendes Universum ohne irgendeinen Schatten von Bewußtsein wird das mit Sicherheit nicht tun), und dieser Jemand ist dann zwangsläufig per Definition ein Subjekt. Womit wir dann nur wieder bei der Frage "Warum sollen ausgerechnet die Moralvorstellungen dieses bestimmten Jemands für alle und jeden im Universum verbindlich sein und nicht die von irgendjemand anderem (beispielsweise meine)?" angekommen wären, die bis heute alle Philosophen und Theologen zusammen nicht überzeugend haben beantworten können...

--- Ende Zitat ---

Für unsere Welt würde ich das unterschreiben. Im RPG gibt es aber Autoren, die (mehr oder weniger glücklich) definiert haben, welche Charaktereigenschaften/Handlungspräferenzen in welche Gesinnungs-Schubladen gehören. Autoren sind m.E. etwas ganz anderes als Subjekte in einer Spielwelt (z.B. Kleriker); was die schreiben, kann für eine Spielwelt allgemeingültig bzw. objektiv sein, schließlich entscheiden sie auch über andere Dinge, die wir objektiv nennen würden, z.B. Landmassen, Klima usw.

Zusammen mit der Idee, dass Handlungspräferenzen/Gesinnungen von Figuren in der Spielwelt vorbestimmt oder zumindest von höheren Mächten beeinflussbar sind (durch Götter und Teufel, Schicksal, Genetik oder wasweißich), krieg ich das schon auf die Reihe, Gesinnungen von NPCs als etwas allgemeingültiges zu denken. Ich muss es nicht tun, aber ich kann wenn ich will.

(Die Idee mit der Teamzugehörigkeit finde ich übrigens auch sehr attraktiv)

bobibob bobsen:
Das Gesinnungssystem hat immer wieder mal zu unschönen Diskussionen geführt. Der interpretationsspielraum ist doch recht groß.  Daher ignoriere ich es am liebsten.

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