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[Knights of the Black Lily] Small Talk und mehr ...

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LushWoods:
Bis zum letzten Satz hätte ich gesagt: Erfolgreich verdreht was da geschrieben steht!
Der letzte Satz: Vermutlich ein Rohrkrepierer an Joke.  :q

Alexander Kalinowski:
Okay, kurz etwas zu diesem hochsensiblen Thema bevor ich mich anderen Dingen zuwende.

1. Die Rolle der Frauen: Man hat also diese Idee von einem Dark Fantasy-Setting bei der es darum geht, dass es keine guten Götter gibt und nur die gelangweilten dunklen Götter, die mit den Menschen spielen. Welche gesellschaftliche Stellung würdest du den Frauen in so einem Setting zuweisen wollen - aus rein thematischen Gesichtspunkten? (Eine rhetorische Frage, übrigens.) Meine Schlußfolgerung war jedenfalls: Westeros, nur schlimmer. Westeros ist auch eine gutes Beispiel, denn obwohl es der Damenwelt da allgemein auch nicht so toll ergeht, hat man ja immerhin weibliche Hauptcharaktere, die ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen. Und trotzdem ist die Serie bei Frauen überaus beliebt, komischerweise. (Wen die Stellung der Frau auf Ilethra stört, der hat dann ja auch immerhin ein schönes Ziel wofür es sich zu kämpfen lohnt. Mit wieviel Hoffnung auf Erfolg... hängt ausschließlich vom eigenen Spielleiter ab.)

2. Der Ketten-Bikini: "Triggert" Menschen in der realen Welt, nicht war? Gibt es einen Grund warum er manche Menschen in einer Fantasywelt nicht genauso "triggern" würde? Womit wir wieder bei den gelangweilten dunklen Göttern in KotBL wären. Wichtiger damit: Gibt es damit einen Grund warum er nicht thematisch wäre? Hinweis: Man spielt in so einem Setting NICHT, weil man der viel hässlicheren realen Welt entkommen will. Da eignet sich zB Epic Fantasy viel besser für. Man spielt in so einem Setting (ähnlich in manchen Cyperpunkwelten) genau deshalb, weil die Umstände eben widrig sind.

3. Im Gegensatz zur Gesellschaft (NPCs): Weibliche PCs unterscheiden sich gegenüber ihren männlichen Kollegen nicht wirklich im Vergleich zu anderen Fantasy-Rollenspielen. Der einzige wirkliche Unterschied: sowohl männliche als auch weibliche PCs sind mehr oder minder rechtlose Außenseiter.

Lange Rede, kurzer Sinn: Es sind in beiden Fallen thematisch begründete Entscheidungen. Wenn du den Kettenbikini nicht magst, kann ich das verstehen - du kannst ihn gerne weglassen. Aber er ist Kanon. Ilethra ist eine Sch**ßwelt. Wer in einer Sch**ßwelt nicht spielen will, der sollte halt ein anderes Setting wählen.

(PS Ilethra is zu allen seinen Bewohnern gemein. Und sie ist disproportional gemeiner zu den Schwachen und Wehrlosen. Aber auch die Starken und Mächtigen sind vor dem langen Arm der dunklen Götter nicht sicher, nicht für immer. Und deren Fallhöhe ist ungemein höher.)

Alexander Kalinowski:

--- Zitat von: BBB am 30.01.2019 | 06:55 ---Aber wenn ich mal neugierig sein darf: Hättest du Lust ein bisschen was zum Hintergrund und der Entstehungsgeschichte von KofBL zu erzählen?

--- Ende Zitat ---

Es ist wie bei anderen Spieleautoren: Ich war immer ein bisschen unzufrieden mit diversen Spielen, die wir gespielt haben. Die Spielmechaniken haben in diversen Spielen zu oft dem widersprochen was ich von der Fiktion erwartet habe. Als Mini-Beispiel verweise ich mal auf diesen aktuellen Thread von mir auf rpg.net: https://forum.rpg.net/index.php?threads/considerations-for-a-next-gen-in-cinematic-fantasy-combat-includes-spoilers-for-game-of-thrones.840677/. (Ich könnte auch auf die Unmengen von Heiltränken hinweisen, die man bei Rolemaster/D&D so mit sich geschleppt hat. Das war so ganz anders als in Filmen oder Romanen, die brauchten so etwas selten.) Also habe ich angefangen zu vergleichen und erhebliche Unterschiede festgestellt. Und dann begonnen mir ein eigenes, halbwegs generisches System zu basteln, was ich irgendwie und irgendwann veröffentlichen wollte. Aber das ist natürlich irgendwo schlecht, man braucht MINDESTENS EIN Setting mit dem man erst einmal das System richtig demonstrieren kann. Zuerst sollten spezifische Settings kommen und dann leitet man davon ein generisches System ab. Das ist viel besser so herum.

Aber man hat natürlich erst einmal keine Idee gehabt. Es hat ungefähr 1 Jahr gedauert bis mir der Gedanke kam: Eine Fantasiewelt ohne gute Götter. Das fand und finde ich interessant. Ich möchte wissen was die Perspektivlosigkeit (ich denke das ist der Kern) mit den Spielern (oder den SCs?) macht. Falls es überhaupt eine Auswirkung hat. Und natürlich was die Perspektivlosigkeit mit so einer Fantasywelt macht.

Das Ganze ist deshalb ein andauerndes Gedankenexperiment. Ich möchte mit Aussagen zu der Spielwelt ein wenig mauern, weil ich bei allem, bei dem ich nicht halbwegs sicher bin, befürchte, dass ich später retconnen muss. Dann lieber jetzt weniger festlegen, auch in einem informellen Kontext.



--- Zitat von: BBB am 30.01.2019 | 06:55 ---So wie es aussieht, ist das ja im Wesentlichen ein Ein-Mann-Projekt.
WIe kam es dazu, dass du damit angefangen hast, wann hast du damit angefangen, warum auf Englisch?

--- Ende Zitat ---
Angefangen mit den (generischen) Regeln Herbst 2014. Angefangen mit dem Setting Herbst 2015. Auf Englisch, weil man einfach mehr Reichweite hat - gerade in Zeiten von WWW und PDFs. Mein Englisch ist ganz gut und muttersprachliches Lektorat ist bei einem Quickstart bezahlbar.


--- Zitat von: BBB am 30.01.2019 | 06:55 ---So professionell, wie das gelayoutet und illustriert ist, kann ich mir vorstellen, dass da nicht nur einiges an Zeit, sondern auch ein mindestens vierstelliger Betrag reingeflossen ist. Finde ich erstmal ungewöhnlich, da die meisten Spiele ja doch eher Liebhaberprojekte sind. Dadurch hebt es sich aber auch positiv ab.

Würde mich freuen, wenn du ein bisschen was zum Hintergrund erzählst.

--- Ende Zitat ---

Du kannst davon ausgehen, dass über die Jahre da schon Arbeit und Geld hineingeflossen sind. Ich würde gerne sehen, was andere damit machen. Und ich würde gerne sehen, was andere für Ideen haben bzgl einer Welt ohne gute Götter. Bei dem Rollenspiel selbst geht's natürlich um Abenteuer erleben, ganz klar. Aber für mich als Autor ist die psychologisch-philosophische Seite interessant. Dass die Spieler auch noch einer marginalisierte Gruppe angehören, ist nur noch so ein Sahnehäubchen oben drauf. :D

Kurna:

--- Zitat von: Clawdeen am 30.01.2019 | 12:40 ---

Frauen in zweiter Reihe und als zweite Klasse, dazu ein paar Ausnahmen, die dann doch mal kämpfen dürfen. Auch im Kettenbikini.  :o
Mensch, endlich mal wieder was ganz Modernes hardcore historisch Korrektes völlig Überflüssiges für mich.  ::)

--- Ende Zitat ---

Kann dich gut verstehen.

Das würde ich so auch nicht spielen.

Was jetzt für mich alleine kein KO-Kriterium ist, sondern bedeutet, dass ich es wenn, dann mit Hausregeln spielen würde. (Und es gibt sowieso kein System, das ich freiwillig komplett ohne Hausregeln spielen würde. Irgendetwas ist immer.  >;D )

Bildpunkt:
Frauen in Kettenbikini weil es die dunklen Goetter wollen? Wohl eher pupertäre Götter...seufz

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